Gesteinslehrpfad Röblingen am See
Deutsche Version
Vielen Dank an eagle1489 für die Übersetzung ins Englische!
Röblingen am See ist ein Ortsteil der Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt und zählt ungefähr 3.000 Einwohner. Der Ortsteil liegt zwischen Halle und Eisleben am Bach Weida. Röblingen wird erstmals urkundlich gemeinsam mit den anderen drei Orten mit diesem Namen (Ober-, Unter- und Niederröblingen) in einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis des Zehnten des Klosters Hersfeld als zehntpflichtiger Ort Rebiningi im Friesenfeld erwähnt. Röblingen am See wurde 932 speziell im Hersfelder Zehntverzeichnis als Seorebiningen in Comitati Sigfridi urkundlich erwähnt. Aus diesem Anlass wurde 2007 die 1075-Jahrfeier durchgeführt, obwohl der Ort eigentlich älter ist.
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Etwas versteckt in Röblingen am See hat der Heimat- und Bergbauverein e. V. Röblingen/See mit Unterstützung der Gemeinde Romonta GmbH und EMS einen kleinen Gesteinslehrpfad mit Gesteinen aus dem Tagebau Amsdorf angelegt. Auf knapp 400 Metern sind verschiedene Gesteine mit Bezeichnungen aufgestellt und auf einer Infotafel kann man einige Informationen dazu erhalten. Dort steht geschrieben:
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Gesteine aus dem Tagebau Amsdorf
Die an diesem Weg gezeigten Gesteinsbrocken aus dem Tagebau Amsdorf sind so genannte Findlinge. Findlinge oder erratische Blöcke sind große ortsfremde Felsblöcke, die durch Gletscher oder Inlandeismassen von seinem Ursprungsgebiet zu seinem heutigen Fundort transportiert worden sind. Diese Gesteine stammen vorwiegend aus dem Skandinavischen Grundgebirge oder dem Ostseeraum. Es gibt aber auch so genannte Regionalgeschiebe. Diese Gesteinsbrocken stammen aus unserer näheren Umgebung, z. B. Porphyr aus dem Petersberger Gebiet, und wurden nur über kurze Strecken mit dem Inlandeis in unser Tagebaugebiet transporiert.
Inlandeismassen haben unsere Heimatregion innerhalb zweier Eiszeiten geprägt und geformt. Sie transportierten gewaltige Erdmassen und Gesteinsbrocken und lagerten sie auch in unserer Braunkohlenmulde ab.
Die Eiszeiten werden nach ihrer südlichsten Ausdehnungsgrenze benannt:
Elster Eiszeit: Zeitspanne von 480.000-320.000 Jahren
Saale Eiszeit: Zeitspanne von 180.000-120.000 Jahren
Die vorläufig letzte Eiszeit der Erdgeschichte, die Weichsel Eiszeit, Zeitspanne von 70.000 -10.000 Jahren, ist mit ihren Ablagerungen nicht mehr bis in unser Gebiet vorgedrungen. Findlinge sind demzufolge sehr gute Zeugen der Erdgeschichte. Man kann heute anhand dieser Gesteinsbrocken die Fließrichtung des Inlandeises feststellen. Durch die Bestimmung und Vergleiche von Gesteinsproben der Findlinge mit den Gesteinen direkt in Skandinavien und dem Ostseeraum sind teilweise die Heimatorte der Findlinge feststellbar. Diese genau zu einem bestimmten Herkunftsort zugeordneten Gesteinsbrocken nennt man Leitgeschiebe.
Die gesamte Region ist geprägt von einer langen Bergbaugeschichte, die durch eine vielfältige Geologie hervorgerufen wird. Weiter westlich befinden sich die weltbekannten Kupferschiefervorkommen des Zechsteins, im Bereich um Röblingen tertiäre Braunkohlefelder und im Raum Teutschenthal mächtige Kalisalzvorkommen, ebenfalls des Zechstein. Das Gebiet wird als Eislebener Niederung bezeichnet, eine Senke im Vergleich zu den zwei benachbarten Erhebungen des Hornburger Sattels und der Mansfelder Platte. Die Gesteine liegen hier der Stratigraphie folgend relativ flach einfallend. Nahe der Oberfläche trifft man auf quartäre Sedimente der letzten Eiszeiten, gefolgt von tertiären Sedimenten mit mächtigen Kohleflözen. Darunter folgen in der Regel mächtige Sandsteine der Trias, die unterlagert sind von den wichtigen Zechsteinschichten, die neben dem Kupferschiefer auch riesige Mengen an Kalisalz (Steinsalz beinhalten). Die Gesteine des Gesteinslehrpfades stammen aus dem Känozoikum (Tertiär und Quartär), durch riesige Inlandgletscher aus weit entfernten Regionen in die Eislebener Niederung transportiert.
Um diesen Earthcache zu loggen, müsst Ihr folgende Aufgaben erfüllen:
- Begebt Euch zu den angegebenen Koordinaten.
