Marmor am Hohen Meißner
Hinweis!
Ihr befindet euch hier in einem Naturschutzgebiet, es gilt das Wegegebot! Um diesen EarthCache zu loggen ist es nicht erlaubt und auch nicht erforderlich die gekennzeichneten Wege zu verlassen. Am besten ihr folgt von den Parkkoordinaten dem Wanderweg zum Aussichtspunkt Heiligenberg und dann über den Referenzpunkt zu den Koordinaten. Vor Ort bewegt euch an einem Hang unterhalb einer Klippe achtet dabei auf eure Trittsicherheit!
Die Geologie des Hohen Meißner
Der Hohe Meißner zählt zu den höchsten Erhebungen Hessens. Er ist zwischen Kassel und Eschwege gelegen und hat eine Ausdehnung von Nord nach Süd von 8 km und von West nach Ost von ca. 4 km. Der höchste Punkt wird mit 753,6 m NN angegeben. Die Entstehung des Hohen Meißners begann vor ca. 225 Millionen Jahren im Trias und durch Ablagerungen von Muschelkalk und Buntsandstein am Boden eines riesigen Urzeitmeeres. Im Tertiär vor 20 Millionen Jahren befand sich in dem Gebiet eine Senke, in dieser wuchsen bei tropischem Klima Sumpfwälder. Diese bildeten mächtige Torfschichten, aus denen später Braunkohlelager entstanden (siehe auch "Tagebau Kalbe - Der Flözbrand"). Aufgrund vulkanischer Aktivitäten trat vor 13 bis 5 Millionen Jahren durch Spalten und Verwerfungen mehrfach dünnflüssige Lava aus und füllte die vorhandene Senke. So erhielt der Hohe Meißner eine heute noch 150 m dicke Basaltdecke, die ihn widerstandsfähiger gegenüber Erosionsprozessen machte als sein basaltfreies Umfeld. Durch die Hebung der gesamten Region wurde das Basaltplateau als "Härtling" aus den weicheren umgebenden Schichten heraus präpariert (Reliefumkehr), sodass der Hohe Meißner sein Umland heute noch deutlich überragt.

Geologischer Aufbau des Hohen Meißner
Die Entstehung des Marmors
Marmor entsteht durch metamorphe Umwandlung von carbonatreichen Gesteinen wie Kalksteinen oder Dolomiten unter Einfluss von hohem Druck und hoher Temperatur. Diese können durch tektonische Versenkung (Regionalmetamorphose) oder durch Aufheizung im Kontakt mit Gesteinsschmelze (Kontaktmetamorphose) entstehen. Wie bereits im Abschnitt zur Geologie des Hohen Meißner beschrieben liegt dieser auf einer Schicht von Buntsandstein und Muschelkalk. Während des Jungtertiärs vor ca. 10-12 Mio. Jahren drang auch an dieser Stelle durch eine tektonische Spalte glutflüssiges Magma an die Erdoberfläche. Dieses Gestein (Bild 1) lässt sich auch noch am Standort finden. Diese tektonische Spalte befand sich im Grundgestein des Hohen Meißners, welcher an dieser Stelle aus Schichten des Oberen und Mittleren Muschelkalk besteht. Dieser Muschelkalk lagerte sich vor ca. 215 Mio. Jahren als mariner Kalkstein ab. Oft lassen sich die für die Ablagerung typischen Sedimentschichten (Bild 2) erkennen. Die Stellen der Austrittspalte, an denen das glutflüssige Magma mit den Muschelkalk (Paragesteinen) in Kontakt geraten ist bildete sich ein sehr kompaktes und festes Gestein, ein unreiner Marmor. Da dieser Aufschluss nur eine geringe Mächtigkeit aufweist wurde hier nie ein Abbau betrieben. Marmor zeichnet sich neben den Bestandteil von mindestens 50 Volumenprozent Kalkstein (Calcit, Dolomit oder seltener Aragonit) aus, dass die durch die Umwandlung des Kalkgesteins entstandenen Kristallkörner des Calcits meist mit dem Auge erkennbar sind. Die typische "Marmorisierung" entsteht durch stoffliche Beimengungen in den Ursprungsgesteinen, hierbei kann es je nach Art des Stoffes zu verschieden Farbvarianten des Marmor kommen. Die Farbpalette reicht von schwarzgestreift über gelb, grün, rosa - rot bis zu weißem Marmor.

Begebt euch an die angegebenen Koordinaten, beantwortet die folgenden Fragen und schickt uns hier die Antworten.
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Fragen:
1. Durch welche Art der Metamorphose ist der Marmor entstanden?
2. Wie hoch muss die Temperatur des Magma mindestens gewesen sein?
Betrachte nun das Gestein (Marmor) genauer.
3. Lassen sich Sedimentschichten (wie auf dem Bild) erkennen?
4. Welche Farbvarianten lassen sich im Gestein erkennen?
5. Lassen sich Kristallkörner des Calcits erkennen? Welche Größe haben sie?
Quellen / Bilder / weitergehende Informationen:
Murawski / Meyer: Geologisches Wörterbuch
http://de.wikipedia.org/wiki/Hoher_Mei%C3%9Fner
http://de.wikipedia.org/wiki/Marmor
http://www.pinatubo.net/geologie/eschwege2.htm
Happy Hunting wünschen

