Die Stadt Klingenberg am Main betrieb bis Ende 2011 eigenständig ein Bergwerk zur Gewinnung von Spezialton. Anfang des 18. Jahrhunderts wird mit der Tongewinnung unter Tage begonnen. Das Bergwerk wird wechselweise von der Stadtverwaltung und von Pächtern betrieben. Durch Raubbau und Vernachlässigung des Schachtausbaues durch die Pächter entsteht im Laufe der Jahrzehnte beträchtlicher Schaden. Deshalb beschließt der Magistrat im Jahr 1855, das Bergwerk ganz in eigener Regie zu führen. Entgegen der damals üblichen Rechtslage konnte die Stadt Klingenberg ihren Eigentumsanspruch auf die Tongrube gegenüber dem Mainzer Kurfürsten durchsetzen.
Mit dieser Entscheidung und durch die einzigartige Qualität des Klingenberger Tons (dem dunklen Gold) gelangte die Stadt zu ihrem legendären Reichtum bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges. Aus dem Gewinn des Tonbergwerkes wurden viele repräsentative Bauten und technische Einrichtungen in Klingenberg finanziert, die heute noch das Stadtbild prägen. Die Nachfrage nach diesem hochwertigen Spezialton ist bis heute ungebrochen. Wie in vielen anderen Bereichen des Bergbaus unterlag der Umfang des Absatzes starken Schwankungen, was immer im Zusammenhang mit technischen Entwicklungen zu sehen ist. So ging z. B. mit der Einführung der Computertechnik die Nachfrage nach Tonqualitäten für die Bleistiftindustrie zurück und hat sich auf einem neuen Niveau eingependelt. Dagegen werden immer mehr metallische Werkstoffe durch Keramiken ersetzt.
Geschichte des Klingenberger Tonwerkes
- 1567 erste schriftliche Erwähnung der „Lettongruben“;
- 1740 wurde aus ca. 21 Tagebaue der Ton gefördert
- Durch das zusetzende Oberflächenwasser soffen die Tagbaulöcher häufig ab und man ging zum untertägigen Abbau im Stollenbetrieb über.
- 1768 wurde am südwestlichen Rand der Lagestätte, vom Tal des Seltenbaches aus, ein Hauptstollen zur Ableitung des Wassers aufgefahren. Dieser Stollen diente noch bis zu seiner Verwahrung zum Einfahren und zur Bewetterung des Grubenfeldes.
- Die häufig wechselnden Besitzverhältnisse erschwerten einen geordneten Abbau in der Lagerstätte, stellenweise wurde regelrechter Raubbau betrieben (nur die allerbesten Tonqualitäten wurden abgebaut). Dabei wurden häufig technische Regeln des Bergbaus, wie eine ordentliche Aus- und Vorrichtung der Lagerstätte, fachgerechter Ausbau oder Belange der Wasserhaltung vernachlässigt.
- 1798 wurde den Pächtern Wasmuth und Kuhn die Pacht entzogen und die Stadt Klingenberg übernahm das Bergwerk in eigene Regie.
- Durch die Auswirkungen der napoleonischen Kriege konnte kein Gewinn erzielt werden und so sah sich die Stadt wieder gezwungen, das Bergwerk zu verpachten. Das Tonbergwerk wurde meistbietend für eine bestimmte Zeit einem Pächter überlassen. Die Einahmen aus der Verpachtung flossen der Stadtkasse zu.
- Das einsetzende Industriezeitalter ließ auch bei den Klingenbergern Bürgern erahnen, welche Möglichkeiten in ihrem feuerfesten Ton verborgen ruhten.
- 1848 - Eine Gruppe von Bürgern plädierte dafür, dass das Bergwerk wieder in die Regie der Stadt kommt. In der Chronik “700 Jahre Stadt Klingenberg“ wird von einer regelrechten „Tonfehde“ berichtet.
- Unter dem 26.6.1855 wirft die Stadt in einem 30-seitigen Bericht an die königliche Regierung den Pächtern Raubbau und Verloderung der Grube vor, die sich hauptsächlich auf die Gutachten des Bergamtes Orb stützten. Man verlangte die Übernahme des Bergwerkes in eigene Regie.
- Mit Regierungsentschließung vom 29. November 1855 wurde der Stadtverwaltung Klingenberg genehmigt, die Tongrube in eigener Regie zu führen. Das ist auch heute noch der Fall.
