Kürzlich fand ich auf meinem Dachboden ein altes Buch aus dem Jahre 1892 namens "Sagenkranz".
Dieses Buch besteht aus einer umfangreichen Sammlung von Sagen und Legenden aus Rudolstadt und Umgebung.
Einige davon möchte ich durch eine kleine Cache-Serie vor dem Vergessen bewahren.
Doch nun lest selbst was vor langer Zeit geschah:
Die Diebeskammer
Es war zur Mordbrennerzeit in Deutschland, als ganze Haufen von fremdem Gesindel im Lande erschienen,
Brandbriefe schrieben, ansengten oder gar bis auf den Grund niederbrannten.
Da waren Zinken als Zeichen von ihrem geheimen Verkehr an Häusern und Gattern im Tale des Wüstebachs aufgetaucht,
und seit Wochen klangen die Äxte in den Wäldern um Wirbach, Teichröda und Geitersdorf,
denn die Bauern wollten Durchhaue schaffen und die wilden Gesellen verfolgen.
Auf dem zertretenen Schnee lagen die gefällten Baumriesen, Haufen von Astwerk, abgeschlagene Wipfel türmten sich,
die bunten Bauernkittel wimmelten dazwischen, und es klopfte, sägte, hackte,
als hätte sich eine Schar riesige Spechte über den Wald gemacht.
Die winterliche Sonne traf mit ihren Strahlen manchen Flecken, der bis dahin in modrigem Dunkel gelegen hatte.
Nun waren die Bauern mit den Durchhauen fertig, auch mit der Brücke üder die sumpfige Niederung vom Wüstebach,
und in der Schenke von Wirbach lagen als Richteschmaus ein paar Tonnen Bier, die Rudolstadt für die Frohnden ausgesetzt hatte.
Die Bauernschaften waren versammelt, nur die Geitersdörfer fehlten noch.
Ein Wirbacher Bursch ging denen ein Stück entgegen, platzte einen Juchzer hinaus und wartete auf Antwort von den Geitersdörfern.
Er hörte auch richtig eine Stimme, die war aber so jämmerlich und klang so dünn,
daß der Bursch erschrack und in langen Sätzen zur Schenke zurückflog.
"Mordjo, es ruft wer in den Kiebäumen!"
Die Bauern wimmelten aus der Schenke.
"Die Mörder, die Wölfe!"
"Haben wohl einen gepackt!"
Es summte, als hätte jemand in einen Bienenschwarm gestochen.
Die Bauern rückten an den Messern und sprangen, auf Deckung achtend, dem Gewimmer zu.
So kamen sie an ein Steingewirr, hinter dem die Stimmen klangen.
"Schmeißt die Steine auseinander!"
Da öffnete sich der Zugang zu einer Höhle, aus der drei erschrockene Kinder ihre mageren Arme streckten.
Die Bauern packten die drei auf und trugen sie zur Schenke.
"Erzählt, Kinder, erzählt!"
"Da sollte doch einer -. Eingeschlossen hatte sie die Diebesbande, bevor sie von der Höhle fortzog auf Raub= und Brandfahrt.
Und eine Kammer war in der Höhle mit viel Diebesgut?"
"Zweiter Ausgang von der Höhle? Wo?"
"Was, auf einem Gottesacker, wo nur früh die Sonne scheint?"
"Das war in Geitersdorf, freilich!"
Der Teichröder Heimbürge kriegte den Oberbefehl, seit die Teichröder von der letzten Fehde den Ehrennamen Männer erhalten hatten,
war das so. Der ließ gleich das Aufgebot los:
"Wachen in die Verhaue und muckt nicht, bis die Räuber zurückkommen,
und die Geitersdörfer sollen den Gottesacker verrammeln! Alles, was nicht Wachdienst hat,
zieht in die Verhaue und muckt nicht, bis die Räuber zurückkommen und in der Höhle sind!"
Zwei Tage und Nächte warteten die Bauern in ihren Verstecken auf die Bande, um sie auszuschwefeln,
die Leuteschinder.
Endlich meleten die Wirbacher den Mordbrennerzug.
Die Bauern ließen die Räuber in die Diebeskammer einziehen.
Als es aber dämmrig wurde, krochen sie zur Höhle und versetzten den Eingang so gut mit Steinen und Stämmen,
daß niemand entkommen konnte.
Mittlerweile hatten die Geitersdörfer den zweiten Ausgang gut verrammelt.
Neun Tage ließ man die Höhle vermauert.
Die Höhne, Heine, Feldtrapp, Keller lösten sich im Wachen vor den beiden Eingängen ab.
Es war eine gruselige Sache, so dort zu stehen und zu hören, wie innen im Berg rumort wurde,
wie es fluchte in fremden Zungen, wie Hände an Stein und Holz fruchtlos scharrten,
wie dumpfe Laute von bitterem Leid und von Verzweiflung wie aus einem tiefen Brunnen drangen.
Die letzten Ablösungen hörten nur noch ein schwaches Stöhnen, wenn sie ihr Ohr anspannten.
Als die Bauern am zehnten Tage den Zugang öffneten, fiel das flackernde Licht der Schleißen auf die verkrampften Leichen der Spießgesellen.
Die Leinwandballen, das gemünzte Gold, die Reitzeuge, die Vorräte an Frucht und Speise, alles,
was man in der Diebeskammer fand, gaben die Bauern den rechtmäßigen Eigentümern zurück,
soweit sie die herauskriegen konnten.
Für sie und die drei Knaben, die man nach ihrer sächsischen Heimat, der Burg Gosek, zurückbrachte,
blieb immer noch ein ansehnlicher Schatz zum Verteilen.
Nun zum Cache:
STAGE 1
Hier findet ihr ein Gebäude mit unmittelbarem Bezug zur Legende.
Zählt alle Dachfenster vom Schiff! Die Anzahl sei A
STAGE 2
N50° 44.158*A
E011° 18.101-A*10
Sucht hier nach einem Schild mit einer vierstelligen Zahl.
Diese Zahl ist B
STAGE 3
N50° 40.275+B
E011° 13.442+B
Zählt hier alle lebenden Laubbäume die das unmittelbare Ufer säumen.
Die Anzahl sei C
FINAL
N50° 40.108+A+B+C
E011° 13.139+A+B+C