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Der Salzige See EarthCache

Hidden : 10/20/2013
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:


Der Salzige See

Der "Salzige See" war neben dem "Süßen See" einer von zwei Seen, die lange Zeit das Landschaftsbild der hiesigen Region bestimmten. Sie galten als die "Blauen Augen" des Mansfelder Landes, als dritten See gab es auch noch den Faulen See am heutigen Ortsrand der Stadt Eisleben . Übrig geblieben ist der Süße See, der Salzige See verschwand infolge des Bergbaus komplett und hat aktuell die Chance sich wieder zu alter Größe auszubreiten, wenn der Mensch ihn nur lässt. Geologie live - die Neuentstehung eines See's.


Blick von der Infotafel auf die Teufe bei den obigen Koordinaten

Entstehung und Geologie des Salzigen See's

Die Mansfelder Seen, zu denen der Salzige See gehört, bildeten sich nach der letzten Eiszeit. Die drei Seen entwickelten sich jedoch nicht gleichzeitig. Erste Seeablagerungen im Gebiet des Salzigen Sees entstanden bereits zum Ende der letzten Eiszeit vor ca. 14.000 Jahren. Doch erst im auf die Eiszeit folgenden Holozän entwickelte sich die ausgedehnte Seefläche des Salzigen Sees, die vor ca. 300 Jahren die größte Ausdehnung mit ca. 850 Hektar Fläche hatte. Vor ca. 8.000 - 7.000 Jahren begann sich der Süße See zu bilden, der Faule See entstand dann erst vor ca. 6.000 Jahren, war aber bereits im Mittelalter schon wieder verschwunden.

Derartige Senken, wie die des Salzigen Sees treten in Gebieten auf, in den der Untergrund aus wasserlöslichen Salz-, Kalk- oder Gipsgesteinen besteht. Diese entstehen meist durch Auslaugungen des Gesteins, wenn Grundwasser diese Gesteine auswäscht. Voraussetzung dazu ist, dass in den Bereich genügend Wasser herangeführt wird und das mit den Auslaugungen versetze Wasser wieder abfließen kann.

Liegt das auflösbare Gestein an der Oberfläche entstehen eher flache Mulden . Liegt es hingegen mehr in der Tiefe wie hier beim Salzigen See, erfolgen einer oder mehrere schlagartige Einbrüche oder er erfolgt eine großflächige Senkung des Geländes, wenn denn der Untergrund auch großflächig ausgelaugt wurde. 
Über eine sehr lange Zeitspanne entwickeln sich unterirdische Höhlensysteme. Gelegentlich kommt es vor, dass die Decke der Höhle die Last des darüber befindlichen Materials nicht mehr tragen kann. Teile der Decke oder die Decke insgesamt können einbrechen. Setzt sich ein solcher Einsturz bis an die Erdoberfläche fort und der Erdboden sackt ein, entstehen entweder Erdfälle oder es entsteht eine derart großflächige Senke.

Die für die Entstehung der Mansfelder Mulde relevanten Auslaugungen finden durch Tiefenwasser in den salzhaltigen Schichten des Zechsteines und des Buntsandsteines statt. 

Die Entstehung des Buntsandsteins ist dem Trias in einem Zeitraum von vor 243 bis 251 Mio Jahren zuzuordnen.
Insbesondere der Obere Buntsandstein besteht überwiegend aus tonigen und siltigen Sedimenten in die Evaporite (Gips, Anhydrit und Steinsalz) eingelagert sein können. In den Randbereichen kommen auch sandige Lagen vor (z. B. Fährtensandstein).

Die Entstehung des Zechsteins ist auf das Zechsteinmeer im Perm zurückzuführen. Das Zechsteinmeer war ein flaches Randmeer, das sich im Perm vor etwa 258 Mio. Jahren durch Absenkungsvorgänge der Erdkruste zu bilden begann. Innerhalb von ca. 7–30 Mio. Jahren erstreckte es sich mit einer Fläche von ca. 1 Mio. km² (vergleichsweise ca. 1000 km × 1000 km) über weite Teile Europas. Ein Größenvergleich mit dem schwarzen Meer bietet sich an. Das Gebiet reichte von Mittelengland, Norddeutschland über Polen bis nach Litauen, in Nord-Süd-Richtung von Dänemark über Mitteldeutschland bis in die oberrheinische Tiefebene an den Alpenrand.

