Das Concordia Theater Bremen ist ein kleines Theater an der Schwachauser Heerstraße und Herderstraße in Bremen. Die schlichte Raumbühne besitzt bisher keine aufwendige Technik und hat 120 Zuschauerplätze.
Geschichte
Die Anfänge des Concordia als kulturelle Einrichtung in Bremen reichen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Im damaligen Eisenbahnpavillon fanden ab 1851 regelmäßig jeden Sonntagmorgen Gartenkonzerte mit geistlicher Musik statt. Im Jahre 1880 wandelte man das Gebäude in eine Schankwirtschaft um und gab ihr den Namen Concordia (Latein für ‚Eintracht‘). Diese Restauration hielt sich mit Unterbrechungen unter verschiedenen Betreibern bis heute. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges befand sich im Concordia für einige Jahre ein Kino mit angeschlossener Gaststätte. Nachdem dieses ausgezogen war, stand das Haus mehrere Jahre leer.
Anfang der 1970er Jahre entdeckte Kurt Hübner, der damalige Intendant des Theater Bremen, den leerstehenden Bau und ließ ihn umbauen. Ab dem 26. Januar 1971 war das Concordia die Studio-Bühne der Theater der Stadt Bremen und diente als Hausbühne des Bremer Tanztheaters. Viele bekannte Regisseure arbeiteten in diesem Theater. Im Jahre 1975 engagierte der Intendant Peter Stolzenberg den ungarischen Schriftsteller und Regisseur Gorge Tabori und gab ihm die Möglichkeit, im Concordia sein Theaterlabor mit einem Ensemble von zehn Schauspielern einzurichten. Taboris erstes Stück im Concordia war Talkshow, gefolgt von Ein Hungerkünstler, Siegmunds Freude und Hamlet. Seine Inszenierung des Hungerkünstlers löste einen kleinen Skandal aus, da er die Darsteller in einem Selbstversuch 40 Tage unter der Aufsicht eines Arztes fasten ließ. Der damalige Bremer Kultursenator Horst Werner Franke drohte, die Schauspieler zwangsernähren und den Regisseur verhaften zu lassen, was dazu führte, dass die Verträge mit den meisten Beschäftigten nicht verlängert wurden. Taboris Zeit am Concordia endete, als 1978 der Intendant wechselte.
Aktuelle Nutzung
Zur Spielzeit 2007/08 trennte sich das Theater Bremen aus finanziellen Gründen vom Concordia und über einige Monate war ungewiss, ob das Haus eine Zukunft hat. In den Räumen des Theaters war für kurze Zeit ein Restaurant eingemietet, das sich allerdings in Konkurrenz zu dem Betrieb im vorderen Teil an der Schwachhauser Heerstraße nicht halten konnte. Schließlich einigten sich das theaterlabor Bremen und die bremer shakesbere company auf eine Kooperation. Neben Theater und Tanz sollten auch Musik und Literaturlesungen veranstaltet werden.
In der Spielzeit 2012 zog die bremer shakespeare company von Räumen in der Neustadt vorübergehend in das Concordia um.