- Schaut Euch in der Region um, beschreibe in kurzen Worten die Morphologie (von griechisch morphé = „Gestalt, Form“ und lógos = „Wort, Lehre, Vernunft“und benenne die Himmelsrichtung markanter Erhebungen!
- Was für ein Gestein ist der Stein mit der Nummer 4? In diesem Gestein sind charakteristische Bänder erkennbar. Beschreibe deren Form und Farbe und miss die Bänder aus.
Ihr könnt nach dem Zusenden der Antworten sofort loggen. Sollte etwas nicht stimmen, melden wir uns.
Das Anhängen von Fotos an Euren Log ist inzwischen keine Bedingung mehr für Earthcaches und daher verlangen wir dieses auch nicht! Da wir aber der Meinung sind, dass nur dadurch auch wirklich bewiesen werden kann, dass Ihr tatsächlich vor Ort wart, würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr ein Foto von Euch oder Eurem GPS vor einem Stein Eurer Wahl oder der Infotafel Eurem Log anhängt.
Dieser Earthcache lässt sich auch sehr schön mit dem Multi-Cache Am Ufer des Salzigen Sees von LordFader verbinden!
Viel Spaß wünschen die 
Rock nature trail in Röblingen am See
English Version
Many thanks to eagle1489 for translation this text!
Röblingen am See is part of the community Seegebiet Mansfelder Land in the county Mansfeld-Südharz in Saxony-Anhalt and has 3.000 inhabitants. It is located between Halle and Eisleben at the stream Weida. The first documented citation was between 881 and 899 in the directory of the monastery Hersfeld together with the other three villages of this name (Ober-, Unter- und Niederröblingen). It was documented as Rebiningi im Friesenfeld and was liable for tithes. Röblingen am See had been also special documented at 932 in the tithes directoy of Hersfelder as Seorebiningen in Comitati Sigfridi. 2007 was the 1075th annual celebration although the village is older than 1075 years.
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The rock nature trail is a little bit hidden in the village. It was established by the Heimat- und Bergbauverein e. V. Röblingen/See with support by the community Romonta GmbH und EMS with rocks from open pit hole of Amsdorf, near the location. You can see different rocktypes on your way about a length of nearly 400 meters. On an information table you can inform about this area and the rocks. There is written:
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Rocks from the open pit hole Amsdorf:
The rocks from Amsdorf on this way are so called erratic blocks. Erratic blocks are huge blocks, which were transported by a glacier or by a continental ice sheet. So they have their origin in areas faraway, mainly the basement of Scandinavia or the Baltic Sea. Some rocks are glacial drifts from this region, for example from the Petersberg, which is located near Halle. So they haven’t such a long way of transport.
The continental ice sheet affected this land and the landscape in 2 ice ages. The ice sheet transported a huge amount of rocks and soil. This material accumulated in our so called trough of brown coal.
These ice ages are named after the most southern extension:
Elster ice age: Interval from 480.000 to 320.000 years
Elster ice age: Interval from 480.000 to 320.000 years
The last great ice age in earth history from 70.000 to 10.000 years (Weichsel ice age) didn’t reached this area. Erratic blocks are good witnesses oft he earth history. You can also calculate the direction of the continental ice sheet extension with these erratic blocks if you are able to determine the area of origin. These determinations of these rocks show areas of origin in Scandinavia and the Baltic Sea. Such erratic blocks or glacial drifts are called routing rocks.
The whole region is dominated by a long history of mining, which is caused by a diverse geology. In the west great copper-shale occurrences were mined, at Röblingen tertiary lignite found exploitation and in Teutschenthal you can find huge resources of potash salt. The area is called as “Eislebener Niederung”, a little depression between the 2 neighbouring mountain ranges “Hornburger Sattel” and “Mansfelder Platte”. The stratigraphic formations show a flat dipping. At the surface you can find mostly quarternary sediments, accumulated by the last great ice ages. Underneath laid sediments of the Tertiary with huge lignite-bands. The following rocks are usually sandstone of the Triassic, which are followed by the important rocks of the Zechstein, which are composed of mainly great potash salts and also the copper shale. The rocks of the rock nature trail are mainly build until the Cenozoic (Quarternary and Tertiary) by huge inland ice glaciers, which transported rocks from faraway to the region around Röblingen.
To log this Earthcache, please answer the following tasks:
- Go to the coordinates.
- Take a look around the landscape. Describe in short words the morphology and name the directions of the great hills you can see.
- Which rock you can see at Nr. 4. You can see characteristic bands. Please describe the shape and the colour, and measure the length of the bands.
You can log this earthcache directly. If there is something wrong with your answers we will contact you.
The adding of photos to your log is no condition for Earthcaches anymore! So we don’t demand it. But we are the opinion that photos are the only proof of your presence at the location. So we would be pleased to see a photo from you and/or your GPS on a rock of your choice.
This Earthcache can be combined with the Multi Am Ufer des Salzigen Sees by LordFader!
Happy Hunting!