ACHTUNG! Ende Dezember wird dieser Multicache archiviert!
Konrad von Altstätten war ein Minnesänger, welcher in der Manesse Handschrift verewigt ist. Es sind aus der Zeit um 1300 drei "Konrade" von Altstätten beurkundet. Welcher von denen sich nun damals als Minnesänger einen Namen machte, ist heute schwer oder gar nicht mehr festzustellen. Man vermutet aber, dass er gegen Ende des 13. oder zu Beginn des 14. Jahrhunderts lebte und wirkte. Er gehört zu den Edlen von Altstetten und war vom Kloster St. Gallen mit dem Meieramt betraut.
Die Manesse Handschrift ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Hochdeutschen Sprache und der handgefertigten Bücherkunst des Mittelalters. Dass Konrad, oder Chuonrat, es in diese Sammlung geschafft hat, heisst einiges. Somit gehörte er mit zu den bedeutendsten Poeten der damaligen Zeit.
Das in meinem Beitrag verwendete Bild aus der Manesse Handschrift stammt aus der digitalen Bibliothek der Uni Heidelberg. Obwohl du natürlich möglichst schnell an die Lösung des Rätsels herankommen willst: Beachte die wunderschöne Darstellung des Jünglings und seiner Liebsten. Sagenhaft!!
Originalsprache aus der Manesse Handschrift
1
Der sumer hât den meien
froelich vür gesant,
der sol fröide heien
und daz er si erkant,
wan er vertriben was.
ir kint, ir sint niht laz,
ir brüevent in, er bringt iuch bluomen unde gras.
zwô brûne brâ
die hânt mich dâ
verwundet sêre und anderswâ.
2
Swel frowe trûric waere,
diu sol wesen frô;
ich sage ir guotiu maere:
ez meiet hiure alsô
daz aller frowen heil
ûf gât ein michel teil.
ir kint, ir sunt fit fröiden jârlanc wesen geil.
ein kele wîz
hât wol den prîs:
sî machet mich an jugende grîs.
3
Nu wünschent al gemeine
daz mîn leit zergê:
die ich mit triuwen meine
(diu tuot mir dicke wê),
daz ich ir werde erkant.
ir kus der waere ein pfant,
den ich vür tûsent marke naeme sâ zehant.
ein umbevanc
mit armen blanc,
wünscht dem der den reigen sanc.
Übersetzung/Interpretation von Richard Zoozmann
1
Der Sommer hat den Maien
Fröhlich vorausgesandt,
Uns Freude zu verleihen,
Damit er sei erkannt,
Weil er vertrieben war.
Frischauf nun, junge Schar,
Sieh, ob ers ist? er spendet
Euch bunte Blumen gar!
Mir schufen Pein
Zwei Schwarzäugleln
Von einem schönen Jüngferlein!
2
Wo Frauen traurig wären,
Die mach ich wieder froh.
Ich weiß so gute Mären:
Es lenzt ja heuer so,
Daß allen Fraun an Heil
Gar vieles wird zuteil:
Drum freut euch, Mädchen; künftig
Ist manche Freude feil!
Ein Hälslein weiß
Hat wohl den Preis,
Den liebt der Jüngling wie der Greis.
3
Nun wünscht mir im Vereine,
Daß meine Not vergeh;
Die ich mit Treuen meine,
Die tut mir oft so weh.
O böt sie mir die Hand!
Ihr Kuß war mir ein Pfand,
Das nahm ich gleich und gälte
Es _______ Mark im Land.
Holden Empfang
Von Ärmlein blank
Wünscht dem, der dieses Tanzlied sang!

Nun zum Rätsel:
Achtung! Die Anfangskoordinaten geben nicht das Versteck des Caches an. Sie sind der Ausgangspunkt für den momentan megakurzen Spaziergang, um die Finalkoordinaten zu ermitteln. Das Denkmal von Konrad steht nämlich jetzt beim Chunrat-Haus, weil das Rathaus grad abgebrochen wird, wo es vorher gestanden hat.
Um die finalen Koordinaten zu erhalten, musst du am Hause CHUNRAT eine Zahl herausfinden, das Denkmal genau anschauen und dabei zwei Zahlen bestimmen, dich mit dem Gedicht "Der sumer hât den meien" auseinandersetzen und das Bild von Konrad aus der Manesse Handschrift unter die Lupe nehmen.
Die Formel für die finalen Koordinaten lautet N 47° [a].[b+(d+e)*(c+f)] / E 009° [f*(d+e)].[b+c*(g*f*f)+e]
a = Wie viele Fenster sind auf der Nordostfassade des CHUNRAT - HAUS DER MUSIK zu erkennen? Zähle diese doppelt!
b = Der im Gedicht minnende Sänger beziffert den Wert eines Kusses der Angebeteten mit einer Menge Geld. Nimm die Hälfte davon. (Die Zahl fehlt in der neudeutschen Version. Ergo: Übersetze aus dem Mittelhochdeutschen!)
c = Irgendwo im Gedicht kommt die Farbe Weiss vor. Doch wird die Farbe in der Mittelhochdeutsch-Version anders geschrieben, als heute. Mit wie vielen Buchstaben?
d = Im Gedicht ist eine zweite Zahl genannt, welche grösser als eins ist.
e = Das ist die Anzahl Saiten, welche an Konrads Instrument (Denkmal auf der Nordostseite) sein sollten (!!). Achtung. Als ich dieses Rätsel gestaltete fehlte eine. Also: Schaut genau hin!
f = Wenn du vor dem Denkmal stehst, erkennst du im Sockel eine knappe Inschrift. Nimm die Anzahl der Wörter.
g = Auf dem Bild "Her Chunrat vo Altstetten" erkennst du neun geöffnete Blumen. Diese Blumen haben allesamt dieselbe Anzahl an Blütenblättern.
Zur Kontrolle: Wenn du a+b+c+d+e+f+g rechnest, ergibt dies die Summe 542.