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Industriestadt Neustadt-Glewe - Lederwerk Traditional Cache

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Blaubaer61: Cachkontrolle gestern abend: So soll es denn sein. Danke für die schönen Logs!

Die Bonusinfo steht im Listing. Im Bonus verlinkt, bleibt dieses auch weiterhin erreichbar.

@07:29

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Hidden : 6/18/2013
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   micro (micro)

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Geocache Description:


Aus nun schon mehrfach gegebenem Anlass:
Die Dose NICHT MIT GEWALT HINEINPRESSEN, wenn das notwendig erscheint, steckt sie in der falschen Seite!!!

  • 1. Das Kleine in das Mittlere, Deckel nach AUSSEN!
    Das passt und hält so herum genau!
  • 2. DANN ERST das Mittlere (mit dem Kleinen) in das Große stecken! Deckel voran!


Auch wenn es heute unglaublich klingt und nur noch ganz wenige Spuren davon zeugen: Neustadt-Glewe ist die älteste Industriestadt Mecklenburgs.

Zur Reihe:
In jüngerer Vergangenheit, d.h. in der 2. Hälfte des 20. Jh. hatten die "modernen" Neustädter Werke in der Summe am Ende mehr Beschäftigte, als die Stadt selbst Einwohner hatte. Zu diesen zählten die großen drei, also Lederwerk, Fernmeldewerk, Hydraulik, aber auch eine Reihe kleinerer Werke wie ACZ, VEG, Betonwerk, Tieraufzuchtmittelwerk, zu denen sich zuletzt auch noch die Geothermie gesellte.

Woher kamen die Arbeiter? Aus der Stadt und aus dem näheren und weiteren Umland. Ein reger Bus- und Bahnverkehr ermöglichte dieses. Ende der 70er Jahre sprach man sogar von der "Dreistadt Neustadt - Ludwigslust - Grabow". Während Neustadt darin den industriellen Teil darstellt, Stand Grabow mit Pfeffernuß, Brauerei und z.B. Goldleiste für Nahrungsmittelproduktion und Leichtindustrie. Ludwigslust als Kreisstadt stellte dagegen den Verwaltungs- und Ämter- sowie mit Krankenhaus und Polyklinik den medizinischen Schwerpunkt der Region. Natürlich verwischten sich diese Dinge etwas, wenn man an die BAMA oder Fleischwaren in Lulu oder das Lazarett in Neustadt denkt, aber im Groben traf das so zu.

Historisch gesehen liegen die industriellen Wurzeln Neustadts jedoch weit tiefer. Wer sich zum Burgtor begibt, findet davor stehend linkerhand eine Schautafel, welche über einen Teil der historischen Eisen- und Hüttenindustrie in Neustadt berichtet.

Die Neustädter Eisenwerke produzierten also nicht nur Ofenplatten und das Metallgeländer an der Schweriner Schlossbrücke, sondern auch Kanonenkugeln für den Kampf Schill und Wallensteins um Stralsund. Selbst Cortez soll in Südamerika schon in Neustadt gegossene Kugeln aus Raseneisenerz der Lewitz eingesetzt haben, verhüttet auf Feuern, gespeist mit den einst als unerschöpflich geltenden Gehölzen der Waldlewitz.

Im Text besagter Schautafel wurden jedoch die Johann-Albrecht-Werke vergessen, die die Neustädter Eisenindustrie-Tradition noch weit in das 20. Jh. hinein u.a. als Produzent von Eisenbahnwagen fortsetzten. Die alte Goethe-Oberschule wurde auf den Fundamenten der Werksschmiede errichtet und unterm heute verschwundenen Thälmann-Gedenkstein auf dem heutigen Scholl-Platz (warum wurde der namentlich eigentlich vom Schloss zum heutigen Ort verlegt??) soll sich immernoch die alte Eisenbahn-Drehscheibe der Albrechtwerke befunden haben.

(Diese Informationen entstammen neben der auf der Tafel genannten Quellen u.a. auch einer Stadtchronik des Lehrers Prorepp von 1912, Original im Privatbesitz, die auch als Replik zum 725jährigen Stadtjubiläum einst käuflich erhältlich war)


Bounushinweis der Reihe:
Wer den Bonus dieser kleinen Reihe heben möchte, möge bitte das auf den Tafeln am Burgtor genannte Jahr erkunden, in dem Wallenstein die seit 1503 nachweisbaren ältesten Eisenwerke in Rüstungsbetriebe umwandelte.


