...gleichzeitig in unmittelbarer Nähe eine Station der "Rotenfels-Wege" des Vereins für Kultur- und Heimatgeschichte Bad Rotenfels e.V., ein ortsgeschichtlicher Rundweg mit Hinweistafeln.
bitte nicht mit dem Auto direkt vorfahren, es ist ein vielgenutzter Wander- und Reiterweg.
Das „Winkler Tor“
Noch vor 100 Jahren war der Wald und die darin liegenden Rohstoffquellen wie Steinbrüche, Kiesgruben, Holzvorrat etc. eine der Haupteinnahmequellen der Bürger. Der Wald war noch nicht wie heute mit so vielen Wegen erschlossen. Zumindest führte immer ein großer Waldweg in jede „Waldabteilung“ - und dies von jedem der umliegenden Orte aus.
Die Winkler Bürger, die neben ihrer Landwirtschaft im Wesentlichen in der Steinhauerei am Festungsteinbruch (bei GC2PZJX) beschäftigt waren, nahmen die ca. 100m nördlich nach Ost abzweigende „Winkler Waldgasse“ auf ihrem täglichem Marsch von und zur Arbeit. Auch die vielen von der Militärregierung eingesetzen, ausländischen Steinhauer-Fachleute kamen diesen Weg herab nach Winkel in die Gaststätte „Zum Eichelberg“, die vormals „zum Pflug“ hieß, um ihren Lohn zur Leber zu führen.
Der Übergang von den Feldern zum Wald – die „Waldpforte“ – wurde damals „Waldtor“ genannt. Bei den "Waldtoren" standen rechts und links des Weges immer ein mächtiger Baum, meist eine mehrere hundert Jahre alte Eiche, die dann das Ensemble eines "Tores" bildeten. Eine Karte von 1795 bezeichnet hier das „Winckler Dohr“.
Nachweislich bestehen weitere, benannte Waldtore am Rotenfelser Waldsaum.
Für den Naturfreund noch ein kleiner Hinweis: Der hinter dem Grenzweg liegende Wald beinhaltet viele exotische Bestände. Der Großteil ist jedoch Hickory und Amerikanische Eiche, auch Robinie, Hemlocktanne und verschiedene Birkenarten. Der Grund dafür war eine zur Ende ins 20. Jahrhundert durchgeführte Versuchsanpflanzung durch die grossherzoglich-badische Forstverwaltung, die sich damit erhoffte, exotisches, schnell wachsendes Holz hier anzupflanzen, den Wuchs zu beobachten und je nach dem für weitere Aufforstungen vorzusehen. Die Bestände haben sich im Laufe der Jahrzehnte stark verjüngt, jedoch ist ein Großteil der mächtigen Hickorybäume 1999 dem Orkan Lothar zum Opfer gefallen.