Die Dorfchronik des Ortes Büchenberg – herausgegeben anläßlich der 1.000 Jahr-Feier 2012 – hat zu den Wüstungen folgendes festgeschrieben:
Seite 19
„Wüstungen: Die unsichtbaren Dörfer
...Brandschatzungen von vagabundierenden Soldaten sowie räuberischen Gesellen gelten als eine der vermuteten Ursache für das Verschwinden der Dörfer. In den Kleinkriegen und Fehden in der Zeit des Faustrechts und des Raubrittertums (12.-15. Jahrhundert) legte der Feind besonderen Wert darauf, das Gebiet des Gegners in Armut zu stürzen. Deshalb brannte man Dörfer, Höfe, Waldungen und reife Ernten nieder, schälte die Obstbäume, zerstampfte die Felder, quälte und tötete die feindlichen Untertanen. … Doch allgemein waren die Gründe für Wüstungen vielfältiger. … Ein Klimaumschwung mit sinkendem Grundwasserspiegel und damit weniger lebenswichtigem Trinkwasser und die daraus folgende große Agrarkrise und nicht zuletzt auch die schrecklichen Seuchenzüge des 14. Jahrhundert sorgten für große Armut und einen anhaltenden Bevölkerungsrückgang. … Von den aufgegebenen Siedlungen zeugen nur noch Flurbezeichnungen oder mündliche Überlieferungen von diesen Dörfern. ...“
Seite 20
„...Zwischen Hattenhof und Oberkalbach liegt am Oberlaufe des „tiefen Grabens“, der von der Bernleite nach Hattenhof fließt, die Wüstung Bernhelms. Die vermutlich im 10. Jahrhundert entstandene Ortschaft hatte sich herausentwickelt aus dem Gehöft eines nicht näher Bekannten Bernhelms. Im Jahre 1339 hatten die von Küchenmeister Güter zu Bernhelms von den Grafen von Ziegenhain zu Lehen. 1457 überließ Abt Reinhard von Fulda das ihm zustehende Voggteirecht über den Ort seinem Stiftskapitel, das bereits Erblehnsherr desselben war. 1545 war Bernhelm schon Wüstung. ...“
Einheimischen auch bekannt als Bellems 