Geburtstagsständchen für ANRIE LPZ
Der Kaufmann Paul Lochmann begründete mit den „Symphonion“-Werken in Leipzig Gohlis einen bedeutenden Industriezweig, der weltweit zu hoher Blüte kam. Sozusagen sind hier die allerersten Plattenspieler samt Schallplatten erfunden und gebaut worden!
Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Leipzig Gohlis die weltweit erste und zugleich eine der größten und bedeutendsten Produktionsstätten für Lochplatten-Musikwerke mit Stimmenkamm. Diese Lochplatten waren viel schneller auszuwechseln, zudem wesentlich billiger und in größeren Mengen herzustellen als Stiftwalzen. 1886 kamen die ersten Spielwerke dieser Art unter dem Namen „Symphonion“ in den Handel, bereits zwei Jahre später stellte man 15 000 Stück sowie Tausende Platten her.
Die Plattenspieldose „Symphonion“ ist ein Holzkasten, in den die Platte eingelegt, dann der Deckel verschlossen und mit einer Handkurbel von außen angetrieben wird. Sie besitzt einen Stimmkamm mit 41 Zungen und spielt Platten mit einem Durchmesser von 14,4 cm mit Außenzahnantrieb ab. Der Deckel besitzt ein florales Muster und in der Innenseite befindet sich ein Informationsblatt der Symphonion-Werke in Englisch, Französisch und Deutsch. Das Loch im Deckel diente zum Kurbelantrieb, da die Spieldose kein Federwerk besaß. Daher musste während der gesamten Spieldauer die Handkurbel betätigt werden. Diese Sonderform der Plattenspieldose wurde auch als Manivelle bezeichnet.

Die Symphonionwerke Gohlis befanden sich damals
1890-1903 Gohlis, Lange Str.17 - heute Eisenacher Str.72
1904-1912 Gohlis, Schkeuditzer Str. 13-17 - heute Kasseler Str.11a-15a
Texte (in Auszügen) und Infos:
mfm.uni-leipzig.de und www.museum-digital.de – vielen Dank!