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Alte Landebahn

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Hidden : 05/09/2011
Difficulty:
1 out of 5
Terrain:
1 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Ein wenig bekanntes, aber spannendes Kapitel Verkehrsgeschichte verbindet sich mit der alten Landebahn der einstigen Junkers-Flugzeugwerke in Dessau.

„Bei uns können Sie landen!“ – So wird der Besucher auf der Internetseite des nach Hugo Junkers benannten Flugplatzes in Dessau begrüßt. Dessen Adresse lautet: „Alte Landebahn 27“. Die neue Start- und Landebahn des 1994 als Verkehrslandeplatz wieder eröffneten Dessauer Flugplatzes hat eine Asphaltdecke von 1.000 Metern Länge und 25 Metern Breite. Das Segelflugfeld ist eine Graspiste und misst 1.150 mal 200 Meter. Zum Vergleich: Der unweit gelegene Flugplatz Magdeburg-Cochstedt, auf dem Ryanair im Sommerflugplan 2011 vier Destinationen nach Spanien mit einer Boeing 737-800 anbot, verfügt über eine asphaltierte Landebahn von 2.500 mal 45 Metern.
Eine Piste, die mit der Ju 52 verbunden ist

Als einziges größeres Flugzeug ist die Ju 52, die seinerzeit in Dessau hergestellt wurde, für den Flugplatz im Ortsteil Kleinkühnau zugelassen. Ansonsten dürfen hier nur Motorflugzeuge bis 5.700 Kilogramm, Drehflügler, Motorsegler, Segelflugzeuge und Ultraleichtflugzeuge abheben und aufsetzen. (Der Flugplatz selbst verchartert eine Cessna 172.) Auch Freiballons und Luftschiffe dürfen nach PPR, also nach vorheriger Genehmigung, starten und landen. 2009 wurden in Dessau 5.778 Flugbewegungen registriert. Seit der Wiedereröffnung als Verkehrslandeplatz gab es in Dessau aber weder Linien- noch Charterflüge. Der Grund: Die Landebahn, siehe oben, ist für Verkehrsflugzeuge zu kurz, auch wenn schon eine Transportmaschine Transall C-160 der Luftwaffe hier gelandet ist, die aber bekanntlich einen relativ sparsamen Start- und Lande-Weg hat.

Betrachtet man ein Luftbild des Flugplatzes, so zeigt sich, dass die heutige Piste deutlich kürzer ist als die alte aus dem Jahr 1927. Die aus massiven Betonplatten gefertigte und auch beheizbare alte Landebahn war in den zwanziger Jahren die modernste ihrer Art. Leider ist nirgends ein Hinweis zu finden, wie lang und breit die Piste in ihrem Erbauungsjahr war. Auch das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Denkmalpflege Dessau-Roßlau verfügt leider nicht über derlei Angaben. Die alte Piste diente bis ins Jahr 1945 als Start- und Landeplatz für die in den Dessauer Junkers-Werken gebauten Flugzeuge, deren bekannteste die „Tante Ju“ genannte Ju 52 war. Von dieser ist ein Exemplar – das 1986 aus einem See in Norwegen geborgen worden, 1995 nach Dessau gekommen und dort restauriert worden ist – im benachbarten Technikmuseum „Hugo Junkers“ zu sehen.

Von 1945 bis 1952 erst als amerikanischer, dann als russischer Militärflugplatz genutzt, wurde die Landebahn in Dessau von den Sowjets im Jahr 1946 auf 2.200 mal 55 Meter vergrößert, damit auch Jagdflugzeuge des Typs MIG-15 starten und landen konnten. Ein Exemplar des Jägers ist auch im Außenbereich des Technikmuseums „Hugo Junkers“ zu sehen. Später wurde der Dessauer Flugplatz von der Nationalen Volksarmee als Ausweichflugplatz für das in Brandenburg-Briest stationierte Transporthubschrauber-Geschwader 34 „Werner Seelenbinder“ und von der Gesellschaft für Sport und Technik für die Segelflugausbildung genutzt. Und nach 45-jähriger Abwesenheit landete am 6. März 1990 erstmals wieder eine hier gebaute Ju 52 auf dem ehemaligen Junkers-Werksflugplatz.
Die alte Landebahn ist seit 1993 ein Denkmal

Aufgrund ihrer Bedeutung für die Verkehrsgeschichte steht die alte Landebahn in Dessau, wie vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Denkmalpflege zu erfahren war, seit dem Jahr 1993 unter Denkmalschutz. Die Umgehungsstraße, die aus Richtung Aken in die Stadt führt, wird in diesem Bereich mittels Brücke über die alte Piste geführt. Eine Schutzmaßnahme, um die betagte Landebahn nicht in Mitleidenschaft zu ziehen.

Die Frage ist, wie man mit solch einem vielleicht unscheinbaren, aber nicht unwichtigen Stück Technikgeschichte aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts umgehen soll. Dass sie als erste Betonlandebahn unbedingt erhalten werden muss, steht außer Frage. Die vor 85 Jahren errichtete Verkehrsanlage sollte restauriert und den Besuchern des Flugplatzes und des Technikmuseums „Hugo Junkers“ zugänglich gemacht werden. Denn nur der östliche Ausläufer der alten Landebahn ist im Moment ohne weiteres begehbar und wird u.a. an Wochenenden als Trailer-Parkplatz und, wie etwa bei Youtube zu sehen, für winterliche Kunststückchen von Dessauer Auto-Freaks genutzt.
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Denkmalpfleger und Städteplaner sollten überlegen, wie die alte denkmalgeschützte Dessauer Landebahn in den Erinnerungsort Junkers-Werke integriert werden kann. Auf absehbare Zeit werden keine Restaurierungsmaßnahmen vor Ort stattfinden. Das Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Denkmalpflege Dessau-Roßlau erklärte im September 2011 auf Anfrage des Autors: „Die Landebahn wird im bestehenden Zustand erhalten. Im Zuge der Erschließungsmaßnahmen des Flugplatzgeländes wurde dem Wert des Denkmals dadurch Rechnung getragen, dass für die Straßenführung eine Brücke über die Landebahn gebaut wurde und so der Bestand vollständig erhalten werden konnte. Restaurierungsmaßnahmen sind gegenwärtig nicht vorgesehen.“

Für die Studierenden der Architektur und Landschaftsarchitektur an der Hochschule Anhalt (FH) könnte es jedoch ein dankbares Projekt sein, Lösungen zu entwickeln, wie die alte Landebahn als technisches Denkmal für Besucher aufgewertet werden könnte. Es wäre ebenso reizvoll wie machbar, entlang der alten Landebahn in Verbindung mit Tafeln (die u.a. über die Geschichte und Technologie von Landebahnen einschließlich deren Markierungen und Befeuerung informieren) einen attraktiven Spazierweg zu gestalten, der im besten Fall vom Technikmuseum aus erreichbar sein sollte. Der Aufwand wäre einerseits gerechtfertigt, weil die alte Landebahn die natürliche Verbindung zwischen dem heutigen Flugplatz und dem Technikmuseum „Hugo Junkers“ bildet. Und andererseits, weil eine wie oben skizzierte, museal genutzte Landebahn so noch nicht existiert.

Die alte Landebahn ist in Dessau zwischen dem Flugplatz „Hugo Junkers“, Alte Landebahn 27, und dem Technikmuseum „Hugo Junkers“ e.V., Kühnauer Straße 161 a, zu finden.

Text by: Kai Agthe

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