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Die Erosionskraft der Saalach EarthCache

Hidden : 1/3/2013
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2 out of 5

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Geocache Description:

Earthcache zur Saalach im Talschluss des Glemmtales

Earthcache-Banner

 

Die Erosionskraft der Saalach - ein Hochgebirgsfluss

Du befindest Dich an den Koordinaten auf dem Gebiet der frei zugänglichen Lindlingalm oberhalb der Saalach am Talschluss des Glemmtals .

Dieser Raum ist touristisch gut erschlossen und die Versorgung des ambitionierten Geocachers ist hier nahezu das ganze Jahr über gesichert.Wer nicht laufen möchte findet im Sommer und Winter auch Transportmöglichkeiten von Lengau aus. 

Parkmöglichkeiten befinden sich am "Bahnhof" Hinterlengau bei den Koordinaten: N 47o 22.215', E 12o  31.984' - Lengau ist natürlich auch mit dem öffentlichen Busverkehr erreichbar.

Der Fluss Saalach entspringt im österreichischen Bundesland Salzburg in den Kitzbüheler Alpen am Hochtorsee unterhalb des 2.178m hohen Gamshag - er wird aus mehreren Quellen im Talschluss des Glemmtales gespeist. Vor dort fließt er durch das Glemmtal (= enges Tal) zuerst durch Hinterglemm, dann durch Saalbach - nach Maishofen.

Zur Geschichte der Saalach und ihrer Bedeutung für die Menschen des geographischen Nahraumes im Glemmtal findest Du auf den vier Infotafeln (siehe Bilder - Pfeil unten!) an den Koordinaten umfangreiche Informationen – diese sollte man sich einmal gut durchlesen.

Lindling  Lindling2

1. Die Saalach als Alpenfluss:

Die Saalach selber kann man innerhalb der Alpen gut in zwei existierende Höhenstufen mit jeweils unterschiedlicher Formung einordnen, diese haben großen Einfluss auf die Fließgewässer.

Ein oberes Stockwerk wird gebildet durch die periglaziale Frostschuttzone, in der durch häufigen Frostwechsel viel mechanisch zerkleinertes Gesteinsmaterial bereitgestellt wird. Dieses Höhenstockwerk beginnt bei etwa 1800 m Höhe. Im unteren fluvialen Stockwerk (Alpenvorland) wird der Schutt, der oft noch sehr grob ist, den größeren Gewässern zugeführt. Sehr strukturreiche, sich rasch verändernde Gewässer sind für diesen Raum typisch.

Insgesamt ist der alpine Raum durch starke Abtragung, vor allem durch fluviale Erosion gekennzeichnet. Diese ist auch hier im Bereich der Saalach besonders erwähnenswert. Im Längsprofil der Fließgewässer treten nicht nur unterschiedliche Talformen auf, sondern auch sehr ausgeprägte Gefälleunterschiede: Die Gewässer des Typ 1 sind im Gefälle der Hänge angelegt und sind stark erosive Fließgewässer. Sie haben Gefällewerte von 20 % bis 40 % oder höher. Die Gewässer des Typ 2 und 3 stellen Sammeladern für die Gewässer des Typ 1 dar. Sie sind in glazial geformten Talungen angelegt und fließen in großen Kerb- und Kerbsohlentälern, die durchschnittliche Gefällewerte zwischen 2 % und 8 % haben, aber bei Hängetälern am Übergang zu den Haupttälern und bei Durchbrüchen weitaus höhere Werte erreichen. Die größeren Gewässer des Typ 3 und 4 folgen den bis ins Alpenvorland durchbrechenden Hauptgletscherbahnen (Trogtäler). Sie haben diese glazialen Übertiefungsrinnen bis auf sehr kurze Durchbruchstrecken mit Grobschotter gefüllt. Dies sind Gewässer mit überwiegend Durchtransport und Akkumulation. Das Talgefälle sinkt meist unter 1 %.

