Skip to content

Geologie der Weinbergslagen Niederhausen / Nahe EarthCache

This cache has been archived.

Geocaching HQ Admin: It has now been over 30 days since Geocaching HQ submitted the disabled log below and, unfortunately, the cache owner has not posted an Owner maintenance log and re-enabled this geocache. As a result, we are now archiving this cache page.

More information in the Help Center

More
Hidden : 3/10/2013
Difficulty:
2.5 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

Join now to view geocache location details. It's free!

Watch

How Geocaching Works

Please note Use of geocaching.com services is subject to the terms and conditions in our disclaimer.

Geocache Description:

Dieser Earthcache informiert über die Geologie der Weinbergslagen in der Gemarkung Niederhausen an der Nahe.
Die komplette Strecke folgt dem Weinwanderweg Niederhausen / Nahe.
Parken kann man im Dorf selbst, am Parkplatz des Stausees ober am besten an den angegebenen Koordinaten für das Parken. Beachtet bitte auch die Fotos und Wegpunkte im Listing.

Der Weg des Earthcaches gestaltet sich nahezu als Rundweg, nach ca. 2/3 der Wegstrecke gelangt Ihr zu den Hauptkoordinaten und zwei Informationstafeln mit geologischen und bodenkundlichen Hinweisen.
Insgesamt ist der Rundgang 3,5 km lang und erstreckt sich über 150 Höhenmeter, das letzte Wegstück durch die Weinberge ist nicht befestigt, kann aber durch einen entsprechenden Umweg über geteerte Wege geführt werden. Aufgrund der Länge und der Höhenmeter habe ich die Wertungen etwas angehoben.
Entlang des Rundgangs möchte ich auf geologische Besonderheiten der Weinbergslagen um Niederhausen eingehen.

Earthcache-Rundweg mit geologischen Hinweisen


Starten wir die kurze Exkursion am Anfang des Weinwanderweges, gelangt man nach wenigen hundert Metern an eine auffällige Weinbergsmauer (Wegpunkt 1), welche hauptsächlich aus Sandsteinen und teilweise aus Bruchstücken magmatisch sauren Intrusivgesteins besteht (Foto 1 und 2).
Die Hitze des Intrusivgesteins führte in der Kontaktzone zum Sandstein zu einer metamorphen Umwandlung des Sedimentgesteins.

Der weitere Verlauf des Weges führt Euch an eine für den Weinberg sehr markante Stelle (Wegpunkt 2). Hier ist eine Rhyolitkluft zu sehen, welche durch eine Volumenschrumpfung des ehemals heissen Gesteins vor ca. 280 Mio. Jahren ausgebildet wurde. In die Kluft sind Eisenverbindungen eingelagert, welche aufoxidiert die rote Farbe bewirken (Foto 3).

Foto 3: Rhyolitkluft

Nicht weit von der Rhyolitkluft entfernt befindet sich ein aufgelassener Dazitsteinbruch (Wegpunkt 3), ein Gestein, das durch die schnelle Abkühlung zähflüssigen Magmas entstanden ist und früher bevorzugt zu Pflastersteinen im Straßenbau verarbeitet wurde. Am Steinbruch sind typische Magmaintrusionen zu erkennen(Foto 4).

Folgen wir dem Weg weiter zum Wegpunkt 4, gelangen wir an einen recht unscheinbaren Hang zur Rechten. Es handelt sich um Graues Tongestein mit vereinzelt eingelagerten Versteinerungen von Muschelkrebsen (Foto 5).
Vor Erreichen des Wegpunktes 5 könnt Ihr linker Hand einen Blick auf den Lemberg werfen (Foto 6), dieser gehört zwar nicht zur Weinbergslage Niederhausen, ist aber dennoch geologisch interessant. Beim Lemberg handelt es sich um einen sogenannten Intrusions-Härtling, welcher von weicheren Sedimentgesteinen umgeben ist. Diese weicheren Bestandteile wurden durch den naheliegenden Fluß abgetragen und wegtransportiert. Rechts neben dem Lemberg wird der Blick frei auf ein fossiles Tal mit vorgelagertem Prallhang (Foto 7). Dieses fossile Tal wurde während des Zeitalters Tertiär vom Meer überflutet und mit Sedimenten aufgefüllt. Die mäandernde Nahe schnitt sich in diese Sedimente ein und es bildete sich das vor uns liegende Tal aus.
Der Wegpunkt 5 führt Euch wiederum an einen aufgelassenen Steinbruch, diesmal ein Sandsteinbruch (Foto 8). Wenn Ihr das Gelände betretet haltet Euch rechts. An dieser Stelle könnt Ihr im Hang eine kleine Rarität beobachten. Unterhalb einer anstehenden Sandbank befindet sich ein auf angeschwämmten Tuffstein liegender, zu Tage tretender Kohleflöz (Foto 9), nicht besonders mächtig, aber dennoch sehr gut zu erkennen.