Zum Cache:

Das Lederwerk
Ende des 19. Jh. entstand an der südöstlichen Ecke der Stadt, direkt an der Elde das Werk, welches sich zumindest zu Europas größtem Lederproduzent mit am Ende mehr als 2000 Beschäftigten entwickeln sollte. Im Gegensatz zu eher handwerklich arbeitenden südeuropäischen und lateinamerikanischen Produzenten, wurde hier großindustriell mit eigens dazu geschaffenen Verfahren gearbeitet. Schwerpunkt war (zumindest nach dem 2. Weltkrieg) die Produktion von Schweinsleder als Möbel-, Bekleidungs- und Industrierohstoff für Inland und Export.

Ende der 70er kam die Kunstlederproduktion als neuer Produktionsteil dazu, die später auch noch in Richtung medizinische Protesen- und Implantat-Rohstoffe weiterentwickelt wurde. Mir selbst sind aus mitte der 80er geführten Geprächen mit leitenden Mitarbeitern der Entwicklung Arbeiten bekannt, die in speziell elektrostatisch reagierende Materialien münden sollten, welche als Beschichtungen von Diskettenträgertaschen die heimische Computerindustrie beliefern sollte. HighTec-Reinstraumtechnik, entworfen mit unglaublich viel intellektuellem und improvisationstechnischem Potential der Mitarbeiter - umstandsbedingt aber angesiedelt zwischen Chromgerbung, schwefelwasserstoffgesättigter Luft im Werk und sächsischen Mutterboden verfeuernden Heizwerken. Wo das endete, ist allen bekannt.

Apropos Ende: Die Lederwerke hatten einen unglaublichen Wärmebedarf. Glücklicherweise fanden Probebohrungen mitte der 80er quasi direkt unter den Werken (real: ca. 2km entfernt) Deutschlands heißeste Geothermiequelle, die natürlich umgehend erschlossen wurde, um nahe Wohngebiete und Werke zu versorgen. Als das dann fertig war, gab es allerdings Land und Lederwerk nicht mehr. Heute heizt die Geothermie einige Wohnungen der Stadt.

Noch eine Anektote: Neustadt brauchte keine Wetterstation, es hatte ja das Lederwerk. Kam man die 191 von Parchim rein und es stank kurz vor der Stadt nach faulen Eiern, wurde das Wetter schlecht. Stank es dagegen, wenn man von Lulu in die Stadt reinfuhr, wurde das Wetter gut. Was einem allerdings im Nachhinein das Schmunzeln über diese "Wetterstation" auf den Lippen ersterben läßt: Schwefelwasserstoff ist von ungefährlicher Konzentration, wenn man es noch riecht. Innerhalb der Stadt stank es eigentlich nie...

Aber selbst daraus machten die Neustädter Ingenieure noch eine improvisationstechnische Tugend: Im Fenmeldewerk, gleich nördlich hinter der der Bahnlinie, wurde die Materialgüte der Kontakte der dort produzierten Mehrfach-Koordinatenschalter praxisorientiert in anderswo kaum möglich kurzer Zeit ermittelt: Indem man diese auf Draht aufgefädelt bei offenem Süd-Fenster einige Zeit der Lederwerksluft aussetzte und wartete, nach welcher Zeit sie beschlugen. Welch Innovations- und Improvisationstalente - undenkbar für Ingenieure, welche jederzeit einfach alles bei Conrad und Co bestellen konnten und können.

Der Cache befindet sich bei einer historischen Gerbstoff-Pumpe aus der Anfangszeit des Werkes, die heute als Ausstellungsstück auf den Fundamenten der alten Betriebswache steht.


Bonusfrage Lederwerk:
Gesucht ist die Abkürzung des Anfang der 80er im gegenüberliegenden Fernmeldewerk entwickelten Produktes zur digitalen Telefonvermittlung (siehe Listing GC4EE3F, 3 Buchstaben)

Additional Hints (Decrypt)

Crgyvat avpug qerura!

Decryption Key

A|B|C|D|E|F|G|H|I|J|K|L|M
-------------------------
N|O|P|Q|R|S|T|U|V|W|X|Y|Z

(letter above equals below, and vice versa)