Expedition in den Drachenwald
Im Erzgebirge, genauer: zwischen Hutha, Haselbach und Forchheim gibt es ein Waldstück namens Drachenwald.
Ob dort jemals feuerspeiende Ungeheur wohnten? Wer weiss...
Ich habe vor kurzer Zeit eine Truhe gefunden mit einer kaum leserlichen Karte und einem Tagebuch. Da mir die Sprache und Schreibweise fremd war, gab ich meinen Fund in die Hände eines alten Übersetzers, mit der Bitte, mir doch aufzuschlüsseln, was es mit der Karte und dem Buch auf sich hat. Zu meinem Erstaunen gehörte beides einem tapferen Ritter, der in den damaligen undurchdringlichen Wäldern des Miriquidi die Bewohner vor den Raubzügen eines bösartigen Drachens beschützte und die erbeuteten Besitztümer wieder beschaffen wollte. Der Übersetzer konnte nicht alles Wort für Wort herausfinden, da das Tagebuch in einem sehr unbekannten und schwer verständlichen Dialekt geschrieben war, doch er war sich sicher, dass der Ritter eines Tages den Schatz des Drachen gefunden hat, nur konnte er sich aus der Wegbeschreibung keinen Reim machen, da er nicht alles verstand.
Er glaubte, folgenden Weg herauszulesen:
Der Ritter sah den Drachen zum ersten Mal an einer Kreuzung, an der ein Handelsweg und ein anderer Weg sich kreuzten. Der Drache verschwand entlang jenes 2. Weges Richting NordNordOst. Der Ritter (er hieß im übrigen Hasenfuß) folgte ihm durch den Wald. Zeitweilig musste er wohl auch recht großen Abstand nehmen, da plötzlich eine große baumfreier Fläche auftauchte, die der Drache überquerte und schließlich der Grenze Wald/baumlose Fläche folgte. Als es wieder in den Wald ging, hatte Hasenfuß den Drachen aus den Augen verloren. Er folgte ein wenig dem Weg durch den Wald, als er links von sich Ein Knacken und Poltern und schließlich gurgelnde Geräusche wahrnahm. Trotz seiner Angst (und des wohl unpassenden Namens) schlich er sich in Richtung der Geräusche. Die Schneise, die der Drache durch den Wald gezogen hatte, war unübersehbar. Durch die dichten Fichten konnte er den Drachen sehen, wie er an einem von mehreren Gewässern seinen Durst stillte. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Drache genug getrunken hatte und die Schneise wieder zurückkam, konnte sich Hasenfuß verstecken - das war knapp! Und weiter ging es den ursprünglichen Weg entlang, bis eine Kreuzung mit 3 markanten Bäumen auftauchte. Dort verließ der Drache den ursprünglichen Weg und lief in Richtung der untergehenden Sonne. Hasenfuß betrachtete noch ein wenig die Kreuzung, um wieder Abstand zum Drachen halten. Kurze Zeit später hatte er ihn wieder aus den Augen verloren! Hasenfuß lauschte dem Wald, in der Hoffnung, die Spur wieder aufnehmen zu können. Was war das? Ein Knacken und Rascheln links von ihm... Ein Weg führte ihn in Richtung der Geräusch, vorbei an einem hellen, bewachsenenen Weg, der fast in die selbe Richtung ging, in der die Kreuzung mit den 3 Bäumen lag. Der nächste Abzweig war dunkler und matschiger - hier glaubte er Fußabdrücke des Drachens zu erkennen und bog links ab und lief geradewegs auf einen hohen Wall zu. Schon hörte er wieder Geräusche - behutsam kroch er den Wall hinauf und spähte über den Rand. Aaaahja... die Futterstelle des Drachen. Hasenfuß meinte sogar den Ort zu erkennen - war er nicht vorhin auf der anderen Seite gewesen? Ruhig harrte er aus, bis der sich der Drache wieder auf den Weg machte. So ging es zurück auf den großen Weg, der nach Westen führte. Dieser Weg war ein bedeutender Weg für den Handel in jener Zeit, und schon bald erreichten die beiden, Jäger und Gejagter, eine große Raststelle an einer Kreuzung mit dem Handelsweg, den Hasenfuß verlassen hatte, als er den Drachen das erste mal sah. Hasenfuß wunderte sich schon - wenn der Drache weiter in diese