Foto 9: Kohleflöz über Tuffstein

Über glaziale Verebenungsflächen führt der Weg weiter zu den im Listing angegebenen Hauptkoordinaten des Earthcaches. Neben zwei Tafeln mit bodenkundlichen und geologischen Informationen, befindet sich an dieser Stelle eine kleine Gesteinausstellung mit handfesten Exponaten zum Bergreifen der Erdgeschichte dieses Weinberges (Foto 10). Eine der Infotafeln ist wichtig, um eine von drei Fragen zum Earthcache zu beantworten.

Weiter geht es zum Wegpunkt 6, links hinter kniehohem Gebüsch und einer vorgelagerten Bank zum Ausruhen, verbirgt sich ein eiszeitliches Schotterfeld (Foto 11) mit vereinzelten Achat Einsprenklungen aus dem heutigen Gebiet um Idar-Oberstein.

Weiter geht es, dem geteerten Weg folgend, hinauf zum Wegpunkt 7. An den Koordinaten seht Ihr vergrusten Rhyolit (Foto 12). An dieser Stelle ist das magmatische Gestein von Sandstein umgeben, welches sehr viel schneller verwittert als das Rhyolit. Als Resultat dieser Verwitterungsvorgänge bleibt das Rhyolit als Härtling zurück, weil es gegenüber Wind und Wetter wesentlich beständiger ist.

An Wegpunkt 8 könnt Ihr Siltsteine betrachten (Foto 13). Eine Mischung aus feinkörnigem Sand- und weichem Tonstein. Aufgrund dieser Zusammensetzung verwittert der Stein bei Wind und Wetter sehr schnell. Teilweise kann man Pflanzenabdrücke in den Sedimentschichten erahnen.

Und nun zum Ende des Rundgangs seht Ihr am Wegpunkt 9 eine beeindruckende Sandsteinverwerfung mit abschiebendem Charakter. Der rechte Teil der Sandsteinbank wurde durch Erdbewegungen in ein tieferes Niveau versetzt, es entstand ein Riß entlang der Verwerfungsbahn, welcher nun mit Tonstein aufgefüllt ist (Foto 14).


Foto 14: Sandsteinverwerfung

Nun ist der für Euch hoffentlich interessante Rundgang beendet und Ihr erreicht den Parkplatz durch das Hinabsteigen des Weinberges rechter Hand.

Logbedingungen


Zum Loggen des Earthcaches schickt bitte die Antworten zu 1), 2a) oder 2b) und 3) bzw. 3) Ersatz über die Mailfunktion an meinen Account:

1. Schätzt die Höhe der Rhyolitkluft an Wegpunkt 2 in Metern?

2a. Erläutere mit Deinen Worten die geologisch-bodenkundliche Zusammensetzung und das Alter der Weinbergslagen Pfaffenstein und Hermannshöhle. Die große geologische Infotafel an den Hauptkoordinaten ist sehr hilfreich.

Falls die Tafel nicht lesbar ist, oder weil man nicht schon wieder eine Infotafel an einem Earthcache durchforsten möchte, biete ich alternativ Aufgabe 2b an.

2b. Recherchiert und beschreibt danach mit Euren Worten die geologischen Begriffe "Dazit" und "vergrust".

3. Beschreibe Formen, Farben und Größen des eiszeitlichen Schotters an Wegpunkt 6, wie entstanden nach Deiner Meinung die charakteristischen Formen, als Hilfe kannst Du dazu die Enstehung glazialen Gerölls recherchieren. Schlagwörter zur Beantwortung reichen aus.

Im Winter bei geschlossener Schneedecke entfällt diese Frage und wird durch eine Ersatzfrage getauscht.

Ersatzfrage zu 3) bei geschlossener Schneedecke:

Wie groß ist ungefähr der Betrag der Versetzung in cm an der Sandsteinverwerfung an Wegpunkt 9?


Ihr müsst nicht auf eine separate Freigabe zum Log warten, sondern dürft nach Richtline von Geocaching sofort Loggen.

Über ein freiwilliges Foto an einer der Wegpunkte würde ich mich freuen.

Quellen:
Karlheinz Schultheiß, Bad Münster am Stein, Geologische Exkursion Niederhausen / Nahe, mündliche Erläuterungen

Kurt-Werner Augenstein, Offenbach-Hundheim, Mitschrift zur genannten Exkursion, 2009

Fotos: clausede

Additional Hints (No hints available.)