Die Thamsbrücker Obermühle
Die ersten Angaben stammen aus dem Jahre 1587. Der
Mühlenbesitzer war zu dieser Zeit Caspar von Berlepsch. 1684 wurde
die Mühle neu erbaut. 1738 wird als Mühlenbesitzer Christian-Ernst
Jüngling genannt und er führte in diesem Jahr erneut Baumaßnahmen
durch. Dabei entwickelte sich ein Streit (in den
Geschichtsunterlagen sogar als Horror bezeichnet) mit dem Besitzer
der Thamsbrücker Untermühle, da die Baumaßnahme zu Störungen im
Wasserlauf geführt hatte. Am 21. März 1847 entstand in der Mühle
ein Brand, der zu einer großen Gefahr für Thamsbrück wurde. Die
Veränderung der Windrichtung und der Einsatz der Feuerwehren aus
Thamsbrück und Langensalza verhinderte größere Schäden. Im
Adressbuch von 1880 ist als Mühlenbesitzer ein Wilhelm Meister
verzeichnet.
Anschließend kaufte Adolf Doppleb die Mühle und später wird
dessen Sohn Dankmar Doppleb sein Nachfolger. Im Mühlgarten betrieb
dieser eine ausgedehnte Geflügelzucht. Er beschäftigte einige
"Geflügelfräuleins". Scheinbar war die Geflügelzucht aber
unrentabel. Die Belastung war so groß, daß die Mühle zu Beginn der
30er Jahre des 20. Jahrhunderts verkauft werden mußte.
Als neuer Mühlenbesitzer zog Otto Birke ein. Er betrieb
ausschließlich die Lohnmüllerei. Nach dem Tod von Herrn Birke
führte dessen Ehefrau die Mühle noch einige Jahre weiter. Zu
Lebzeiten des Otto Birke ließ dieser neben dem Mühlrad Turbinen zur
Stromerzeugung einbauen. Der überschüssige Strom wurde in das
öffentliche Netz eingespeist. Anfang der 60er Jahre des 20.
Jahrhunderts wurde die Mühle von der LPG „Karl Marx“
übernommen und genutzt.
Zwischenzeitlich übernahm ein Herr Graf die Mühle, schlachtete
sie aus und verkaufte auch die Turbinen. Nach der Wende erwarb ein
Bürger aus den alten Bundesländern das Turbinenhaus, baute wieder
Turbinen ein und erzeugt Strom, den er an die TEAG verkauft.
Leider verfällt die Mühle immer mehr und bietet so keinen
schönen Anblick.