Die Lage der Linde ist außerordentlich schön. Exponiert auf einem Hügel über dem Dorf Amönau. Die Linde hat an ihrer Rückseite im Stamm ein „mannsgroßes Loch“. Dieses rührt noch von einem Blitzeinschlag im Jahre 1954 her. In der Folge entstanden Faulstellen im Stamm, die nach und nach diesen Stamm aushöhlten. Diese Faulstellen wurden allmählich eine Bedrohung für den Baum und so entschloß man sich im Jahre 1984 zur Restauration des Baumes. Mit finanzieller Hilfe des Kreises und des Heimatvereines Amönau, hinzu kamen Spenden aus dem Dorf, machte man sich an die Arbeit. Nach etwa einer Woche war die Arbeit getan. Die Faulstellen waren entfernt. In dem Loch, wo ständig das Wasser stand, war eine Drainage gelegt und totes Astwerk wurde aus der Krone genommen. Der Baumrestaurator war vom Habitus der Linde begeistert. Für ihn ist diese Linde der schönste Baum Hessens.
Die Linde ist etwa zwischen 300 und 350 Jahre alt.
Es gibt zwei Versionen über ihre Anpflanzung. Zum einen wurden solche Linden am Ende des 30-jährigen Krieges gepflanzt, weil man dankbar war, die Schrecken des jahrzehntelangen Krieges überstanden zu haben. So könnte man annehmen, die Linde sei etwa 1650 gepflanzt worden.
Eine andere Version, wahrscheinlich die, die der Begebenheit am nächsten kommt, ist die Pflanzung durch die Familie von Baumbach, auf deren Grundstück die Linde auch heute noch steht. Familie von Baumbach kam im Jahre 1711 von ihrem Stammsitz, der Burg Tannenberg bei Nentershausen, nach Amönau. Es liegt nahe, daß sie zu diesem „Umzug“ die Linde auf dem Hügel pflanzte.
In der Chronik der Gemeinde Amönau wurde sie zusammen mit dem Gutshof und dem Lusthäuschen erwähnt. Allerdings nicht urkundlich sondern in der Dorfchronik. Diese Dorfchronik wurde in den 50-er Jahren durch den damaligen Schulleiter der Schule in Amönau überarbeitet. Er war es auch, der der Linde ihren Namen „Gerichtslinde“ gab. In Wirklichkeit war sie aber nie eine Linde gewesen, unter der Gericht gehalten wurde, obwohl noch bis in die 50-er Jahre unter der Linde eine Sandsteinbank und ein Sandsteintisch standen. Urkundlich belegbarer Gerichtsort für die Gemeinden Amönau. Treisbach und Warzenbach war das Gericht Bannebach, zwischen den Orten Warzenbach und Treisbach. Das Dorf wurde eine Wüstung.
Zur Belebung des Fremdenverkehrs, der anfangs der 60-er Jahre in Amönau einen gewaltigen Aufschwung nahm, erfand Herr Klingelhöfer die „sagenhafte“ Gerichtslinde.
Sie wurde in den 50-er Jahren als Naturdenkmal in den Katalog des Landkreises aufgenommen und steht seit dieser Zeit unter Natur- und Denkmalschutz. Die Linde hat einen Stammumfang von 4,95 m und eine Wuchshöhe von 30 m.
Quelle: Bildband Amönau von Heinz Aßmann und Ludwig Ronzheimer
Bitte beachten: Da es sich bei der Linde um ein Naturdenkmal handelt, ist der Cache so versteckt, dass weder geklettert noch in irgendwelchen Baumlöchern gesucht werden muß!
Viel Spaß beim Suchen wünschen
DieMatzen