 Die Saalach selber präsentiert hier im oberen Teil ihres 103 km langen Flusslaufes ein relativ stark erosives Fließgewässer. Der Fluss stellte über Jahrhunderte hinweg in jedem Jahr eine Bedrohung für die flussabwärts lebenden Menschen dar.

Zuletzt im 19./20. Jahrhundert mit den bekannten Hochwässern im Glemmtal, die mit ihren ungeahnten Schäden noch heute den Bewohnern in schrecklicher Erinnerung sind.
Kommt womöglich im ausgehenden Frühjahr noch die Schneeschmelze hinzu, sind die Bewohner samt Hab und Gut im gesamten Saalach-Talraum bis zur Mündung höchster Gefahr ausgesetzt.

 Saalach2 Saalach3

2. Flüsse haben mehrere Merkmale, nach denen ihre Größe verglichen werden kann. Das augenfälligste Merkmal ist die Breite, die jedoch je nach Fließgeschwindigkeit und Tiefe räumlich und zeitlich stark variieren kann. Sie wird wesentlich bestimmt durch die regelhaftere Wasserführung, die meistens in Kubikmeter pro Sekunde (m³/s) angegeben wird.  Die Wasserführung kann langfristig veränderlich sein und unterliegt typischen jährlichen Schwankungen, weshalb erst Mittelwerte langjähriger Messreihen aussagekräftig sind.

Während der Herbst- und Wintermonate geht die Wasserführung der Saalach häufig auf ein Minimum zurück. Eine Orientierung zum Abfluss bildet der einige Kilometer flussabwärts liegende Pegel bei Viehhofen, der hier vereinfacht online abrufbar ist:

http://4-paddlers.com/48/9c1bc854-018d-4a16-bc2b-5957137f9516/d03853a2-1990-459a-8953-1421868b564b/Saalach_Viehhofen_OnlinePegel.html

oder sogar ausführlich amtlich abrufbar ist:

http://www.salzburg.gv.at/wasserwirtschaft/6-64-seen/hdweb/stations/203463/station.html

Die aktuelle Abflussmenge am Pegel Viehhofen zum Datum eures Logs dürft ihr gerne mit in eurem persönlichen Log dieses Earthcaches unter geocaching.com aufnehmen, so kommen dann auch Messreihen zustande!

 Der hochalpine Abflusscharakter der Saalach ist stärker ausgeprägt als bei der wesentlich größeren Salzach (ebenfalls ein Hochgebirgsfluss). Im Jahr 1911/13 wurde der Saalachsee zur Energienutzung errichtet. Flussabwärts befinden sich 3 Ausleitungsbauwerke zur
Energieversorgung und ein mehrere Meter hohes Querbauwerk.
Die Saalach ist in ihrem Quellbereich ein typischer Wildbach der Hochgebirgsregion. Er ist durch sein streckenweise großes Gefälle, bis hin zum Wasserfall, rasch und stark wechselndem Abfluss mit zeitweise hohen Feststoffen und beträchtlicher Geschiebefracht gekennzeichnet.
Schon im 19. Jahrhundert begann man daher geschiebeführende Flüsse wie die Saalach mit großen natürlichen Bedarfsflächen zu regulieren. Es ging darum Kulturland zu gewinnen und dieses als Siedlungsraum vor Hochwasser zu schützen.

3. Fließgewässertypen werden weiterhin durch die Körnigkeit der Substrate von Gewässerbetten und Auen definiert. Grobmaterial führt zu Strukturreichtum und breiten Bächen, Feinmaterial dagegen zu strukturarmen, steilen und glattufrigen sowie tiefen Gewässern.

Grundsätzlich sind vier Haupttypen nach der Größe der Körner zu unterscheiden [Fachbegriffe in eckigen Klammern]:
- der steinige (63 – 200 mm) und blockige (> 200 mm), [oder lithale Typ],
- der kiesige (2 – 63 mm), [oder akale Typ],
- der sandige (0,063 – 2 mm), [oder psammale Typ],
- der schluffige (0,002 – 0,063 mm) und tonige (< 0,002 mm), [oder pelale Typ].

