Die Frankenhofer Hüle

Der Cache liegt an der Frankenhofer Hüle am Ortsrand.
Die älteren Hülen auf der schwäbischen Albhochfläche sind natürlichen Ursprungs, hierbei handelt es sich um Dolinen mit einer wasserundurchlässigen Tonschicht. Diese sogenannten plombierten Dolinen sind im Laufe der Jahre durch die fortschreitende Verwitterung des Kalkgesteins wasserundurchlässig geworden.
Die Hülen waren Voraussetzung für die ab dem 7. Jahrhundert erfolgte Besiedlung der Schwäbischen Alb, denn infolge des kalkreichen, stark verkarsteten Gesteins versickert das Regenwasser schnell auf den Albhochflächen. In den Hülen konnte sich das Regenwasser sammeln. Diese natürlichen Hülen bildeten daher die Grundlage für zahlreiche Ortschaften. Weil jedoch die Zahl solcher Wasserstellen begrenzt war, entstanden nach dem Vorbild dieser natürlichen Hülen im Zuge späterer Besiedlungswellen auch zahlreiche künstlich angelegte Teiche. Sie wurden abgedichtet mit Lehm und waren in der Regel etwas kleiner als ihre natürlichen Vorbilder.
Die Feldhülen dienten in erster Linie als Tränke für das Vieh. Die Nutzung der Dorfhülen war vielfältiger. Sie wurden außer als Tränke vor allem als Löschwasserteich genutzt. Manchmal dienten sie auch zur Textilwäsche. In Notzeiten wurde das in ihnen gesammelte Wasser aber auch als Koch- und Brauchwasser verwendet.
Die hygienischen Verhältnisse des Hülenwassers waren äußerst mangelhaft, seinen Zustand belegen zeitgenössische Berichte aus dem 19. Jahrhundert):
1873: Wehe dem Fremden, den in einem der primitiven Albdörfer, wo die Strohdächer überwiegen und man rein auf Regenwasser angewiesen ist, ein Bedürfnis anwandelt nach einem Glase Wasser. (…) Strohgelb bis Kaffeebraun hat sich das Wasser gefärbt, das von den Strohdächern niederrinnt, nur wer von Jugend auf an den Anblick dieses Wassers sich gewöhnt hat, vermag ohne Abscheu das Glas an die Lippen zu setzen
Und:
For d’Leit tät’s scho no, aber’s Vieh sauft’s halt nemme
Mit Fertigstellung der Albwasserversorgung verloren die Hülen an Bedeutung, heute sind die noch vorhandenen Hülen als Biotope geschützt.
Hülen beherbergen als offene Wasserstellen eine Weihern und Teichen weitgehend entsprechende Pflanzen- und Tierwelt. Sie bieten vielfach die alleinigen Laichmöglichkeiten für Amphibien. Außerdem sind sie durch eine reichhaltige Libellenfauna ausgezeichnet.
Die Frankenhofener Hüle liegt am Besinnungsweg des Schwäbischen Albvereins.
In Frankenhofen kann man, wenn man sich geduldig auf die Bank setzt, auch immer wieder Molche sehen, die zum Atmen an die Oberfläche kommen.
Wenn man im Sommer genau schaut, dann findet man Libellenpuppenhüllen am Schilfgras am Ufer.
Schnecken und Blutegel wohnen hier in allen Größen und Variationen.
Und natürlich kann man einem ausgiebigen Froschkonzert ergriffen lauschen! Die Libellen untermalen das Ganze noch mit ihren Fluggeräuschen.
Nehmt Euch also ruhig ein bisschen Zeit hier und lasst die Natur auf Euch wirken.