Es war einmal an einem windigen Abend am Rande einer hübschen Thüringer Kleinstadt, als der Fuchs geschafft von der Arbeit nach Hause kam. Ihm blieb keine Zeit zum Verschnaufen, denn schon stürmte der Hase auf ihn los, umarmte ihn selig und bettelte, dass man gemeinsam endlich etwas spiele. So verbrachten die beiden den Abend, bauten mit Klötzchen einen Turm, lasen gemeinsam ein Buch und aßen Abendbrot. Nachdem der Fuchs den Hasen noch in der Badewanne eingeseift, ihn hinterher das Fell gefönt und ihm beim Zähneputzen geholfen hatte, war es für das kleine Langohr eigentlich Zeit für's Bett. Wenn da nicht das allabendliche Problem gewesen wäre...
„Bitte, bitte, Fuchs, bleib noch ein bisschen an meinem Bett sitzen, ich kann noch nicht einschlafen und bin ja noch gar nicht müde!“ Der Fuchs seufzte, eigentlich wollte er gern in Ruhe in die Zeitung schauen, „Na gut, ich erzähle Dir noch eine Geschichte, Hasi, aber dann versuchst Du einzuschlafen. Welche Geschichte möchtest Du denn gern noch hören?“ „Eine von Ruena! Eine Geschichte von Ruena, wie er wieder durch den Wald wandert und Kistchen sucht! Die sind immer spannend, weil Ruena dabei meistens irgendwas Gruseliges erlebt, seine Fitness beweisen muss, irgendwen trifft oder ein Abenteuer zu bestehen hat.“ „Hasi,“ sagte der Fuchs, „jeden Abend willst Du eine Heldengeschichte von Ruena hören, wie wäre es denn mal mit etwas anderem?“ „Neieieien,“ heulte der kleine Hase los, „ich brauche eine Ruena-Geschichte zum Einschlafen! Bitte, die von Ruenas erstem Multi-Cache.“ „Die kennst du doch in- und auswendig, bis auf die letzte Zahl vom GC-Code.“
„Stimmt,“ gab der Hase zu, „mit GC-Codes habe ich rechnen gelernt. Zum Beispiel indem ich aus dem GC-Code von Ruenas allererstem Fund überhaupt die Ziffern in zwei Zahlen gespalten habe. Die ersten beiden Ziffern minus die dritte ergibt... “
„Verschone mich!“, stöhnte der Fuchs, der nach seinem anstrengenden Arbeitstag keine Lust mehr auf Zahlenspielchen hatte, „Ich erzähle Dir jetzt einfach von Ruenas erstem Tradi-Cache. Also, es war Sommer und...“ „Nein, falsch,“ krähte der Hase dazwischen, „es kann nicht Sommer gewesen sein.“ „Wann denn dann, ich meine, in welchem Monat war das eigentlich?“ sinnierte der Fuchs.
„Also, lieber als die Geschichte von Ruenas erstem Tradi, höre ich die von Ruenas erstem selber gelegten Geocache. Der liegt auch an einem feinen Ort,“ plapperte der Hase. „Na schön, und in welchem Monat wurde der von Ruena gelegt?“ wollte jetzt der Rotpelz wissen.
Aber der kleine Hase hörte der Frage gar nicht richtig zu. „Ich hab's,“ rief er aus, „Ruena ist doch auch wissbegierig und hat schon etliche Earthcaches gelöst. Und Ruenas erster Earthcache, dessen Geschichte möchte ich gern hören.“ „Also gut,“ räumte der Fuchs ein, froh, endlich diese Frage geklärt zu haben. Der Hase kuschelte sich in seine Bettdecke ein und der Fuchs begann zu erzählen. „Weit, weit entfernt im tiefen Niedersachsen gab es einen Owner, der dachte sich-“ Und schon wieder unterbrach der Hase den Erzählfluss, „Dieser Earthcache-Owner hat doch so einen lustigen Namen, ein bisschen scharf und ein bisschen Tintenlöscher. Wie viele unterschiedliche Buchstaben kommen eigentlich in seinem Namen vor?“
„Hasi! Möchtest Du nun die Geschichte hören oder nicht?“, langsam reichte es dem Fuchs, er sehnte sich nach seinem Lesesessel und war mittlerweile auch recht müde geworden. „Ach Füchslein, sei nicht sauer. Ruenas erster Earthcache ist aber so schrecklich weit weg, ich glaube, ich möchte doch lieber von Ruenas erstem selbst versteckten Multi-Cache hören, der liegt gar nicht so weit entfernt von hier.“ „Du meinst den mit dem Wortspiel im Titel?“ fragte der Fuchs, „Richtig? Aus wie vielen Wörter besteht doch gleich der Cache-Name?“
Da gähnte der Hase herzhaft, „Fuchsi, erzählen wir morgen weiter, ja?“ „Na klar,“ sagte der Fuchs, „träum was Schönes. Vielleicht kommt Ruena ja demnächst wieder in unsere Gegend und dann gibt es eine neue Geschichte von einem neuen gefundenen Geocache.“ „Das wäre schön,“ murmelte der Hase und war schon fast eingeschlafen, „Gute Nacht, Fuchsi.“ „Gute Nacht, mein Hase.“
Der Fuchs gab dem Hasen noch ein Küsschen, dann ging er kurz vor die Tür, um Frischluft zu atmen. Das belebte ihn ein wenig. „Schade, dass die Bank hier verschwunden ist. Sie wäre sonst auch ein guter Ort gewesen, um für Ruena einen Hinweis auf einen Cache unterzubringen. Im kleinen Wäldchen dahinter findet sich bestimmt ein schönes Versteck.“ Dann musste der Fuchs lächeln, er war schon genauso eifrig wie der Hase, wenn es um Ruenas Geocaching ging. Er schüttelte den Kopf über sich selbst, ging zurück in seinen Bau und schloss die Tür hinter sich.