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Morphologische Veränderungen im Pilsumer Watt EarthCache

This cache has been archived.

DieCacherGirls: Nach vielen Jahren Earthcache-Spass machen wir jetzt Platz für neue Ideen. Genau wie die Küste der Leybucht sind auch Hobbies den Gezeiten unterworfen; wir haben leider nicht mehr so viel Zeit zum Cachen bzw. für die Betreuung unserer eigenen Caches.
Euch allen herzlichen Dank für die Besuche, die richtigen Antworten, die tollen Fotos und die Schleifchen. Let the earth be your teacher und genießt es da draußen!
Happy Earthcaching wünschen euch DieCacherGirls

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Hidden : 10/22/2013
Difficulty:
2 out of 5
Terrain:
2.5 out of 5

Size: Size:   not chosen (not chosen)

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Geocache Description:

Dieser Earthcache führt euch auf dem Westdeich zum Sperrwerk Leysiel, einem Bauwerk, das fast 4 km in Richtung Nord-Nordwest in das Watt hineinreicht. Bei der Eindeichung der Leybucht handelt es sich um eines der größten Küstenschutzprojekte Niedersachsens. Auf dem Westdeich könnt ihr hier bei Ebbe erleben, wie das Bauwerk die geologische Beschaffenheit des Pilsumer Watts verändert hat und sicherlich auch weiter verändern wird.

Die Bauzeit für das Sperrwerk war von 1985 bis 1991. Durch derart umfassende Massnahmen kam es zu morphologischen Veränderungen im Pilsumer Watt, sowohl hydrogeologisch als auch bei den Wattsedimenten.
Watt entsteht durch das Ablagern sog. Sedimente wie Schluff, Ton und Pflanzenüberreste. Je nach Sedimentanteil unterscheidet man Schlickwatt, Mischwatt und Sandwatt. Schlickwatt enthält über 50% Schluff- und Tonanteile, es ist fast strukturlos, morastig und glänzt sehr dunkel. Wenn Bakterien die Pflanzenüberreste zersetzen, kann es nach faulen Eiern riechen. Sandwatt enthält weniger als 10% Schluff- und Tonanteile, es ist sehr fest und man sieht oft sog. Rippelmarken, wellige Strukturen auf der Sandoberfläche, die durch die Wasserströmung entstehen. Mischwatt ist eine Zwischenform, die leicht an den vielen Wattwürmern zu erkennen ist, denn diese fühlen sich dort am wohlsten. An der Oberfläche sieht man ihre sandigen Kothäufchen.

Morphologische Veränderungen durch das Leysiel bei den Wattsedimenten:
Durch die Eindeichung der Leybucht kommt es zu einer Verschlickung des Pilsumer Watts bei gleichzeitiger Zunahme des Feinkornanteils. Abbildung 1 zeigt die Küste 1983 vor Beginn der Bauarbeiten (der spätere Standort des Leysiels ist bereits eingezeichnet, ebenso sind die Cache-Koordinaten rot markiert). Direkt an der Küste herrscht Schlickwatt vor. Nach einer zweiten Sedimentzone mit Mischwatt und dunklem Sandwatt gibt es zahlreiche gelb markierte Bereiche mit hellem Sandwatt.


Abbildung 1
Abbildung 1: Pilsumer Watt 1983 vor dem Bau
Quelle: eigene Darstellung

Abbildung 2 zeigt die Situation 1996, d.h. fünf Jahre nach Inbetriebnahme des Leysiels. Der orangefarbene Bereich des Schlickwatts hat sich deutlich erhöht. Am Westdeich gibt es nur noch eine kleine, letzte Insel von hellem Sandwatt (an den rot markierten Cache-Koordinaten). Die Experten prognostizieren, dass hier eines Tages ein Buchtenwatt entsteht; vermutlich verschwindet dann auch dieses letzte Stück Sandwatt.


Abbildung 2
Abbildung 2: Pilsumer Watt 1996 nach dem Bau
Quelle: eigene Darstellung

Morphologische Veränderungen durch das Leysiel bei den Flutstromrinnen (hydrogeologisch):
Bei Ebbe ist das Watt nie gänzlich ohne Wasser. Es gibt Gewässer, wie z.B. die Norderley, die immer Wasser führen, dorthin ziehen sich viele Lebewesen bei Ebbe zurück. Von diesen Gewässern gehen Flutstromrinnen aus, die bei Flut das auflaufende Wasser im Watt "verteilen". Diese Flutstromrinnen nennt man "Priele". In Ostfriesland gibt es noch weitere Bezeichnungen dafür: wenn die Rinnen breit wie Wannen werden, heißen sie "Baljen", besonders flache heißen "Legden" und wenn sie ganz jung sind und sich erst noch richtig ausprägen, heißen sie "Rieden".
Durch die Eindeichung der Leybucht kam es zur Veränderung der großen Flutstromrinnen. Beispielsweise hat sich die Pilsumerriede, eine ganz junge Flutstromrinne, nach dem Bau gebildet. Abbildung 3 zeigt die Hydrogeologie nach dem Bau einschließlich einer Expertenprognose. Die Experten prognostizieren nämlich, dass die Norderley langfristig an Bedeutung verliert. Nördlich der Norderley hat sich seit dem Bau die Greetsieler Legde vertieft, die möglicherweise an die Bantsbalje anschließen wird (in der Abbildung rot markiert). Sollte dies geschehen, würde die Tide nicht mehr über die Norderley ein- und ausströmen und die Norderley würde auflanden. Für das Sperrwerk hätte dies zur Folge, dass die Krabbenkutter nicht mehr über das Außentief direkt in die Norderley können.