Das Zechsteinmeer:

Quelle: Wikipedia

Namensgebend für das Meer sind die Schichten des Zechsteins. Die in Deutschland weit verbreiteten Gesteine bildeten sich aus den Ablagerungen des Zechsteinmeeres bis vor ca. 251 Mio. Jahren. Durch Verschiebungen in der Erdkruste bildeten sich Schwellen (Barren) und wassergefüllte seichte Senken, die weiterhin mit der salzreichen Nordsee verbunden blieben.

Durch Verdunstung des Wassers erhöhte sich darin allmählich die Konzentration der darin gelösten Stoffe. Diese Salze fielen entsprechend ihrer Löslichkeit aus, zunächst die schwer löslichen Calciumsalze (Carbonat und Sulfat), dann das mengenmäßig dominierende Natriumchlorid (als Halit) sowie zuletzt die begleitenden Kalium- und Magnesiumsalze. Über die Barren floss wieder Meerwasser nach und der Untergrund des Beckens sank erneut ab. Die abgelagerten Steinsalzschichten wurden so in manchen Regionen teilweise mehrere Hundert Meter dick. Hier im Bereich der Mansfelder Mulde hat das Steinsalz eine Mächtigkeit von unglaublichen 1.000 m erreicht.

Auf Grund der Auslaugung - man spricht hier auch von Subrosion - im Untergrund des Sees kam es zu Schichtstörungen des Buntsandsteins an den Seeufern, zu Einstürzen und zur Bildung trichterförmiger Vertiefungen. Weiterhin verursachte die, durch Umwandlung von Anhydrit in Gips bedingte Hebung des östlichen Geländes (Gips entsteht durch die Reaktion von Anhydrit mit Wasser, dabei vergrößert sich das Volumen) eine Aufstauchung in den Flusstälern, die das Seebecken durchzogen.

Tiefenbohrungen zur Untersuchung des Kupferschiefers ergaben, dass im Untergrund des Seegeländes bis nach Eisleben hin eine ausgedehnte und mächtige Masse von Steinsalz liegt. Der große Wasserverlust durch Salzauslaugung in der Tiefe bedingte eine Senkung der auflagernden Steinsalze und bewirkte damit an der Oberfläche die Bildung einer Hohlform. Die Auslaugung und die von ihr verursachte Geländesenkung sind auf das Gebiet des Salzspiegels begrenzt. Dieser verläuft von Eisleben bis Wansleben ziemlich einheitlich bei 145 –150 m unter NN, also etwa ??? m unter dem trockenen Boden des ehemaligen Salzigen Sees, entstanden durch unterirdische Auslaugungen des ehemals hohen Oberteils der Salzmasse. Die Talsenke der Mansfelder Mulde ist also durch Senkung infolge Salzauslaugung entstanden.

Heute zeugen noch der Bindersee, Kernersee, Langer See, Tausendsee, Teufe (Dein Standort) und einige kleinere Wasserlöcher, verteilt im ehemaligen Gebiet des Salzigen Sees von seiner einstigen Größe.

Niedergang des Salzigen Sees durch den Bergbau 

In den natürlichen Vorgang, der sich der sich in Millionen von Jahren ständig vollzog, nämlich die kontinuierliche Wasserführung vom Westrand der Mansfelder Mulde in das Steinsalzflöz von 1000 m Mächtigkeit und der ständigen Wasserbewegung (es gab bis zu 30 Solquellen), griff der Mensch ein.

Je tiefer der Kupfer abgebaut wurde, um so mehr mussten Entwässerungsmaßnahmen vorgenommen werden. Der Zirkulationsweg des Wassers wurde durch den Kupferbergbau unterbaut. Es entstanden vertikale Verbindungen zwischen den Grubengebäuden und dem im Hangenden Zechsteingebirge zirkulierenden Wasser. Die Folge waren ab dem Jahr 1892 katastrophale Wassereinbrüche in den Gruben, die sich immer mehr in den Norden verlagerten. 

Die für die Gruben verantwortliche Mansfelder Gewerkschaft erwarb das Recht, den Salzigen See künstlich zu beseitigen, um eine Gefährdung der Schächte durch eventuell hereinbrechende Wassermassen auszuschließen. Im Januar 1894 war das Seebecken des Salzigen Sees völlig trockengelegt, so dass die Brunnen in den umliegenden Dörfern versiegten, Mühlbäche und Uferzonen versandeten und die Bevölkerung der gesamten Seegegend unter dem allgemeinen Wassermangel litt. Das gesamte natürliche Vorflutsystem des Sees musste geändert werden. Man führte die größeren Zuflüsse in einem nördlichen und südlichen Ringkanal um die Seefläche herum, kleine Zuflüsse in offenen Gräben zum Pumpwerk.

