Die Fragezeichenposition soll nur die südliche Verbindungsspange zwischen der Muldentalbahn und der Bahnstrecke Borsdorf-Nossen zeigen, zum Finden des kleinen Dreistationenmulticaches hilft sie nicht. Eine weitere Verbindung zwischen den zwei Bahnlinien gibt es auf dem zweieinhalb Kilometer entfernten Bahnhof Großbothen, dazwischen verliefen beide Bahnen parallel.
Das erste Teilstück der Muldentalbahn wurde 1875 zwischen Glauchau und Penig in Betrieb genommen. 2 Jahre später war schon die gesamte 82 km lange Strecke bis Wurzen fertiggestellt. Die heute noch befahrene Bahnstrecke Borsdorf – Nossen ist etwa 10 Jahre älter.
Am 15. April 1945 hatte die Wehrmacht unmittelbar vor Kriegsende noch die Grimmaer „Rabensteinbrücke“ über die Mulde gesprengt, sie wurde nie wieder aufgebaut. Bis zu ihrem endgültigen Ende um die Jahrtausendwende gab es die Muldentalbahn 55 Jahre lang deshalb nur noch zweigeteilt. Der Teil nördlich der ehemaligen Brücke ist heute ein asphaltierter Radwanderweg, um den geht es in diesem Cache nicht.
Als Kinder sind wir gern auf eigene Faust mit den „Sandmannzügen“ der südlichen Muldentalbahn hin und hergefahren, allein schon wegen der wunderschönen Landschaft.
Nun aber zum Cache. In der ersten Jahren der DDR gab es natürlich noch keinen bargeldlosen Zahlungsverkehr und die Gehälter der Reichsbahnangestellten mußten von Geldboten über die vielen kleinen Bahnhöfe oder Haltepunkte zugestellt werden. Von dort aus ging es dann in die Bahnhöfe hinein oder eben auch zu Fuß zu den damals noch allesamt personell besetzten Schrankenwärterhäusern.
Am letzten Freitag des Monats war dann immer der gemütlichste Tag für Lohnbuchhalter Peter Gnauserich, da konnte er morgens Praktikantin Mandy mit einem Sack voller versiegelter Lohntüten auf dem Bahnsteig verabschieden und sich einen Tag lang in Ruhe dem Zurechtrücken seiner Aktenordner widmen. Und Mandy war natürlich überall gern gesehener Gast, denn wo war am Monatsende schon nicht das Geld zur Neige gegangen.
Leider ging die Sache gleich beim ersten Mal ziemlich daneben. Mandy stieg 5 Minuten vorm freitäglichen Feierabend in Großbothen aus dem Zug und die Tränen flossen. Eine Lohntüte hatte sie noch in der Hand, von der war der Adressaufkleber abgefallen. Irgendein Angestellter an der langen Muldentalbahn zwischen der gesprengten Rabensteinbrücke und Rochlitz hatte also kein Geld gekriegt und würde sich nun bei der Reichsbahndirektion höchstselbst beschweren, das wäre kein guter Start für Mandies Berufslaufbahn ! Aber wer könnte das nur gewesen sein ? Mandy: „Isch bin dor überall gewäsn ? Abor wie die Bahnheefe alle heesn, das weessch nisch mähr !“ Peter keuchte nochmal die Treppen hinauf, schloß mit einem tiefen Stöhnen das Büro wieder auf und kramte aus einer alten Zigarrenkiste einen dicken Stapel Fotos.

„So, Mandy. Von jedem Bahnhof oder Haltepunkt hab ich hier ein Foto. Jetzt streng mal Dein Gedächtnis an und sortiere die erst mal alle von Nord nach Süd. Ich hoffe davon können wir uns danach dann ein genaueres Bild machen. Aber wir müssen aufpassen, darunter ist auch ein Schwarzer Peter, der gehört gar nicht zur Muldentalbahn... und wenn das nix wird, dann wirst Du wohl morgen, an Deinem freien Samstag, die ganze Strecke noch mal abfahren müssen …“

Glücklicherweise hat Mandy wenigstens ein gutes fotografisches Gedächtnis, denn bei 51° 1A.BCD 012° 45.EFG traf sie tatsächlich noch am selben Tag Bahnelektriker Reinhard Saftdroff, wie er gerade mit seinem Schlitzschraubenzieher daran arbeitete, überall eins weniger zu machen. Der war so erfreut, das wegen seines Gehaltes alle möglichen Hebel in Bewegung gesetzt worden waren, daß er Mandy gleich noch zu seiner geheimen Dienstkaffeemaschine eingeladen hat.
Was er dann sah, als er den Wassertank befüllen wollte, das erfährst Du erst am Final.
Hinweis:
An keiner der 3 Stages müssen für den Cache Verbotsschilder missachtet oder Abgesperrtes überwunden werden. Gleise (auch die der stillgelegten Bahnlinie) bitte NICHT betreten, das ist für den Cache nicht nötig, es sollen ja dort auch (sehr sehr sporadisch) Draisinen unterwegs sein, die kommen lautlos um die Kurven ... zumindest wenn die Besatzung noch nicht feuchtfröhlich ist.
Weil Bahnhof Lastau mittlerweile "privatisiert" und bewohnt ist, und ihr nicht ums Grundstück herumschleichen sollt,
verraten wir: F=4
Weil der Cache immer schön selten gefunden wurde, haben wir uns doch zu einem Checker überreden lassen ;-) da isser

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