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Entstehung und Geologie des Salzigen See's
Die Mansfelder Seen, zu denen der Salzige See gehört, bildeten sich nach der letzten Eiszeit. Die drei Seen entwickelten sich jedoch nicht gleichzeitig. Erste Seeablagerungen im Gebiet des Salzigen Sees entstanden bereits zum Ende der letzten Eiszeit vor ca. 14.000 Jahren. Doch erst im auf die Eiszeit folgenden Holozän entwickelte sich die ausgedehnte Seefläche des Salzigen Sees, die vor ca. 300 Jahren die größte Ausdehnung mit ca. 850 Hektar Fläche hatte. Vor ca. 8.000 - 7.000 Jahren begann sich der Süße See zu bilden, der Faule See entstand dann erst vor ca. 6.000 Jahren, war aber bereits im Mittelalter schon wieder verschwunden.
Derartige Senken, wie die des Salzigen Sees treten in Gebieten auf, in den der Untergrund aus wasserlöslichen Salz-, Kalk- oder Gipsgesteinen besteht. Diese entstehen meist durch Auslaugungen des Gesteins, wenn Grundwasser diese Gesteine auswäscht. Voraussetzung dazu ist, dass in den Bereich genügend Wasser herangeführt wird und das mit den Auslaugungen versetze Wasser wieder abfließen kann.
Liegt das auflösbare Gestein an der Oberfläche entstehen eher flache Mulden . Liegt es hingegen mehr in der Tiefe wie hier beim Salzigen See, erfolgen einer oder mehrere schlagartige Einbrüche oder er erfolgt eine großflächige Senkung des Geländes, wenn denn der Untergrund auch großflächig ausgelaugt wurde.
Über eine sehr lange Zeitspanne entwickeln sich unterirdische Höhlensysteme. Gelegentlich kommt es vor, dass die Decke der Höhle die Last des darüber befindlichen Materials nicht mehr tragen kann. Teile der Decke oder die Decke insgesamt können einbrechen. Setzt sich ein solcher Einsturz bis an die Erdoberfläche fort und der Erdboden sackt ein, entstehen entweder Erdfälle oder es entsteht eine derart großflächige Senke.
Die für die Entstehung der Mansfelder Mulde relevanten Auslaugungen finden durch Tiefenwasser in den salzhaltigen Schichten des Zechsteines und des Buntsandsteines statt.
Die Entstehung des Buntsandsteins ist dem Trias in einem Zeitraum von vor 243 bis 251 Mio Jahren zuzuordnen.
Insbesondere der Obere Buntsandstein besteht überwiegend aus tonigen und siltigen Sedimenten in die Evaporite (Gips, Anhydrit und Steinsalz) eingelagert sein können. In den Randbereichen kommen auch sandige Lagen vor (z. B. Fährtensandstein).
Die Entstehung des Zechsteins ist auf das Zechsteinmeer im Perm zurückzuführen. Das Zechsteinmeer war ein flaches Randmeer, das sich im Perm vor etwa 258 Mio. Jahren durch Absenkungsvorgänge der Erdkruste zu bilden begann. Innerhalb von ca. 7–30 Mio. Jahren erstreckte es sich mit einer Fläche von ca. 1 Mio. km² (vergleichsweise ca. 1000 km × 1000 km) über weite Teile Europas. Ein Größenvergleich mit dem schwarzen Meer bietet sich an. Das Gebiet reichte von Mittelengland, Norddeutschland über Polen bis nach Litauen, in Nord-Süd-Richtung von Dänemark über Mitteldeutschland bis in die oberrheinische Tiefebene an den Alpenrand.
Das Zechsteinmeer:

Quelle: Wikipedia
Namensgebend für das Meer sind die Schichten des Zechsteins. Die in Deutschland weit verbreiteten Gesteine bildeten sich aus den Ablagerungen des Zechsteinmeeres bis vor ca. 251 Mio. Jahren. Durch Verschiebungen in der Erdkruste bildeten sich Schwellen (Barren) und wassergefüllte seichte Senken, die weiterhin mit der salzreichen Nordsee verbunden blieben.
Durch Verdunstung des Wassers erhöhte sich darin allmählich die Konzentration der darin gelösten Stoffe. Diese Salze fielen entsprechend ihrer Löslichkeit aus, zunächst die schwer löslichen Calciumsalze (Carbonat und Sulfat), dann das mengenmäßig dominierende Natriumchlorid (als Halit) sowie zuletzt die begleitenden Kalium- und Magnesiumsalze. Über die Barren floss wieder Meerwasser nach und der Untergrund des Beckens sank erneut ab. Die abgelagerten Steinsalzschichten wurden so in manchen Regionen teilweise mehrere Hundert Meter dick. Hier im Bereich der Mansfelder Mulde hat das Steinsalz eine Mächtigkeit von unglaublichen 1.000 m erreicht.
Auf Grund der Auslaugung - man spricht hier auch von Subrosion - im Untergrund des Sees kam es zu Schichtstörungen des Buntsandsteins an den Seeufern, zu Einstürzen und zur Bildung trichterförmiger Vertiefungen. Weiterhin verursachte die, durch Umwandlung von Anhydrit in Gips bedingte Hebung des östlichen Geländes (Gips entsteht durch die Reaktion von Anhydrit mit Wasser, dabei vergrößert sich das Volumen) eine Aufstauchung in den Flusstälern, die das Seebecken durchzogen.
Tiefenbohrungen zur Untersuchung des Kupferschiefers ergaben, dass im Untergrund des Seegeländes bis nach Eisleben hin eine ausgedehnte und mächtige Masse von Steinsalz liegt. Der große Wasserverlust durch Salzauslaugung in der Tiefe bedingte eine Senkung der auflagernden Steinsalze und bewirkte damit an der Oberfläche die Bildung einer Hohlform. Die Auslaugung und die von ihr verursachte Geländesenkung sind auf das Gebiet des Salzspiegels begrenzt. Dieser verläuft von Eisleben bis Wansleben ziemlich einheitlich bei 145 –150 m unter NN, also etwa ??? m unter dem trockenen Boden des ehemaligen Salzigen Sees, entstanden durch unterirdische Auslaugungen des ehemals hohen Oberteils der Salzmasse. Die Talsenke der Mansfelder Mulde ist also durch Senkung infolge Salzauslaugung entstanden.
Heute zeugen noch der Bindersee, Kernersee, Langer See, Tausendsee, Teufe (Dein Standort) und einige kleinere Wasserlöcher, verteilt im ehemaligen Gebiet des Salzigen Sees von seiner einstigen Größe.
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