Diese vertikalen Verbindungen in der Tiefe blieben auch nach Trockenlegung des Sees erhalten, das beweisen die Wasserverluste des Bindersees durch einen Erdfall 1961 und seine nochmalige Belebung 1968. Die im Seengebiet ehemals vorhandenen natürlichen Quellen wirkten wie Schlucklöcher für das Wasser des Sees. Dabei hatte die Trockenlegung des Sees nur geringen Einfluß auf die Wasserabgabe an den Untergrund. Geologische Bedingungen waren die Ursache für das Verschwinden des Niederschlagswassers auf diesem Wege – bis zur Flutung der Schächte 1970 – 1981. Über den Schlüsselstollen wurden diese Wasser abgeleitet – bis heute. Mit der Aufgabe der Flutung der Schächte 1981 ging die erhebliche Druckdifferenz zwischen Tagesoberfläche und Grubenfeld von ca. 300 m verloren. Durch das Erreichen des Wasserstands – Niveau Schlüsselstollen beträgt die Druckdifferenz 0. Der Wasserstrom geht zum Teil wieder in Richtung Seengebiet. Die Belebung der Quellen und eine Vergrößerung der zu hebenden Wassermenge belegen dies. Das hydraulische Gleichgewicht ist wieder hergestellt und würde man die Menge des Salzwasserabflusses über den Schlüsselstollen reduzieren, käme es zu einem beschleunigten Anstieg des Wassers im Seengebiet.

Perspektive/Chance für den Salzigen See

Die Landesregierung von Sachsen-Anhalt beschloss Anfang 1995, den Prozess der Wiederentstehung des Salzigen Sees zu unterstützen. Für dieses Vorhaben wurde eigens die Entwicklungsgesellschaft Seengebiet Mansfelder Land mbH gegründet und mit Finanzmittel des Landes ausgestattet.

Die Wiederentstehung eines verschwundenen Sees mit einer Fläche von etwa 850 ha nach über 100 Jahren berührt allerdings viele Bereiche des öffentlichen Lebens. Wir werden abwarten müssen, ob der Salzige See auch nur annähernd seine alte Größe zurückbekommen wird.

Nun zu den Logbedingungen:
Schön wäre ein Foto von Dir/Euch mit GPS neben der Infotafel vor dem Salzigen See (freiwillig). Als Pflichtaufgabe maile mir bitte die Antworten auf die folgenden Fragen und das Ergebnis des durchzuführenden Versuchs.

Frage 1:
Ermittle in der Nähe der Infotafel die Höhe über N.N. und teile mir mit, wie tief unter dir (und somit unter dem trockenen Boden des Salzigen Sees) das Steinsalz in der Erde liegt.

Frage 2:
Nach welcher Eiszeit ist der Salzige See entstanden (Infotafel)?

Frage 3:
Vor wie vielen Jahren endete die letzte Eiszeit? Nenne mir die Jahre, die in der Tabelle auf der Infotafel genannt sind (nicht die, wo es im Internet zu recherchieren gibt).

Frage 4:
Da aktuell wieder Auslaugungen im Untergrund des Salzigen Sees stattfinden und die Neubildung des Salzigen Sees damit in Zusammenhang steht würde ich gerne von dir wissen, ob die Teufe - als ein Überbleibsel des Salzigen Sees - auch wieder einen gewissen Salzgehalt aufweist. Teile mir dein Ergebnis und die Vermutung/Begründung dafür mit. (Habe ich selbst mit Team durch Geschmacksprobe ermittelt)

Frage 5:
Wie wird die Beschaffenheit deines aktuellen Standortes sein, sollte der See wirklich einmal wieder zu voller Größe anwachsen dürfen?

Der Log darf mit der Zusendung der Antwort an mich erfolgen. Sollte etwas nicht ganz oder nur fast richtig beantwortet sein, melde ich mich. 
Logs, die ohne vorherige Zusendung der Antworten erfolgen, werden kommentarlos gelöscht.

Quellen:  Wikipedia | Exkursion im Einzugsbereich der Mittleren Saale mit den Nebenflüssen Ilm und Unstrut - Eckart Frischmuth & Lothar Rudolph | Neuß, Erich Besiedlungsgeschichte des Mansfelder Landes | www.mansfelder-seen.de

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