Zur Geschichte (Texte teilweise aus Münster-Wiki entnommen)
Im Zuge der seit 1892 eingerichteten Großbaustelle für den Dortmund-Ems-Kanal benötigte man viele Arbeiter, die mit Hacken, Äxten und Spaten arbeiteten; sie wurden in Holland, Italien und Polen angeworben. Sie siedelten sich zunächst im Winkel zwischen dem 1899 eröffneten Kanalhafen und dem Kanal an. Entlang der Wolbecker Straße entstand eine Arbeiterkolonie Werse-Delstrup. Und an der Wolbecker Straße entstanden zwischen Wiesen und Feldern achtzig Gebäude ohne Baustruktur und Kanalisation. Ein Zigeunerlager breitete sich aus, Prostitution und Kriminalität gehörten zur Tagesordnung. Bald wurde die Gegend von den Bürgern "Klein-Muffi" genannt, was von "müffeln" = "schlecht riechen" abgeleitet sein könnte. In dieser Zeit entstand auch Masematte, eine Geheimsprache, durch die alle Eingeweihten gefahrlos kommunizieren konnten. Der Ursprung dieser Sprache findet sich in einem Mix aus dem Jiddischen und dem Rotwelsch.
Die Herz-Jesu-Kirche wurde zwischen 1896 und 1900 an der Wolbecker Straße gebaut. Sie besitzt mit 96 Metern den höchsten Kirchturm der Stadt. Ihre Entstehung verdankt sie der Vorstellung der Münsteraner, das zum Ärgernis gewordene Gebiet zu bekehren und zur Ruhe zu bringen.
Bei der zweiten Eingemeindung nach Münster 1903 kam das Gebiet zur Stadt Münster. Es war nach wie vor anrüchig, zumal sich viele Arbeiter als Kommunisten engagierten.
Heute ist das Herz-Jesu-Viertel eine beliebte Wohngegend. Hier wohnen neben Alteingesessenen auch Studenten und Zugezogene. Masematte kann man hier und da noch hören. Das Viertel hat Charme. Beim näheren Hingucken fallen vor allem die kleinen städtischen Grünflächen auf, die liebevoll gepflegt und gehegt werden. Mittwochs und samstags findet auf dem Hubertiplatz ein Wochenmarkt statt. Er gehört zu den kleinsten Wochenmärkten der Stadt. Die Angebote sind trotzdem vielfältig, angefangen von Käse über Fleisch und Fisch, Obst und Gemüse, bis hin zu Antipasti und Blumen, kann man alles hier kaufen.
Wie versprochen, der Cache ist verlegt. Er liegt weiter am Rand von Klein-Muffi, weil ich nicht wollte, dass die Anwohner sich über die Cacher ärgern, die durch ihre toll gepflegten Grünanlagen wandeln. Hier ist die Herausforderung nicht das Finden, sondern das muggelfreie Heben und wie überall am Kanal: Vorsicht! Ab und an gibts auch da eine Tretmine.