Kleine Heiligtümer – Pauluskapelle
Im Rahmen der heiligen Stätten möchten wir kleine Kapellen
und Wegkreuze in unserer Heimat ehren, die man sonst nur allzu
leicht übersieht oder an denen man achtlos vorüberzieht. Wir freuen
uns, wenn sich auch andere an dieser kleinen Serie
beteiligen.
Die auf schmalem Felsgrat auf halber Höhe zur Burg Bischofstein
gelegene Kapelle "Unterbischofstein" früher mal St. Pauls-Kapelle,
ist eine uralte Stätte christlichen Glaubens. Sie ist um 1200
entstanden. Im Mittelalter war sie ein bekannter Wallfahrtsort. Man
erhoffte sich Heilung von Kinderkrankheiten und Fallsucht.
Die Kapelle in diesem Bereich wurde 1223 im Zusammenhang mit dem
Moselort Burgen erwähnt. 1342 wurde erstmals der Name St.
Paulusgenannt. Sie ist in frühromanischem und spätgotischem Stil
erbaut. Die Chormauern stammen noch aus dem 12. Jahrhundert, das
Gewölbe aus dem 14. Jahrhundert oder 15. Jahrhundert. Der Kreuzgang
wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erbaut. 1698 wurde
die Kapelle grundlegend renoviert, und an die Westseite wurde ein
Hofhaus angebaut. 1763 wurde sie wiederum renoviert. 1834 wurde sie
stark beschädigt und verfiel zur Ruine. 1882 erwarb der Burgener
Pfarrer Franz Xaver Fischer die Ruine und baute sie größtenteils
auf eigene Kosten wieder auf. Das Hofhaus wurde dabei abgerissen.
1883 wurde St. Paulus wieder neu geweiht.
Die Kapelle St. Paulus enthält einen farbenfrohen Kreuzaltar von
1653 und eine gotische Darstellung der Dreiergruppe Fides, Spes und
Caritas von 1380.