In der Nacht vom 22. auf den 23. März 1944 flog die RAF einen verheerenden Angriff auf Frankfurt am Main. Mehr als 700 Bomber legten die Altstadt in Schutt und Asche, mehr als 1.000 Tote waren zu beklagen. Der Bomberverband flog über die Nordsee ein, unterwegs spalteten sich zwei kleinere Gruppen mit dem Ziel Ostsee (wo Seeminen verlegt wurden) und Berlin (kleinerer Störangriff), wodurch die deutschen Nachtjagdverbände ebenfalls aufgetrennt wurden.
Der III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 3 aus Stade gelang es jedoch, den Bomberstrom zu erreichen und in diesen einzudringen. Dabei gelangen Hauptmann Paul Zorner am Steuer seiner Messerschmidt BF 110 zwei Abschüsse. Der erste war eine Lancaster Mark III mit der Werknummer ND 645, deren Tanks er in Brand schoß.
Die brennende Maschine stürzte mit voller Bombenlast unterhalb des Klosters ab, wo die geladene Luftmine explodierte. Dadurch entstandene schwere Schäden an den Gebäuden des Klosters, zumal auch Brandbomben aus dem Wrack in die Gebäude geschleudert wurden. Die Pächterfamilie Lyncker wurden noch in der selben Nacht evakuiert.
Zwei der Besatzungsmitglieder, der Pilot Rowe und der Bombenschütze Grant, konnten mit dem Fallschirm abspringen und gerieten in Kriegsgefangenschaft.
Erst im Frühjahr zeigte sich für die Lynckers eine weitere Spätfolge: die anliegenden Wiesen waren mit kleinsten Aluminiumsplittern des explodierten Bombers übersäht, die von den weidenden Kühen gefressen wurden und zum Tod einiger Tiere führten. Durch die Hitlerjugend wurde die Wiese dann von den Splittern gesäubert. Noch heute kann in dem umliegenden Wald keine Forstwirtschaft betrieben werden, da die Bäume mit Metallsplittern gespickt sind, die jedes Sägeblatt zerstören.
Heute sieht man an dieser Stelle einen ungewöhnlichen (aber zugegebenermaßen unspektakulären) Geländeeinschnitt, der von jungen Bäumen bewachsen ist - erwartet nicht zuviel!
Den Cache findet ihr unter dem umgestürzten Baum - dort, wo er einen anderen Baum zerschmettert hat..
Quelle: Mirko Mank - Vergilbte Akten Verglühtes Metall, Band 1, Burgwald-Verlag, 2007