Willkommen in einer verwundeten Landschaft. Das Land zwischen Pforzen und Germaringen ist ein Kraterfeld. Angefangen hat alles 1939. Der Krieg brauchte Munition. So wurde die Memminger Firma Josef Hebel mit dem Bau der Dynamit Munitionsfabrik am Hart betraut. Für die Anlage musste Kies her - viel Kies, und so vom Hebel ganz in der Nähe mit der Unterstützung von Gastarbeitern, die noch 1939 als Freiwillige angeworben waren, die erste Kiesgrube für den Bau des Werkes angelegt.
Weitere sollten folgen - und so entstand hier an den eiszeitlichen Kiesbänken des Wertach-Hochufer im Lauf der Jahre eine viele hundert Hektar große Wüste aus vielen vielen Kiesgruben. An der Dose stehst du fast zwischen zweien davon, die beide zur Kiesgrube Scheibel gehörten. Die ging Ende der 90er in die Pleite.
Auf der einen Seite, an der Straße nach Pforzen übernahm Riebel das Fertigteilwerk, das heute noch produziert. Auf der anderen Seite der Straße ist ein riesiges, etwa 15 Meter tiefes Loch, das von der Marktoberdorfer Firma Hubert Schmid gekauft wurde. Da ist lange gar nix passiert, bis 2005 die Firmen Dorr, Hubert Schmid und Wittmann beschlossen, dort mitten im Loch ein großes "Entsorgungszentrum" zur "mechanischen Behandlung von Gewerbeabfällen" zu errichten. 2007 ging das Unternehmen in Betrieb. Im März und Mai 2012 gab es zwei spektakuläre Brände in der Anlage. Mitte Januar 2014 stellte das Unternehmen für alle Beteiligten sang- und klanglos den Betrieb ein und soll nun abgewickelt werden.
Der Pforzener Gemeinderat grübelte im Februar 2014 noch darüber, ob man ein Gewerbegebiet dort ausweisen will. Der Boden der großen Grube ist komplett geteert, weil dort der Boden mit LHKWs verseucht ist. Man möchte verhindern, dass die Giftstoffe mit Sickerwasser ins Grundwasser gehen. Schon seit 1985 ist man dabei, den Boden hier zu sanieren. Wenn du am Cache stehst, siehst du das letzte Überbleibsel der hydraulisch-pneumatischen Sanierung, das manchmal, vermutlich wenn genügend Grundwasser angefallen ist, auch noch in Betrieb ist.
Um an die Dose zu kommen, musst du die Anlage weder betreten noch erklettern!