In Libbesicke lebten in alter Zeit drei Mädchen, die als Drillinge zur Welt gekommen waren. Niemals hatten sie Lust , etwas zu tun, waren verdrossen und dämmerten den lieben langen Tag faul vor sich hin. Niemand konnte sie aufheitern. Die Eltern waren traurig, schämten sich ihrer Mädchen und klagten allen Leuten, dass sie ihre ungeratenen Töchter nicht zu bessern wüsten. Eines Tages nahm der Nachbar, der Gastwirt, den Vater der drei Mädchen beiseite und sagte ihm, eine Tochter sei des Nachts aus dem Dachfenster gestiegen und auf dem dache hin und her gewandelt, die Zweite aber spazierte erst auf den gestapelten Bierflaschen, dann auf dem hohen Staketenzaun und die Dritte wäre als Alp durch die Schlüssellöcher in die Häuser geschlüpft und später wieder hinaus gehuscht. Er habe es bei Vollmond mit eigenen Augen gesehen, ein Irrtum ist ausgeschlossen. Der Vater berichtete das Gehörte seiner unglücklichen Frau. Sie ratschlagten lange und fanden nur eine Erklärung: Bei der Taufe musste etwas versehen worden sein. Sie ließen die drei Mädchen noch einmal taufen, und von diesem Tage an wurden sie fröhlich, fleißig und munter wie nie zuvor.
Erstmals seit dem achtjährigen Bestehen des Vereins Uckermärkischer Mythengarten e.V. hatte eine Kommune, die Gemeinde Temmen-Ringenwalde, von der Beantragung eine Kulturprojektes beim Landkreis Uckermark Gebrauch gemacht und die Gestaltung eines Sagenplatzes in Libbesicke ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die Gestaltungskonzeption von Brigitte Martin, die eine Zusammenarbeit mit ortsansässigen Künstlern beinhaltete. Die Bildhauer Astrid Martin und Lutz Kommalein ließen die drei verwunschenen Schwestern aus einem mächtigen Eichenstamm entstehen, der die Informationstafel trägt. Holzbildhauer Dietmar Lange schuf die Sitzgruppe aus dem Windbruch einer Eiche, die Mosaikplatte für den Tisch stammt von Brigitte Martin. Der Rastplatz wurde an 30.11.2011 der Öffentlichkeit übergeben.