Riesig groß und eisig kalt
Einst war er eines der größten Gewässer Mitteleuropas, heute ist nicht mehr viel davon zu sehen. Der Rosenheimer See bedeckte zum Ende der Würmeiszeit weite Teile Südostbayerns und fand hier an den Innleiten in Wasserburg sein jähes Ende.

Entstanden ist der Rosenheimer See, als sich der Inngletscher vor 25.000 Jahren wie ein gigantischer Mörser aus dem Inntal in den weichen Boden des Voralpenlandes gegraben hat. Dabei schürfte die Gletscherzunge ein riesiges Stammbecken in die weichen Gesteine der voralpinen Molasse, das Rosenheimer Becken, das im Norden bis an die Endmoränenwälle bei [heute] Wasserburg am Inn reichte.
Nach dem Ende der Eiszeit füllte sich das Rosenheimer Becken mit dem Wasser des Inns, das durch die Endmoränenwälle zurück gestaut wurde. Der größte Stammbecken-See nördlich der Alpen war entstanden.

Geologen am bayerischen Landesamt für Umwelt schätzen die Größe des Gewässers auf die des heutigen Bodensees. Der Grund, warum dieser noch existiert, sein Pendant bei Rosenheim aber von der Landkarte verschwunden ist, ist simpel: Mit der Zeit füllte sich das Rosenheimer Becken mit dem Geschiebe der Alpenflüsse, bis zum Schluss von der einstigen Tiefe von 300 Metern nur noch klägliche 20 Meter übrig waren.
Die Entstehung der Innschleife
Den "Todesstoß" erhielt der Rosenheimer See letztendlich jedoch vor etwa 12.000 Jahren durch den Inn. Durch die harten Gesteinsformationen der heutigen "Innleiten" wurde der Fluss aus seinem bis dorthin sehr strikten Süd-Nord-Verlauf zuerst nach Osten, dann wieder nach Westen abgelenkt, tiefte sich dadurch weit in die Schichten der oberen Süßwassermolasse ein und durchbrach schließlich nördlich von Wasserburg den Endmoränenwall.

Legende: gelbe Linie = Verlauf der Endmoräne, blaue Linie = Durchbruch des Inn
Dabei lief der See im wahrsten Sinne des Wortes gänzlich aus. Nur der heutige Simssee blieb als Überrest des Stammbeckens bestehen. Geologen vergleichen den Durchbruch des Inns bei Wasserburg mit einem "Stöpsel, den man aus einer Badewanne zieht".
Nach dem "Auslaufen" des Rosenheimer Sees tiefte sich der Inn immer weiter in die weiche Molasse ein und schuf so im Laufe der Jahrtausende eine fast vollständig (zu 7/8) umflossene Halbinsel, die nur über eine schmale Landzunge erreichbar war und auf der im 11. Jahrhundert die heutige Stadt Wasserburg am Inn errichtet wurde.

Die gigantischen Endmoränenwälle am nördlichen und östlichen Ufer des Inns (im Bild oben am Ufer des Inns gut zu erkennen) sind Zeitzeugen dieser geologischen Entwicklung.

Im weiteren Verlauf des Inns sind bis Mühldorf unzählige weitere Innschleifen auf dieselbe erdgeologische Entwicklung zurückzuführen, die markanteste und geologisch bedeutsamste Schleife ist und bleibt jedoch die Innschleife Wasserburg.
Quellen: www.wikipedia.de, Infotafel der Stadt Wasserburg am Inn
Die Aufgaben:
Vom Parkhaus führt ein kurzer Weg (Beginn am Trailhead) zum Aussichtspunkt am Kellerberg. Von hier bietet sich ein schöner Blick über die Innschleife mit der Altstadt von Wasserburg.
Am Aussichtspunkt findest du bei Stage 1 eine Infotafel zur Enstehung der Innschleife.
1. Welche Größe hatte der Rosenheimer See?
ACHTUNG: Die hier angegebene Größe weicht von den im Internet angegebenen 420 km2 ab!
2. Welche Höhe erreichte das "Ölkofener Stadium" hier bei Wasserburg?
3. Wie viele Hangabrisse (im nachfolgenden Bild beispielhaft gelb umrandet) kannst du von deinem Standort am Kellerberg in der Endmoräne erkennen?

4. Notiere die auf deinem GPS angegebene Höhe deines Standortes. Das Ergebnis ist für die Lösung von Aufgabe Nr. 6 erforderlich und braucht nicht als Antwort an mich übermittelt werden.
Begib dich nun zum Referenzpunkt auf der Innbrücke.
Auf seinem Weg von Österreich nimmt der Inn tonnenweise feinste Gesteinssedimente mit auf seinen Weg. Dadurch wird die Molasse hier an der Innschleife Wasserburg immer weiter ausgeschliffen, der Fluss "frisst" sich kontinuierlich tiefer in sein Bett.
5. Bestimme anhand der folgenden Farbtabelle die charakteristische Farbe des Inns bei normalem Wasserstand (zwischen 1,00 Meter und 2,50 Meter).

Sofern der Wasserstand des Inns über oder unter Normalwasser liegt, gib bitte zusätzlich zur Angabe der dann festzustellenden Farbe auch den Pegelstand des Flusses an.
HINWEIS: Eine digitale Pegelanzeige (Pegelhaus) kannst du von der Brücke aus in einer Entfernung von ca. 200 Metern flussabwärts am rechten Innufer erkennen (Peilung vom Referenzpunkt Brücke: 125°)
Gehe weiter zum Referenzpunkt am Innufer. Du befindest dich nun am Fuß der Endmoräne.
6. Bestimme die Höhe der Endmoräne anhand des Höhenunterschiedes zwischen deinem Standort am Inn (Höhe über NN auf deinem GPS) und dem Aussichtspunkt am Kellerberg (Wert aus Aufgabe 4).
Die Lösung:
Schicke die Antworten auf die Fragen über die Kontaktdaten in meinem Profil. Du kannst daraufhin den Besuch des Earthcaches gleich loggen. Sollten die Fragen falsch beantwortet sein, werde ich mich mit dir in Verbindung setzen.
Logeinträge ohne Beantwortung der Fragen werden von mir ohne Nachfrage gelöscht!
Es wäre schön, wenn du ein Foto von dir mit GPS am Aussichtspunkt, auf der Innbrücke oder am Inn einstellen würdest, dies ist allerdings keine Logbedingung.