Auf dem Plateau des Gebenstorfer Horns standen 3 einzigartige Artilleriebeobachtungstürme, von denen einer erhalten geblieben ist. Der 18m hohe Gittermast konnte um weitere 5m über die damalige Baumwipfelhöhe ausgefahren werden. Im Sockel befindet sich ein Betonunterstand.
Zur Geschichte: Die Limmatlinie oder Limmatstellung war eine militärische Verteidigungslinie der Schweizer Armee während des 2. Weltkrieges gegen einen gegnerischen Einfall von Norden. Die Armee bezog nach der Mobilmachung vom September 1939 eine Bereitschaftsaufstellung im Mittelland.
Die Limmatlinie erstreckte sich von Sargans über Walensee-Linth-Zürichsee-Limmat-Bözberg-Hauenstein bis zum Gempenplateau - mit Schwergewicht zwischen Zürichsee und Hauenstein - und war eine Art Fortsetzung der französischen Maginot-Linie. Die Soldaten nannten sie deshalb und weil der Bau der Stellungen unter hohem Zeitdruck erfolgte „Mag-I-No-Cho-Linie“ (Schweizerdeutsch, sinngemäss: Schaffe ich es noch?).
Der General beabsichtigte eine Bunkerlinie – wie am Rhein bereits weitgehend vorhanden – direkt an der Limmat zu bauen. Die Planer des 3. Armeekorps konnten den General jedoch davon überzeugen, die Abwehrfront in einer ersten Phase auf die bewaldeten Höhen südlich der Limmat zu verlegen, weil eine Abwehrstellung am Fluss von den nördlichen Höhen dominiert würde. Feindliche Übersetzaktionen sollten primär mit Artilleriefeuer von den Höhen zerschlagen werden. Gelang der gegnerische Übergang trotzdem, so sollte der nächste nachhaltige Widerstand auf der Linie der vorgeschobenen Stützpunkte Altstetten, Schlieren, Dietikon, Spreitenbach und Killwangen erfolgen.
Da die Zeit knapp war, die Truppe selber baute und bis Mitte 1940 keine einheitlichen Richtlinien vorhanden waren, wurde vielfach nach eigenen Plänen konstruiert. Die Befestigungen der drei Divisionen unterschieden sich stark.
Im mittleren Abschnitt der 8. Division ging es darum, die Achse Baden-Dättwil zu sperren und einen Vorstoss über das Plateau des Gebenstorfer Horns zu verhindern. Im linken Abschnitt der 8. Division wurde am Fuss des Gebenstorfer Horns eine 350m lange Tanksperre erstellt, die die Engnis von Gebenstorf sperren sollte. Die Sperre konnte von 14 Bunkern im Dorf Gebenstorf und auf einer Reussinsel verteilten Bunkern unter Feuer genommen werden. Die Kuppe des Gebenstorfer Horns diente der Artilleriebeobachtung ins Engnis der Aare, auf deren Einbruchsachse 84 Artilleriegeschütze konzentriert waren.
Am 23. Juni 1940 – zwei Tage nach der Kapitulation Frankreichs – gab General Guisan den Befehl zum Stopp der Befestigungsarbeiten in den bisherigen Stellungen. Weil die Limmatstellung auf die Dauer nicht gehalten werden konnte, entschloss sich General Guisan am 10. Juli 1940 das Gros der Armee ins "Reduit National" zurückzuziehen.
Im Frühjahr 1944 wurde die Limmatstellung wieder bezogen. Bis zum Ende des Kalten Krieges blieb sie von militärischer Bedeutung.
ENGLISH:
Here, you can see the only remaining one of what used to be 3 Artillery observation towers. The 18m high steel construction could be extended by 5m to reach over the tree level of that time. In the base of the tower, there is a concrete shelter.
History: The "Limmat Line" was a fortified defensive position built by the Swiss Army during World War II. It was designed to repel an enemy attack from the north. However, after the French capitulation in June 1940, most of the Swiss Army was ordered to retreat to the "Reduit", a defensive position in the Alps. In 1944, the Limmat Line regained importance and continued to be part of the Swiss military defensive strategy until the end of the Cold War.
(Quelle / source: Wikipedia)