Das Hallerdenkmal
Der Cache befindet sich an einem schicksalsträchtigen Ort, dem Passelsdorfer Steig. Dort wurde am 28. April 1945, 6 Tage nach der Besetzung Nabburgs durch die Amerikaner der damalige Bürgermeister Josef Haller (1896 – 1945) heimtückisch ermordet. Der Mord wurde bis heute nicht aufgeklärt. Alle Nachforschungen waren ohne Erfolg.
Es ließ sich nur folgender Sachverhalt feststellen:
Josef Haller blieb auch unter den Amerikanern weiter im Amt, weil die Nabburger ihrem Bürgermeister nur gute Zeugnisse ausstellten.
Am Tag des Mordes drangen 3 Soldaten in amerikanischer Uniform in die Amtsstube des Bürgermeisters ein und holten ihn unter dem Vorwand, die Quellwände der Nabburger Wasserleitung zu besichtigen mit einem Jeep ab. Josef Haller wurde damals im Jeep hinten sitzend von einem Bauern namens Michael Kreckl aus Passelsdorf gegen 9.30 Uhr beim Heumannhaus (ehemaliges Altenheim) gesehen. Der Bauer wollte in der Stadt Besorgungen machen, wurde jedoch am Obertor darauf aufmerksam gemacht, dass Ausgangssperre sei und er schleunigst wieder umkehren müsse. Also machte er sich auf den Heimweg. Als er gegen 10.45 Uhr auf die Kemnather Straße kam sah er die Fahrspur am Weg nach Passelsdorf. Dort am Waldrand lag Josef Haller, mit ausgestochenem Auge, getötet durch 2 Schüsse. Unterwegs hatte der Bauer eine Frau getroffen, die ihm erzählte, dass sie 2 Schüsse gehört habe und den Militärjeep ohne Josef Haller in Richtung Nabburg zurückgefahren sei.
An dem Trauergottesdienst und der Beerdigung am 3. Mai 1945 durften nur die nächsten Angehörigen teilnehmen. Traurige Ironie des Schicksals: Anton Haller, Sohn des Ermordeten, kehrte an diesem Tag aus dem Krieg zurück. Als er sich der Stadt näherte hörte er die Glocken läuten und fragte den Bahnposten nach dem Grund. Man antwortete ihm: „da wird Bürgermeister Haller begraben“.
1955 – zehn Jahre nach dem heimtückischen Mord errichtete die Stadt Nabburg nach einem Entwurf des heimischen Künstlers Karl Schmidt an der ehemaligen Mordstelle „Passelsdorfer Steig“ ein Denkmal, das Hallerdenkmal.
Die Inschrift lautet: „Am 28. April 1945 fiel hier Josef Haller, Bürgermeister der Stadt Nabburg, durch Mörderhand“
(alle Infos aus: Ernst Dausch, Nabburg)