Am 18. März 1945 wurde die imposante „Wiedtalbrücke“ - die frühere Reichsautobahn (RAB) Köln – Frankfurt und die jetzige rechtsrheinische Bundes-Autobahn A 3 – von deutschen Landsern mit acht Tonnen Dynamit gesprengt. Nach der Sprengung der Wied-Tal-Brücke blockierten 60 000 m³ Schutt den Abfluss der Wied und das aufgestaute Terrain von Wiedmühle bis Panau glich einer kleinen idyllischen Seen-Landschaft, in der sich rasch Stockenten und Fischreiher heimisch fühlten und für Nachwuchs sorgten. Diese Autobahnbrücke, die damals eine Höhe von zirka 54 Metern und eine Länge von 425 Metern hatte, überspannte das romantische Wied-Tal. Sie wurde am 1. Sepember 1939 mit Eröffnung der RAB Köln – Frankfurt für die noch verkehrsarme Autobahn freigegeben. Bereits zur Zeit der Weimarer Republik hatte man mit den Planungen und dem Bau von Schnellstraßen begonnen, aber unter den Nationalsozialisten wurde ihr Ausbau forciert.
Wegen der rasanten Entwicklung im Straßenverkehr „von der Schiene auf die Straße“ und vor allem durch die vielen Verkehrsunfälle mit nicht selten tödlichem Ausgang unmittelbar vor und auf den unfallträchtigen Umgehungsstraßen von und auf der Autobahn unweit von Ammerich/Neustadt/Wiedmühle erfolgte bereits im Laufe des Jahres 1947 die Planung und der Baubeginn einer 1.300 Tonnen schweren Stahl-Behelfs-Brücke mit zwei Fahrbahnen über das beschauliche Wied-Tal. Die Einweihung und Freigabe dieses Viadukts erfolgte bereits am 10.Januar 1950.
Man glaubte, dass auf der berüchtigten und gefürchteten „Todesstrecke“ die schrecklichen Unfallserien nunmehr der Vergangen- heit angehörten, was jedoch nicht der Fall war. In der „Neuwieder Zeitung“ vom 1. Dezember 1955 stand zu lesen: „Seit dem 01.01.1950 – 01.09.1955 wurden auf dem 8 km langen Abschnitt der Autobahn 462 Verkehrsunfälle mit 37 Todesopfern, 133 Schwerverletzten und 349 Leichtverletzten registriert.

Von 1973 bis zum Herbst 1974 wurde die Wiedtalbrücke bzw. die BAB Köln – Frankfurt auf drei Fahrbahnen und jeweils einer Standspur erweitert bzw. verbreitert. Zur „alten“ Wiedtalbrücke baute man eine komplette neue hinzu, um einen reibungslosen Verkehrsfluss auf der inzwischen viel befahrenen Autobahn (A 3) zu gewährleisten und um Unfälle auf dieser steilen Strecke weitestgehend zu vermeiden. Es sind um die 90.000 Autos (Pkw und Lkw), die täglich die Wiedtalbrücke passieren. Seit 1998/1999 verläuft fast parallel zu den Autobahnbrücken über das Wied-Tal eine dritte „Wiedtalbrücke“, und zwar die 387 Meter lange zweigleisige Eisenbahnüberführung der Schnellfahrstrecke Köln – Rhein – Main der Deutschen Bahn (DB). Mit 53 Metern ist es die höchste Brücke dieser Eisenbahnstrecke, die die Wied, die Landstraße 255 und die Kreisstraße 33 überquert.

Quelle: http://wir-in-panau.jimdo.com/