 Je nach petrographischer Ausstattung der Einzugsgebiete ergeben sich daraus vielfältige Mischtypen. Es sind aber meistens nur ganz bestimmte Korngrößenmischungen weit verbreitet, die von den Substraten und von ihrer Größe und vom Gefälle der Gewässer abhängig sind, so dass lediglich drei abiotische Hauptmischtypen zu erkennen sind:
- der steinige / blockige der gefällereichen Gebirgsbäche und steilen Oberläufe,  
- der sandig / kiesige der größeren und großen Gewässer sowie der Mittelläufe der Gebirgsbäche,
- der lehmige der gefällearmen Tieflandsbäche.

Dieser Earthcache „Saalach“ bei der Lindlingalm soll euch mit der potentiellen - die Erdoberfläche gestaltenden -  Erosionkraft eines Hochgebirgsflusses vertraut  machen. Zur Saalach gibt es für den interessierten Geocacher auch eine umfangreiche Webseite mit weitergehenden Informationen unter: http://www.saalacherlebniswelt.com/Eingang/eingang.html Dort werden umfangreiche Informationen und Downloads für den gesamten Flusslauf bereit gehalten.


LOGBEDINGUNGEN:
Um den Earthcache loggen zu dürfen, beantwortet mir bitte kurz folgende Fragen. Die Antworten findet ihr in den obigen Informationen und natürlich "outdoor" an den oben angegebenen Koordinaten an der Saalach - dort gibt es ergänzend auch ausgesprochen interessante Informationstafeln. 


Frage 1:    Auf welcher Höhe über dem Meeresspiegel befindet ihr euch unmittelbar an den Informationstafeln auf der Lindlingalm? In welche Himmelsrichtung fließt die Saalach von hier ins Glemmtal und wieviele Höhenmeter hat der Fluss nun noch zur Verfügung um die erodierende Kraft seines Wassers bis zur Mündungshöhe (404m ü. NN - siehe Infotafel) auf das anstehende Gestein wirken zu lassen? (Höhenangabe bitte vor Ort ermitteln - auf 100m abgerundet ist ausreichend - dazu Karte, GPS oder einfach Bewohner befragen)

Frage 2:    Die zuletzt aus dem 19./20. Jahrhundert bekannten Hochwasser im Glemmtal zeigten die ernorme Erosionskraft der Saalach - mit ihren Schäden sind sie den Bewohnern noch in schrecklicher Erinnerung. Welche „5 ungeahnten Schäden“ werden auf der Infotafel zur Saalach „Lebensgeschichte eines Flusses“ zum Hochwasser genannt?

Frage 3:    Begib Dich an die wenige 10er Meter unterhalb der Koordinaten fließenden  Saalach und ordne den Fließgewässertyp aufgrund der sichtbaren Körnigkeit des Substrates innerhalb der vier Haupttypen (Größenordnungen siehe obiger Text) eindeutig zu. Handelt es sich um einen steinigen und blockigen, kiesigen, sandigen oder gar schluffigen Fließgewässertyp? 

Direkt nach dem Versand der Antworten dürft ihr loggen. Wenn etwas grundlegend falsch sein sollte werde ich euch kontaktieren.
Es würde mich freuen wenn ihr dem Log ein Foto - z.B an der Saalach - beifügen würdet. 
Entsprechend der aktuellen Richtlinie von Earthcaches ist dies jedoch zum Loggen nicht mehr zwingend erforderlich.


Ich wünsche euch viel Spaß und Interesse an den Informationen.


Literatur:

Die Saalach Erlebniswelt im Internetlink

Die Saalach bei Wikipedia 


Saalachtal bei Wikipedia

Lindlingalm im Internet


Alle FOTOS: lucky_gb selbst!

 

 

 

 

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