
Auf den Rückweg von der Gedenkstätte Jamlitz sah ich plötzlich im Wald ein Parkplatz-Schild.
Verwundert kehrte ich um, da ich die Vermutung hatte, hier ist was. "Jüdischer Friedhof" war
auf dem Schild zu lesen. Nachdem ich etwa 2 km gerade aus gelaufen bin und keinen Friedhof
finden konnte, kehrte ich enttäuscht um. Während des losfahrens entdeckte ich dann doch
noch einen Grasweg, der zum Friedhof führte. Da dies ein Ort ist, der nicht in Vergessenheit
geraten sollte, habe ich ihm einen Nano gewidmet.
Auf dem Friedhof ruhen die sterblichen Überreste von KZ-Häftlingen, die von der SS bei einem
Massaker Anfang Februar 1945 ermordet wurden. Das erst Ende 1943 errichtete Außenlager
Lieberose befand sich in der Gemeinde Jamlitz, knapp 2 Kilometer vom Friedhof entfernt. Die
Lebensbedinigungen dort entsprachen den nationalsozialistischen Mordprogramm "Vernichtung
durch Arbeit". Das KZ Lieberose war ein Ort des Völklermords an den europäischen Juden.
Als sich im Februar 1945 die Truppen der "Roten Armee" näherten, befal der Kommandant des
KZ Sachsenhausen die Evakuierung aller Häftlinge in das etwa 200 km entfernte Hauptlager
Oranienburg. Die kranken und gehunfähigen Häftlinge blieben im Lager zurück. Unmittelbar
nach dem Abmarsch begannen SS-Angehörige damit, die 1342 zurückgebliebenen Menschen
zu erschießen. Ein Teil der Opfer des Massakers ließ die SS mit Lastwagen in diese Kiesgrube
transportieren, wo die Leichen den Hang hinunter geworfen und anschließend verscharrt wurden.
Aussage des Zivilmitarbeiters Otto M., 1971: "Wir sahen aus dem Fenster heraus, von
welchen wir eine Lagerstraße überblicken konnten. Dort sahen wir (...) ungefähr 15 SS-Angehörige
stehen. Sie hatten Pistolen in den Händen, mit welchen sie auf die Häftlinge schossen, die aus der
Baracke heraus kamen und auf eine andere Barake zuliefen ...
Die Erschießung dauerte so lange, bis 15 bis 20 Häftlinge am Boden lagen. Dann kam ein LKW
heran gefahren und die getöteten Häftlinge wurden auf den LKW von SS-Männern geworfen. Als
der LKW, welcher mit einer Plane bedeckt war, beladen war, fuhr er (...) aufdie Straße in Richtung
Jamlitz davon. Nachden der LKW abgefahren war, ging die Erschießung weiter."
Bitte beachtet beim Betreten des Friedhofs einige Regeln: Tragt als männliche Catcher eine
Kopfbedeckung. Der Friedhof ist an jüdischen Fest- und Feiertagen sowie Schabbat (Sonnen-
untergang am Freitag bis zum Eintritt der Dunkelheit am Samstag) geschlossen.
Zum Cache: Der Cache befindet sich zwar in unmittelbarer Nähe des Friedhofes, allerdings muß dieser
nicht betreten werden, um den Cache zu finden. Geparkt werden kann bei N 51°59.258, E014° 23.956.
Hinweis: Auch hier handelt es sich um ein Naturschutzgebiet, die offiziellen Wege
müssen zu keiner Zeit verlassen werden.

Weitere Caches Serie "Schenkendöbener Seen":
Schenkendöbener See,
Kleinsee,
Göhlensee 2.0,
Tuschensee 2.0,
Speicherbecken Krayne 2.0,
Deulowitzer See,
Seerundweg Pinnower See,
Wanderung Pastlingsee,
Wilschwitzer See,
Schenkendöbener See Bonus
Stand: 7. April 2012 - ein Vorschlag? Bitte eine Mail an mich, Danke!