Wildshuter Braunkohle Tagebau
Das Bergwerk:
Am 18. November 1947 wurde nach langen, in die Zwischenkriegszeit zurückreichenden Vorbereitungen ein zweites Kohlenbergbauunternehmen in Oberösterreich, die Salzach-Kohlenbergbau-Gesellschaft (SAKOG) gegründet. Nach damals vorliegenden geologischen Befunden waren etwa 15 bis 20 Mio. Tonnen Kohle zu erschließen.
Die Kohlevorkommen hängen geologisch mit denen des Hausruck und Kobernaußerwaldes zusammen. Die als einzigartig empfundene Schachtanlage wurde nach Schließung auf Geheiß des Bürgermeisters abgerissen und auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Bergwerksgesellschaft ein Industriepark. errichtet.
Die Entstehung der Braunkohle:
Die Wildshuter bzw. Trimmelkamer Kohleschichten entstanden vor etwa 15 Millionen Jahren. Die in den Kohleschichten gefundenen Fossilien lassen auf feuchtwarmes, subtropisches Klima schließen. Das Innviertel und der Flachgau waren von einem üppigen Urwald überzogen. Die Pflanzenwelt bestand vorwiegend aus Blattpflanzen und gewaltigen Mammutbäumen (Sequoien). Nach ihrem Absterben bildeten sich in den Sümpfen des Urwaldes die Torfmoore, aus denen sich im Laufe von Mio. Jahren durch den Prozess der Inkohlung und der Überlagerung mit Sanden und Tonen die Braunkohle bildete.
Kohle ist ein fossiler Brennstoff. Sie hat sich aus Pflanzen gebildet, die zu ihren Lebzeiten Sonnenenergie in Ihren Körpern speicherten. Diese eingefangene Energie nutzen wir heute. Die organische Substanz stammt aus überschwemmten Mischwäldern und Treibholz, welches die Alpenflüsse angeschwemmt haben.
Als Inkohlung wird der natürliche Prozess der Entstehung von Kohle bezeichnet, welcher in Zeiträumen von Millionen von Jahren von frischem Pflanzenmaterial unter Luftabschluss zuerst zur Torf werden lässt. Die Alpenflüsse und Gletscher haben über diese Torfschichten bis zu 100m mächtige Sedimentschichten abgelagert. Unter diesem Druck und der Erdwärme wurde Torf zur Wildshuter bzw. Trimmelkamer Braunkohle.

Die Geologie:
Der Großteil der Braunkohle wurde in dieser Gegend unter Tage abgebaut. Eine geologische Besonderheit ist, dass nur hier in Wildshut die Kohle im Tagebau abgebaut werden konnte. Nachdem sich der Salzachgletscher vor ca. 15.000 Jahren wegen des Temperaturanstiegs zurückzog, hier blieb nur mehr die Salzach als wasserführende Schicht über. Die zuvor abgelagerten Sedimentschichten wurden dann über das damals sehr weitläufige Flussbett wieder abgetragen. So wurde die Kohle im Bereich Wildshut zu Tage befördert. Nach der Regulierung der Salzach konnte mit dem Abbau begonnen werden. Nachdem hier die Kohle abgebaut wurde, füllte sich die Abbaugrube mit Wasser, so ist die „Bergwerkslacke“ entstanden welche heute als Naherholungsgebiet dient.
Bevor du loggst, beantworte bitte folgende Fragen:
1. In welchem Zeitalter entstanden die Kohleschichten?
2. Erstelle eine Skizze der Topografie des ursprünglichen Flussbettes anhand der Inhalte aus dem Listing, den Infotafeln und Deiner Beobachtungen vor Ort und begründe Deine skizzierten Annahmen. Hänge die Skizze bitte als Bild Deinem Log an.
3. In welchen Tiefen müssen aus Trimmelkamer Sicht die Kohleführenden Abbauflöze gewesen sein? Nimm dazu das Bild „A-Topografie Wildshut Trimmelkam“ zur Hilfe.
Schicke mir die Antworten auf die Fragen über mein Profil. Du kannst nach der Einsendung der Antworten sofort loggen. Ich melde mich, wenn etwas nicht stimmt. Ein Logfoto am Themenweg oder bei der „Bergwerkslacke“ ist zwar nicht Bedingung, ich würde mich aber sehr darüber freuen.
Wenn Ihr noch Interesse zum Bergwerk habt, könnt Ihr den Themenweg direkt in Trimmelkam besuchen oder auch das private Bergbaumuseum in Pirach, Kontaktdaten s. unten. Fotos von den noch vorhandenen Überresten des Bergwerks habe ich unten im Listing eingefügt.
Quellen: Infotafeln rund um den Themenweg „Weg der Braunkohle“ in Trimmelkam, Wikipedia, Rainer Wokatsch sowie eigene Ausführungen,
Privates Bergbaumuseumin Pirach - St. Pantaleon
In diesem Museum kann man ein Stück lebendige Heimatkunde erleben, Geschichte zum Anfassen.
Die Bergbaugeschichte in St. Pantaleon reicht zurück bis 1756 in Wildshut und endet 1993 in Trimmelkam mit der Förderung der letzten Tonne Kohle.
Führungen auf Anfrage:
Telefon 0043 664 54 88 334 (Themenwege)
Telefon 0043 664 12 66 729 (Bergbau Museum, Hr. Tkauz)