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Erdfälle - Die Liebenröder Trichterseen (MB7) EarthCache

Hidden : 1/12/2012
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

Erdfälle - "Die Liebenröder Trichterseen"


Ein Erdfall oder eine Doline, ist eine geschlossene Eintiefung des Geländes in Karstgebieten. Sie kann zylindrisch, konisch oder schüsselförmig sein. Ihr Durchmesser kann einige Meter oder bis zu einigen hundert Metern betragen. Obwohl die beiden Begriffe Doline und Erdfall grundsätzlich verschiedene Dinge beschreiben, ist es für den Laien nicht möglich sie aufgrund des Aussehens zu unterscheiden. Deshalb wurden sie hier auch zusammengefaßt.

Was ist Karst?



Karst ist das "Vorwiegen der unterirdischen Entwässerung". Mit diesem, den Landschaften Kroatiens entstammenden Wort werden Gebiete beschrieben, in denen das Niederschlagswasser nicht (mehr) oberirdisch abläuft und die Flussbetten die meiste Zeit des Jahres trocken daliegen. Ursache ist das Vermögen bestimmter Gesteinsarten, sich in Wasser aufzulösen: Kalkstein (Kalziumkarbonat), Dolomit (Kalzium - Magnesium - Karbonat), Gips (Kalziumsulfat) und Steinsalz (Natriumchlorid). In den meisten Karstgebieten ist es der Kalk, am Südharz jedoch neben dem Dolomit der Gips, der sich - gegenüber Kalk - um das 100-fache leichter aufzulösen vermag: 2 Gramm Gips werden in 1 Liter Regen- oder Grundwasser gelöst! Hohe und ausgeglichen verteilte Niederschläge (ca. 800 mm im Jahr am südwestlichen Harzrand) begünstigen die rasche Verkarstung. Durch die für den Karst typische Bildung von leistungsfähigen Quellen, wie z.B. in Förste (Schüttung:15 Millionen Kubikmeter im Jahr), kann das mit dem gelösten Gestein beladene Wasser rasch abfließen. Die Rhumequelle (62 Mio Kubikmeter) führt so jährlich 40.000 Tonnen Gips und 17.000 Tonnen Kalk aus dem Südharz und über die Weser bis in die Nordsee! Die Folge: unzählige Hohlräume entstehen in der Tiefe (10 - 200 m), viele stürzen ein, wenn sie allmählich zu groß werden und hinterlassen Einsturztrichter an der Oberfläche, im Landkreis Osterode am Harz allein 10.000 solcher Erdfälle! Und jährlich kommen bis zu 10 neue dazu.

Folgende Karsterscheinungen treten auf:


Karsterscheinungen

Abbildung 1: Karsterscheinungen


Dolinen/Erdfälle



Wenn eine Doline Verbindung zu einem Höhlensystem hat, verschwindet das Niederschlagswasser in dieser Höhle. Allerdings kann eine solche Hohlform durch das entstehende Verwitterungsprodukt, den Lehm, verstopft werden. Dann entsteht ein See, was in Karstgebieten ohne stehende oder fließende Gewässer recht außergewöhnlich ist. Dies ist bei den Liebenröder Trichterssen auch der Fall.

Der Name Doline stammt von dem Wort dolina, dem slovenischen Wort für Tal. So werden in der slovenischen Umgangssprache die dort sehr häufigen Hohlformen auf Grund ihrer Form genannt.

Es gibt zwei verschiedene Mechanismen für die Entstehung von Dolinen:

  • Lösungsdoline: Lösung des Gesteins Die korrosive Lösung des Gesteins durch Regenwasser ist im Bereich eines Spalts, der dem Wasser das Eindringen in den Gesteinskörper erlaubt sehr hoch. Dadurch entsteht die typische Schüsselförmige Vertiefung einer Doline.
  • Einsturzdoline: Einsturz eines Hohlraums Wenn eine Höhle wächst, kann ein Punkt erreicht werden, bei dem die Decke nicht mehr stabil genug ist um dem auf ihr lastenden Gebirgsdruck Stand zu halten. Das führt zu (häufig mehreren) Einstürzen des Daches, die in der Regel zu einem Domartigen Dach des Hohlraums führen, das dem Druck deutlich besser standhält.


Die Verwitterung des Kalkgesteins hinterläßt, je nach Reinheit des Gesteins, größere Mengen Lehm. Dieser Lehm ist wasserdicht und kann die Hohlform abdichten, so dass ein See oder Moor auf der ansonsten Wasserlosen Karsthochfläche entsteht.

Wenn die Auswirkungen des Einsturzes die Oberfläche erreichen, insbesondere also, wenn die Höhle in Oberflächennähe liegt, entsteht ein Erdfall. Häufig ist dieser Einturz ein natürlicher Zugang zur Höhle.

Die Doline entsteht durch Lösung des Gesteins an der Erdoberfläche. Der Erdfall ist auf den Einsturz eines darunterliegenden Hohlraumes zurückzuführen. Häufig handelt es sich jedoch um eine Mischform dieser beiden Entstehungsarten.


Die Liebenröder Trichterseen



Bei den Liebenröder Trichterseen handelt es sich um 5 bzw. 6 wassergefüllte Erdfälle zwischen den Ortschaften Liebenrode und Steinsee. Sie sind heute alle zugeschlämmt, der Tiefste (Röstesee) erreicht bei hohem Frühjahrswasserstand eine Tiefe von etwas über 9 m. Das Wasser ist aufgestautes Niederschlagswasser, welches sich auf der Oberfläche sammelt. Es steht mit Wässern der Tiefe nicht mehr in Verbindung. Es handelt sich um folgende 6 Seen:

  • Röstesee
  • Möchsee
  • Grubenloch
  • Opfersee
  • Wiedertäuferloch
  • Creissloch oder Kreisloch

Karte

Abbildung 2: Übersichtskarte der Seen


Röstesee

Der Röstesee ist einer der sechs großen Wassergefüllten Erdfälle zwischen Liebenrode und Steinsee. Der Röstesee ist heute eine flache, zugeschlämmte Wanne. Bei Frühjahrswasserstand beträgt seine größte Tiefe 9,1m. Es handelt sich um Niederschlagswasser, welches sich auf den tonigen Zersatzprodukten des Buntsandsteins staut. Verbindungen zu Tiefenwässern bestehen nicht.

