Einhaus
Der Arbeiter Georg Einhaus, geb. am 2.7.1902 in Harburg. Die Familie wohnte (1933) in der Maretstraße 63.
Georg Einhaus war Kommunist. Ab 1924 arbeitete er bei Thörls Vereinigten Oelfabriken. 1930 wurde er dort in den Betriebsrat gewählt, am 27. Juni 1931 erhielt er die Entlassung, angeblich wegen Arbeitsmangels. Bis zu seiner Festnahme war er dann erwerbslos.Georg Einhaus wurde festgenommen. Wegen "Vorbereitung zum Hochverrat" verurteilte das Kammergericht Berlin ihn zu eineinhalb Jahren Gefängnis, die er in der Haftanstalt Berlin-Tegel verbüßte. Im November 1933 herrschte grimmige Kälte mit Schneetreiben. Georg Einhaus hatte in seiner Zelle nur dünne Kleidung und eine einzige Wolldecke.
Außerdem musste er auf dem nackten Fußboden schlafen. So zog er sich ein chronisches Nierenleiden zu. Im Juni 1934 kam er ins Gefängnislazarett. Er litt zusätzlich an einem Blasenleiden und Darmblutungen und wurde nur unzureichend medizinisch versorgt. Nach seiner Entlassung war er arbeitsunfähig und musste laufend wegen Darmblutungen, Nierenbeckenentzündung und einer Nierenfistel ärztlich behandelt werden.
Von August 1935 bis Januar 1939 fand er schließlich eine Stelle bei Hugo Stinnes in Harburg (u. a. Brikettfabrik und Kohlengroßhandlung) in der 2. Hafenstraße. Dann wurde er krankheitsbedingt entlassen, kam aber vom März bis Juni 1939 auf der Phoenix unter.
Vom Januar 1946 bis zu seinem Tod arbeitete er als Angestellter beim Bezirksamt Harburg. Er war zu 50%, später zu 80% erwerbsgemindert. Am 1. April 1949 starb er an Nieren- und Darm-Tbc und weiteren Krankheiten. Das Krankenhaus bestätigte, dass das Nierenleiden, das er sich in der Haft zugezogen hatte, letztlich zu seinem Tod geführt hat.
Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Hamburg