Abbildung 3
Abbildung 3: Hydrogeologie nach dem Bau
Quelle: eigene Darstellung

Quellenangabe:
Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse und Prognosen sind dem Dienstbericht 6/2001 der Forschungsstelle Küste entnommen. Beweissicherung Küstenschutz Leybucht. Morphologisch-sedimentologische Untersuchungen (Abschlussbericht).

Hinweise zum Besuch:
Bitte schaut im Gezeitenkalender für den Pegel Leyhörn wann Ebbe ist. Die Aufgaben sind nicht bei Hochwasserstand zu lösen! Gezeitentabelle
Zu den Koordinaten kommt ihr nur zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Parken könnt ihr auf dem angegebenen kostenpflichtigen Parkplatz, von dort aus sind es 3,5 km einfach zu den Koordinaten.
Bitte bedenkt, dass ihr euch im Weltnaturerbe Wattenmeer aufhaltet und verhaltet euch entsprechend, verlaßt die Wege nicht und nehmt Rücksicht auf die Vogelwelt. Der Bereich nördlich der Koordinaten kann während der Vogelbrutzeit gesperrt sein, achtet dann bitte auf die Beschilderung.
Von den Koordinaten aus könnt ihr bei Bedarf weiterspazieren bis zum Referenzpunkt, dem Sperrwerk Leysiel (noch weitere 900 Meter, insgesamt 4,4 km einfach ab dem Parkplatz). Der Referenzpunkt ist nicht nötig für die Earthcache-Aufgaben, ihr habt dort einfach nur eine schöne Aussicht auf das Außentief zur Norderley und das obere Pilsumer Watt. In der Nähe des Sperrwerks befinden sich auch zwei Tradis (GC4KT8V und GC1V56V).

Aufgaben:

1) An den Koordinaten befindet ihr euch im hellen Sandwatt. Bitte beschreibt den Unterschied in Zustand und Beschaffenheit des Pilsumer Watts vom Deichaufgang bis zu den Koordinaten: was seht ihr unterwegs, was nicht? Wie unterscheidet sich das Schlickwatt hier vom Sandwatt?

2) Von den Koordinaten aus seht ihr kleinere Flutstromrinnen im Pilsumer Watt. Bitte beschreibt, wo die Flutstromrinnen verlaufen. Wie war die Fließrichtung des Wassers bei eurem Besuch (und warum war sie so)?

Um diesen Earthcache zu loggen zu können, müßt ihr die Antworten auf die Fragen per Mail an die Cacher Girls schicken. Ihr könnt direkt nach Absenden der Mail hier loggen, wir melden uns dann, wenn mit den Antworten etwas nicht in Ordnung sein sollte.
Es gibt hier keine „falsche Antwort“, es handelt sich um Beobachten und Beschreiben zweier geologischer Phänomene. Bitte sendet uns keine Ein-Wort-Antworten vom Smartphone; dieser besondere Ort mitten im Wattenmeer ist aller Mühe wert.

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English version:
This Earthcache will lead you to the west dike embankment of Leysiel, a structure that extends nearly 4 km into the flatlands of the Wadden Sea near Pilsum. The embankment of the Ley Bay build between 1985 and 1991 is one of the largest coastal protection projects in Lower Saxony. On the west dike here at low tide you can see how the building has initiated morphological changes in the tidelands near Pilsum.

Tasks:
1) At the coordinates you are near the tidal sand flats. Please describe the difference in status and condition of the tidelands along the embankment until the coordinates. How do the mudflats here differ from the sand flats?

2) From the coordinates you see minor flood flow channels in the tidelands. Please describe how the flood flow channels drift. How was the direction of the water flow during your visit (and why)?

Notes on your visit:
Please check the tide table for the level "Leyhörn" before you go. The tasks can not be solved at high water level! Tide Table
To the coordinates you get only by foot or by bicycle. You can park your car on the designated pay parking, from there it is 3,5 km one-way to the coordinates. Please consider that that your are in the middle of the UNESCO world natural heritage Wadden Sea and conduct yourself accordingly, do not forsake the paths and take account of the bird world. The area north of the coordinates can be locked during the bird breeding season, then please respect the signs.

Additional Hints (No hints available.)