- Seine größte Blüte erlebte der Klingenberger Bergbau in den Jahren 1860 bis zum Beginn des ersten Weltkrieges. Die hohe Rendite machte sich für eingesessene Klingenberger Bürger in klingende Münze als so genanntes „Bürgergeld“ bemerkbar, ebenso wurden viele repräsentative Zweckbauten ( Schule, Mainbrücke, Wasserleitung, Elektrizitätswerk usw.) errichtet. So wurde z.B. 1912-1913 an jeden Bürger der Stadt 400 M ausgezahlt!
- In den Jahren 1918 bis 1930 hatten auch die Klingenberger Bergleute unter den Folgen des verlorenen Krieges und der anschließenden Weltwirtschaftskrise zu leiden. So kam der Export zum Erliegen und die Mindereinnahen mehrten sich. Einen Aufschwung gab es ab 1938, als konsequente Planungen langsam aus der Krise führten. Doch der Beginn des zweiten Weltkrieges stoppte die Aus- und Vorrichtungsarbeiten, Arbeitskräfte wurden eingezogen, trotzdem sollte die Förderung erhöht werden.
- Ohne den Einsatz von Kriegsgefangenen aus der Sowjetunion wäre dies schwer möglich gewesen, aber eine Reihe von Bauprojekten mußte vorläufig zurückgestellt werden. Das hatte zur Folge, daß der Förderschacht 21 erst im Jahr 1940 in Betrieb gehen konnte. Es war der erste Schacht, der nicht in der Lagerstätte geteuft wurde, sondern im angrenzenden Nebengestein, dem Buntsandstein. Damit war es der erste Schacht der nun nicht mehr dem Gebirgsdruck durch die Abbautätigkeit ausgesetzt war. Dank dieser weitsichtigen Entscheidung des damaligen Obersteigers, Kurt Barthel, kann der Schacht noch heute als Förderschacht genutzt werden.
- Nachdem im Jahre 1960 der Absatz merklich zurückgegangen war, entschloss man sich zur Rationalisierung des Betriebes und einer Reduzierung der Belegschaft.
- Zuletzt wurde mit 6 Mann Belegschaft die steigende weltweite Nachfrage nach dem Klingenberger Spezialtonprodukten befriedigt.
Jetzt aber genug mit der Geschichte und los gehts:
Stage 1: TONBUNKER
N 49°47.058 E 009°12.148
Hier wurde der Ton zwischengelagert bevor er mit dem Förderband in die Verladestation befördert wurde. Es ist sogar noch etwas von dem schwarzen Gold übrig geblieben. Eure Aufgabe hier besteht darin, die Quersumme aus der Summe der beiden Wörter zu errechnen, die auf dem großen Schild stehen. Diese Zahl notiert ihr euch als T.
Stage 2: DENKMAL AM ALTEN STOLLENEINGANG
N 49.47.T*100-181 E 009.12.T*33-38
Am alten Stolleneingang hat die Stadt Klingenberg ein schönes Denkmal entstehen lassen. Ihr seht hier zwei hergerichtete Loren mit denen der Ton per Manneskraft zu Tage gefördert wurde. Neben den Loren ist der alte Förderkorb montiert. Auf der Bank könnt ihr euch etwas ausruhen.
Hier habt ihr drei Augaben zu lösen:
2.1 Errechnet euch die Differenz der beiden Jahreszahlen die ihr auf einer Lore findet. Dieses Ergebnis notiert ihr euch als O.
2.2 Über dem Eingang zum alten Stollen findet ihr zwei Wörter. Notiert euch die Anzahl der Buchstaben als N.
2.3 Ebenfalls über dem alten Stolleneingang findet ihr Eichenblätter in Sandstein gemeißelt. Notiert euch die Anzahl der Blätter als W.
Bevor ihr das Final errechnen könnt müsst ihr noch 3 Fragen aus dem Listing lösen:
3.1 Aus wievielen Tagebaue ca. wurde 1740 der Ton gefördert? = E
3.2 In welchem Jahr wurde der Stadtverwaltung Klingenberg genehmigt die Tongrube in eigener Regie zu führen? = R
3.3 Mit wieviel Mann wurde der Ton zuletzt gefördert? = K
Das Final errechnet ihr wie folgt:
NORD T+W+E+6° (R+10788)/O.((T+K)*N)+2
OST E+N-W-1° (O-W-E-1)/W.((R+K-E)/8)-(K+E+T+N+W)
Die Dose ist groß genug für TB's und Coins!!!!!!!
Viel Spaß beim suchen und Rätseln wünschen euch
mini79 + kürschi77