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Braunkohlenwerk Ludwigszeche Traditional Cache

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Anz-87: Nicht mehr vorhanden

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Hidden : 8/14/2011
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:

An der Stelle des heutigen Dammwildgeheges befand sich der Flachschacht der Ludwigszeche.

Gewerkschaft Ludwigszeche
Braunkohlenwerk

Die Bergwerksschachtanlagen in Viehhausen und Reichenstetten

zusammengestellt von Alois Renner jun., Viehhausen

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es ein Braunkohlenbergwerk mit sogenannten
„fliegenden Schächten“ in der Nähe der Ortschaft Schneckenbach. Noch heute kann man
Aufschüttungen sehen. Sie bestehen aus einem Material, das für die Verbrennung nicht
geeignet war und neben der Kohle mit gefördert wurde (unter anderem Gesteinsschichten im
Kohleflöz, dem sogenannten Zwischenmergel). Das Braunkohlenbergwerk lieferte vor allem
Kohle für das damalige Alkorwerk in Alling.

Die „Ludwigszeche“ bestand seit dem Jahre 1919. Der alte Schacht in Schneckenbach
(heutiges Anwesen Oberberger) war ein Flachschacht von 110 m Länge und 26 m Tiefe. Es
war ein Flöz mit ca. 2 m Stärke. Die Überlagerung betrug zwischen 18 und 40 m. Die
geförderte Kohle wurde ab dem Jahre 1919 über eine neu gebaute Kleinbahn von der
Ludwigszeche zum Alkorwerk transportiert. Aus dem alten Schacht wurde im Jahre 1953 zum
letzten Male Kohle gefördert.

Ab 1951 wurde über den „Karl-Theodor-Schacht“, der eine Tiefe von 45 m aufwies,
abgebaut. Vom Schacht führte ein 250 m langer Stollen zum Kohleflöz, das eine Mächtigkeit
von 1,50 m bis 1,80 m hatte.

Die Schachtanlage beinhaltete den Kohlebunker und die Sortieranlage. Die Sortieranlage war
notwendig, da die Kohle in drei verschiede Größen eingeteilt wurde. Über dem Schacht stand
der 20 m hohe Förderturm. Eine Fördermaschine hielt zwei Trommeln ständig in Bewegung.

Die Belegungsstärke im Jahre 1919 betrug 104 Mann, 1926 waren nur 18 Mann beschäftigt,
da die Fabrik in Alling stillstand, und 1954 waren wieder 60-70 Mann in zwei Schichten im
Bergwerk aktiv, wobei Nachtschichten nur bei großem Kohlebedarf eingelegt wurden.
Die Kohleförderung belief sich im Jahre 1949 auf 2000 t pro Monat. Davon benötigte die
Fabrik in Alling zwischen 50 bis 60 t pro Tag.

Der erste Besitzer der Grube war Herr Kleinbeiß, ab 1926/27 war der Besitzer die Fa. Wald,
Zellstoffwerk, Berlin; ab 1938 hatte die Zeche Heinrich Nikolaus und ab 1942 Heinrich und
Karl Lißmann zum Besitzer. Ab 1948 wurde die Ludwigszeche besitzmäßig abgezweigt an
Dieter Lißmann KG, München-Solln.

Die Aufsicht über das Bergwerk hatten die Bergbaubehörden in Amberg und München.

Vom Karl-Theodor-Schacht wurde 1953 eine Drahtseilförderbahn zur Ludwigszeche gebaut.
Von dort führte dann die Kleinbahnanlage mit zwei Lokomotiven zum Alkor-Werk nach
Alling.

Die Bergleute erhielten ein jährliches Deputat von 3 t Kohle (je Ztr. 25 Pfennige).
Früher betrug der Stundenlohn 67 Pfennige, später wurde nach Leistung bezahlt.

Das tägliche Soll (ca. 8-10 h) waren 9-10 Wagen (ein Wagen beförderte 6 Zentner, ein neuer
Wagen eine halbe Tonne). Ab 1949 wurde jeder Wagen mit 1.- bis 1,10.- DM berechnet.

Die Zeche wurde unrentabel als begonnen wurde, Kohle für die Fabrik in Alling aus der
ehemaligen Tschechoslowakei zu importieren, die billiger und zudem qualitativ hochwertiger
war. Im Herbst 1959 wurde die Schließung damit endgültig.

Das Bergwerk Viehhausen/Schneckenbach war eine Fundstelle für Wirbeltierreste im
Oberpfälzischen Braunkohlengebiet. So fand man Überreste eines Krokodils, einer
Schildkröte und mehrerer Biber. In den Schichtflächen wurden viele kleine Knochensplitter,
Fischschuppen und kleine Zähne gefunden.

Die Anlage hatte anfangs einen Senkrechtförderschacht, später wurde diese Förderung durch einen nach Norden verlaufenden
Schrägschacht ersetzt. Auf den Gleisen wurde die gewonnene Braunkohle
zum Heizhaus der Fabrik nach Alling gebracht.

Quellen:

• Bergamt Amberg
• Ehemalige Mitarbeiter der Zechen
• Artikel des Tagesanzeiger und der Mittelbayerischen Zeitung

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