Das Hochwasser im Jahr 1995 hatte einen Höchststand an der Deichschleuse in Müllekoven von 52,48 m über NN. Teilbereiche von Eschmar, Sieglar, Oberlar und Troisdorf-West, sowie die gesamte Ortslage Friedrich-Wilhelms-Hütte liegen tiefer. Diese Flächen (ca. 528,6 ha) werden vom Siegdeich geschützt. Bricht bei einem 200-jährlichen Hochwasser der Deich, dann könnten etwa 14.000 Einwohner betroffen sein.
Der Mühlengraben wird bei auflaufendem Hochwasser durch Schleusen gesichert. Der Siegdeich entspricht dem derzeitigen Stand der Technik. Alle Hochwassersicherungen (Deich, Schleusen) werden im erforderlichen Umfang kontrolliert und sind nach menschlichem Ermessen sicher. Aber Achtung: Eine absolute, 100%ige Hochwassersicherheit gibt es nicht.
Der Deichverband „Untere Sieg" ist zuständig für den Sieg-Hochwasserschutzdeich über eine Länge von 4,912 km vom Schleusenbauwerk in Troisdorf-Müllekoven bis zur Stützwand der Uferstrasse in Troisdorf FWH, westlich der Eisenbahnbrücke, und das dann anschließende Hochufer in östlicher Richtung.
Da durch das vom Deich geschützte „potentielle Überschwemmungsgebiet“ der Mühlengraben fließt, muss neben dem statischen Deichschutz auch dieses Fließgewässer abgesperrt werden. Eine möglichst weit reichende Hochwassersicherheit ist nur durch das Schließen der insgesamt 4 Schleusen zu erreichen.
Zwei Schleusen liegen auf dem Gelände der CORUS-Werke. Die dritte Schleuse liegt unter dem Damm der Autobahn A 59. Sie dient aus statischen Gründen dazu, Wasser als Gegengewicht zum drückenden Hochwasser im Mühlengrabenbett (unter dem Bett liegt als Wassersperre eine Spezialfolie gegen drückenden Grundwasser) entlang von Troisdorf-Friedrich-Wilhelms-Hütte zu halten. Diese Schleuse läuft bei einem gewissen (notwendigen) Wasserstand über. Die vierte und letzte Schleuse mit zwei separaten Verschlüssen bzw. Toren befindet sich am tiefsten Punkt des Siegdeiches in Troisdorf-Müllekoven (Sohle 45,5 m ü. NN - Deichhöhe 54,3 m ü. NN).
Sobald Hochwasser zu befürchten ist (ab 4,50 m Kölner Pegel – mit steigender Tendenz, d.h. bei schlechter Prognose), wird die Schleuse am Aggerwehr geschlossen. Eine Viertelstunde später wird die A-59-Schleuse herunter gefahren. Die Schleuse in Müllekoven wird etwa 1 1/2 Stunden später geschlossen. Dieser zeitliche Rhythmus ist erforderlich, um das jeweilige Restwasser im Mühlengraben ablaufen zu lassen.
Dieses zeit- und arbeitsaufwendige Schließen und Öffnen der Schleusen erfolgt im Rahmen des (vorsorglichen) Hochwasserschutzes jährlich mehrmals. Steht das Hochwasser am Deich, erfolgt eine entsprechend langfristige Absperrung. Jedes Jahr zu Beginn der Sommerferien wird der Mühlengraben zusätzlich ca. 2 Wochen abgesenkt, da dann der gesamte Bachlauf gereinigt werden muss.