Der "
Polster", so wird der markante Berg östlich des Präbichlpasses genannt, befindet sich in einem geologischen und montanhistorischen äußerst interessanten Gebiet. Das alpine Gelände östlich des Polsters, im Bereich der Leobner Hütte, macht Geologie sichtbar.
Die Wanderung ist zwischen 5 und 6 km lang (je nach Rückweg). Plane mit Pausen mindestens zweieinhalb Stunden ein.
Dort befindet sich eine erdgeschichtlich und geologisch wichtige Grenze. Hier stoßen das Erdaltertum und das Erdmittelalter zusammen. Die Gesteine aus dem älteren Teil sind im Bereich des Polster zwischen 450 und 390 Millionen Jahre alt, ein Geologe würde sagen vom
Ordovizium bis in
Devon. Die jüngeren Gesteine sind vor ca. 250 Millionen Jahre abgelagert worden. Diese tektonische Grenze trennt diese Beiden Einheiten nämlich eine paläozoischen und eine mesozoischen "Decke". Zwar passt der Name "Decke" gut zum "Polster" aber das ist nur Zufall. In Wahrheit sind tektonische Decken flache oder verformte Gesteinseinheiten die viele hunderte Quadratkilometer große Ausdehnungen haben können und sind oft über lange Strecken verfolgbar. Die Unterschiede zwischen der paläozischen Decke der erzreichen Eisenerzer Alpen (
Grauwackenzone) und der mesozoischen Decke des Hochschwabs (Oberostalpin, nördliche Kalkalpen) sind mit dieser kleinen Wanderung gut zu erkennen. Mit diesem Earth Cache wirst du die Möglichkeit haben die Gesteine aus den beiden großen erdgeschichtlichen Zeitaltern auch direkt zu entdecken.
Ausgangspunkt ist der Parkplatz bei der Latschenstuben am Laufweg. Der Laufweg wurde früher zum Erztransport verwendet. Der Laufweg ist auch mit dem Postbus, Station Präbichl, erreichbar.
Parkplatz N 47° 31.162' E 14° 58.011' Folge den markierten Weg zur Leobner Hütte.
1. Station: N 47° 31.692' E 14° 58.438'
Diese Wiese ist noch im Bereich der Grauwackenzone, also im Erdaltertum (
Paläozoikum). Hier findest du sehr auffällige,
bunte Gesteine die aber viel jünger sind als die umliegenden Gesteine.
Fragen:
1. Beschreibe diese Gesteine: Farbe, Korngröße, Festigkeit/Härte etc.
2. Versuche herauszufinden wie man diese Art von Gestein bezeichnen würde.
3. Wie könnten diese jüngeren Gesteine zu den alten Gesteinen gekommen sein?
Halte dich links und folge den Weg weiter Richtung Leobner Hütte (man sieht diese schon am Ende der Materialseilbahn über den Abhang thronen. Nun geht es etwas steiler Richtung NNO hinauf. Hier kommst du bei sehr alten Kalken aus der Grauwackenzone vorbei (N 47° 31.866' E 14° 58.514'). Nach eine Linkskurve Richtung Westen kommst du in ein Gebiet mit einem ganz unterschiedlichen Gestein.
2. Station: ab N 47° 31.998' E 14° 58.758'
befindest du dich in den
Werfener Schichten, die im Erdmittelalter (
Mesozoikum) abgelagert wurden. Folge diesen Weg weiter Richtung Leobner Hütte. Richtung Norden wirst du die schroffen Felswände der Vordernberger Grießmauer erkennen können. Wenn du Glück hast, siehst du auch Gämse herumspringen.
Frage:
4. Warum ist dieses, etwas violettes Gestein sehr feinkörnig? Vielleicht findest du eine Erklärung. 5. Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Landschaftsform und der Festigkeit dieses Gesteins?
Folge den Weg weiter Richtung Leobner Hütte. Bei N 47° 32.075' E 14° 58.472' werdet ihr eine geologische Besonderheit erkennen. Eine
Doline. Vermutlich wurde ein Salzstock unterhalb herausgewaschen und der Boden hat nachgegeben.
Hinweis: Die Doline ist auch auf Satellitenbildern erkennbar.
Das
Ziel ist die
Leobner Hütte N 47° 31.986' E 14° 58.326'. Auf dem Weg dorthin kommst du wieder aus den Werfener Schichten heraus und begibst dich wieder in das Erdaltertum (
Paläozoikum). Bei der Leobner Hütte (leider nicht mehr bewirtschaftet) kannst du dann ausgiebig Rast machen und den Ausblick genießen.
Von hier aus kannst du die auffälligen Unterschiede zwischen den Kalken der Eisenerzer Alpen (rechts, Richtung SO bis W) und den Kalken der nördlichen Kalkalpen (links, Richtung SW bis W) erkennen.
Die Leobner Hütte hat eine lange Geschichte und Tradition und ist ein beliebtes Ausflugsziel der einheimischen Bevölkerung. Das Bauwerk war ursprünglich ein Berghaus mit einem eigenen Stollen der später der Trinkwasserversorgung diente. Das Haus wurde 1926 vom Alpenverein erworben und ausgebaut. Die Hütte ist Ausgangspunkt vieler interessanter Wanderungen und Klettertouren. Aufgrund einer fehlenden Kanalleitung und mangelhafter Sanitäreinrichtungen wurde die Hütte vor einigen Jahren geschlossen und ist seither nicht mehr verpachtet.
Spuren des Erzabbaus sind südlich der Leobner Hütte gut zu erkennen. Eine Hinweistafel gibt dir Aufschluss über die geologische Situation und auch über die Geschichte des Erzabbaus. Hinter der Leobner Hütte befinden sich Felsen die die genaue Deckengrenze markieren, aber das ist etwas für Spezialisten.
Hier noch eine
Frage, die ihr aber leicht beantworten könnt, wenn ihr die Hinweistafel gelesen habt:
5. An welche Gesteine sind diese Erze gebunden?
Nach dieser anstrengenden Tour kannst du entweder den gleichen Weg zurückgehen, über den anstrengenden "Knappenweg" zurück zum Präbichl oder wer abenteuerlustig ist, den kürzesten, aber eher gefährlichen Weg (Achtung nach oder bei Regen sehr rutschigen) am Hang unterhalb der Leobner Hütte folgen. Hier kommt ihr bei alten Stollen und Erzabbauhalden vorbei.