Richtung lief, würde er bald die ersten Siedlungen erreichten. Und es wurde schon dunkel! Zu seiner Erleichterung änderte an der Raststelle der Drache seine Route und lief in der einsetzenden Dunkelheit dem Polarstern hinterher. Langsam wurde es dunkel im Wald und Hasenfuß begann sich wirklich zu fürchten - aber diese Gelegenheit konnte er sich doch einfach nicht entgehen lassen! So schlich er weiter hinterher. Es ging schon wieder den Berg hinab, als eine weitere Kreuzung vor dem Drachen auftauchte. Dort schien es selbst dem Drachen unheimlich zu werden - (hier war sich der Übersetzer nicht sicher - war wirklich die Rede von Waldgeistern?) und er bog urplötzlich im scharfen Winkel nach links ab. Der Weg führte weiter bergab und an der nächsten Kreuzung führte das Ungeheuer Ritter Hasenfuß wieder in Richtung des Polarsterns. Nach einer Weile verschwand der Drache links im Unterholz, gefolgt von einem lauten Platschen. Hasenfuß schlich hinterher und traute seinen Augen kaum. Hier, so nah an der nächsten Siedlung, schien der Drache sein Versteck zu haben. Nun begann er zu warten, bis der Drache sein Versteck wieder verließ. Seine Geduld wurde auf eine harte Probe gestellt, erst am nächsten Morgen war er allein. Rasch inspizierte er das Ufer und anschließend die nähere Umgebung, bis... ...
Leider hatte das Tagebuch an dieser Stelle einen Schaden. Der alte Übersetzer meinte jedoch, auf einem Fetzen das Wort "Freude" und "Schatz" erkannt zu haben. Ebenso erwähnt eine weitere schadhafte Seite die Passagen "ging den Weg zurück", "Markierung", "Wegpunkte". Konnte es wirklich sein, dass Ritter Hasenfuß den Weg auf dem Heimweg markiert haben sollte? In der darauffolgenden Zeit gelang es ihm mit Hilfe einiger mutiger Dorfbewohner den Drachen zu vertrieben - aus Angst vor Dieben verriet er jedoch vorerst niemandem das Versteck des Drachengoldes.
Der Rest des Tagebuches gab nicht mehr viele Informationen preis. Scheinbar war Ritter Hasenfuß noch einmal am Schatz gewesen, um den Dorfbewohnern ihre Besitztümer wiederzubringen. Leider hatten diese aus Angst in der Zwischenzeit ihre Güter verlassen. Somit versteckte der Ritter die übrige Drachenbeute im Wald an der Handelsstraße für "dunkle Sachen" und hinterließ in der alten Schatzkammer des Drachen einen Hinweis.
So liegt das Geheimnis des Drachenwaldes noch heute unentdeckt. Warum ich nicht selbst versuche, den Schatz zu finden?
Ganz einfach - ich habe zuviel Angst. Vielleicht lebt dort ja doch noch ein Drache? Warum raschelt und knackt und plätschert es immer so im Wald?
Vielleicht findet sich unter euch ein Mutiger, der sich auf den langen Weg macht (der Weg ist nichts für kurze Knappenbeinchen, halbwüchsige Knappen können ihren Tretesel nehmen, was im Übrigen auch eine Empfehlung für ausgewachsene Ritter ist) und den Schatz hebt... und vielleicht auch den Hinweis auf das versteckte Gold des Ritters findet (Bonus-Cache). Als Hilfe lege ich euch die übersetzte Karte hier ab. Am Rosa Stern sollte der Startpunkt des Weges sein.
Die T-Wertung kann je nach Wetter schlechter (auf dem Weg zur Tränke) sein. Auf jeden Fall ist festes, halbwegs wasserdichtes Schuhwerk und nicht der feinste Ausgehzwirn empfehlenswert. Tretesel nach Augenmaß benutzen (man sieht wenn man absteigen sollte).
Schaltet bitte immer erst den Kopf ein, es muss kein Naturschutzgebiet betreten werden, und auch nicht in unittelbarer Wassernähe gesucht werden! Passt an der Tränke, der Futterstelle und am Final besonders auf eure Kinder auf (Wasser!). Hinterlasst alles so, dass die Natur in diesem Wald fortbestehen kann. Nutzt die Hinweise/Spoiler, da der GPS-Empfang zu wünschen übrig lässt. Und nun viel Spass und ich hoffe, ihr mögt diesen Wald genauso wie ich...