Der Cache „Wrackteilchen #16“ (GC2FD1J) brachte uns auf die Idee, ebenfalls einen Flugzeug-Cache zu legen. Wir wussten, dass im Dezember 1945 ein amerikanischer B-17 Bomber in den Allgäuer Alpen abgestürzt ist. Der viermotorige Bomber war im Konvoi mit mehreren anderen Maschinen unterwegs von St. Trond (Belgien) nach Landsberg. Wahrscheinlich durch aufkommenden Nebel verlor die Besatzung die Orientierung. Das Flugzeug zerschellte am 14.12.1945 in der Westwand des Hochvogels. Die Unfallursache ist nie ganz klar geworden, sie wurde letztlich so festgehalten: „Grobe Navigationsfehler in Verbindung mit dem unvermuteten Auftreten der unter Punkt 3 beschriebenen Bedingungen (Wetter) und ein nachfolgender Absturz in den Schweizer Alpen ist nach Einschätzung des Unterzeichners die einzige mögliche Erklärung für das Verschwinden des vermissten Flugzeuges." Allerdings stellte sich die Schweiz als Allgäu heraus. Am Hochvogel liegen noch immer Teile des Wracks herum, zum Beispiel fast das gesamte vordere Fahrwerk. Unseren Recherchen zufolge hatte die Besatzung den Flieger auf den Namen „Laura“ getauft. Somit war klar: „Laura’s last flight“ wird der Name unseres ersten eigenen Geocaches sein. Wir machten uns auf den Weg zum Hochvogel um die Situation vor Ort zu erkunden. Die Stelle, an der das Bugrad lag war ideal für einen Cache. Aber: unsere Laura lag zu nah am bereits existierenden Gipfelcache. Wir hätten also nie eine Freigabe erhalten.
Deshalb machten wir uns auf die Suche nach einem anderen Wrack in den Allgäuer Alpen. Und fanden diese höchst interessante Geschichte.
Am 21.Januar 1944 starteten die Alliierten von North Yorkshire (England) einen nächtlichen Luftangriff auf Magdeburg. Eine der Maschinen war eine von Handley Page gebaute Halifax MK V der RCAF (Royal Canadian Air Force) mit der Kennung DK 237.

Während der Bombardierung wurde das Flugzeug abgeschossen. Darüber gibt es unterschiedliche Meldungen. Zum einen wird von einem Flaktreffer berichtet, andere Quellen sprechen von einem Abschuss durch einen Nachtjäger. Die 7-köpfige Besatzung sprang mit dem Fallschirm ab. Ein Besatzungsmitglied starb an seinen Verletzungen, die anderen sechs kamen in Kriegsgefangenschaft. Die Namen der Besatzungsmitglieder wollen wir hier aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen nicht nennen.
Nun das Unglaubliche: das Flugzeug war trotz Treffer offensichtlich noch flugfähig. Durch den eingeschalteten Autopiloten flog die Maschine von Magdeburg bis in die Hornbachkette, wo sie an der Felswand unterhalb der Kreuzkarspitze zerschellte. Die Trümmer des Wracks rutschten in den darunter liegenden Kreuzkarsee. Dort sind sie heute noch über weite Bereiche verstreut zu sehen.

Da die Maschine zur kanadischen 428. Squadron – auch "Ghost Squadron" genannt – gehörte und quasi geisterhaft bis in die Alpen flog, haben wir uns den Namen Ghostflight ausgesucht.
Wir möchten auch ganz klar machen, dass wir mit diesem Cache keine militärische oder gesellschaftspolitische Stellung beziehen.
Vielmehr gedenken wir allen Opfern kriegerischer Auseinandersetzungen.