Röstesee Januar 2012

Abbildung 3: Röstesee im Januar 2012


Mönchsee

Der Mönchsee ist einer von sechs großen Wassergefüllten Erdfälle zwischen Liebenrode und Steinsee. Die Auslaugung lösungsfähiger Sulfatgesteine des Zechsteins erfolgte in mindestens 50m Tiefe. Die bei der Auflösung entstandenen Hohlräume brachen zusammen und bildeten an der Erdoberfläche Erdfälle. Diese verstürzten und verschlämmten sehr schnell. Bei hohem Frühjahrshochwasser ist der Mönchsee vier Meter tief. Er hat einen ebenen Grund ohne Ausbildung von Unregelmäßigkeiten. Das Wasser ist Niederschlagswasser, welches sich auf dem tonigen Verwitterungsprodukt des Buntsandsteins staut. Mit dem Wasser in der Tiefe haben die Erdfallseen keine Verbindung mehr.

Mönchsee Januar 2012

Abbildung 4: Mönchsee im Januar 2012


Grubenloch/Opfersee

Grubenloch und Opfersee sind morphologisch ineinander übergegangen. Es handelt sich nur um flache Wannen von wenigen Metern Tiefe.


Niveauunterschiede der Wasserspiegel

Abbildung 5: Niveauunterschiede der Wasserspiegel


Opfersee Januar 2012

Abbildung 6: Opfersee im Januar 2012


Wiedertäuferloch

Südlich vom Opfersee und Grubenloch liegt das Wiedertäuferloch, welches nicht vom Karstwanderweg berührt wird. In den ersten Tagen des Junis 1535 wird die Stadt Nordhausen von Reichs wegen aufgefordert, sich an der Ausrottung der Ketzer in der Stadt Münster zu beteiligen. Da aber bereits ab 23. Juni 1535 die Wiedertäuferbewegung in Münster zerschlagen wurde, brauchte die Stadt Nordhausen sich um diese Aufforderung nicht weiter zu bemühen. Ob im See Wiedertäufer aus dem Südharzgebiet getauft bzw. ertränkt wurden, liegt noch im Dunkel der Geschichte.

Kreisloch

Das Kreisloch ist heute nicht mehr zu sehen. Die Erosion hat es im Laufe der Zeit immer kleiner werden lassen. Nach Eckstorm ist das Kreisloch ca. 1531 eingebrochen.



Fragen/Aufgaben

Beantwortet an den angegebenen Koordinaten die folgenden Fragen.

Ein Foto von Euch an den Seen wäre schön, ist aber keine Pflicht.


  1. Begebt euch zum 1. Referenzpunkt (N 51° 32.262 E 010° 38.254) Was ist hier verboten?
  2. Begebt euch anschließend zu Referenzpunkt 2 (N 51° 32.247 E 010° 38.624 ) Wie groß ist der Wasserspiegelunterschied zwischen dem Möchsee und dem Grubenloch?
  3. Welches Gestein befindet sich oberhalb des Gips bzw. des Zechsteins?
  4. Begib dich nun zwischen Referenzpunkt 3 und 4. Was wurde hier als "Geländer" bzw. als Absperrung verwendet? (zwischen N 51° 32.253 E 010° 38.729 und N 51° 32.269 E 010° 38.757)
  5. Bei Refenzpunkt 5 angekommen, stehts du bei der Verbindung des Opfersees mit dem Grubenloch. Wie breit ist Verbindung ungefähr? Die Breite entspricht in etwas der Länger der Brücke. (Angabe in Meter oder Schritten) (N 51° 32.269 E 010° 38.800)
  6. Rechts neben der Informationstafel findet ihr ein weiteres Schild vom Karstwanderweg. Welche 2 Worte stehen dort? (N 51° 32.177 E 010° 38.738)


Sendet eure Antworten mit Betref "EC Erdfälle - Die Liebenröder Trichterseen" an:
Email
Ihr könnt sofort loggen, wenn etwas nicht stimmt, melde ich mich umgehend.



Noch ein paar Hinweise:

Da die meisten Informationen von den Informationstafeln vor Ort auch im Internet zu finden sind, war der Reviewer so nett auch ein paar andere Fragen zuzulassen, da die Dolinen auf alle Fälle sehr sehenswert sind. Vielen Dank an dieser Stelle.

Bleibt bitte auf den Wegen, alle Informationen sind in unmittelbarer Nähe zu diesen zu finden.

Empfohlen sind festes Schuhwerk und Kleidung die dreckig werden kann, da es vor Ort, je nach Wetter, schlammig sein kann.



Vielen Dank auch an Herrn Tront von karstwanderweg.de für die Nutzungsrechte an den Bildern.


Viel Spass und Happy Caching
wünscht MaRk_BeNsCh!



Quellen:

Abbildungen:
1 & 2 - http://www.Karstwanderweg.de
5 - Informationstafel vor Ort
Text:
- http://www.karstwanderweg.de/
- http://www.showcaves.com/german/explain/Karst/Doline.html
- Informationstafeln vor Ort

Additional Hints (No hints available.)