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Das Burlager Tief - ein Teil der glazialen Serie EarthCache

Hidden : 3/26/2014
Difficulty:
1.5 out of 5
Terrain:
1.5 out of 5

Size: Size:   other (other)

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Geocache Description:

For English version, keep scrolling down!

Als wir vor kurzem durch Befi's Naturgarten (Privatgrundstück, Betreten ist ausdrücklich erlaubt) spazierten, da ist uns doch sofort der kleine Bach aufgefallen, der sich am südlichen Rand des Gartens entlang schlängelt. Sogleich haben wir ein wenig recherchiert und ein paar interessante Dinge über das "Burlager Tief" herausgefunden...



Entstanden ist das Burlager Tief vor vielen tausend Jahren als breiter Strom, der nach der letzten Eiszeit das Schmelzwasser der Gletscher von den Sanddünen des Hümmlings zur Leda transportierte. Geblieben ist ein schmaler Wiesenbach, der noch in gut erkennbaren Mäanderschleifen durch eine reizvolle Niederungslandschaft fließt.

(Quelle: SFV Rhauderfehn e.V.)




Begriffsklärung:

Mäander ist die Bezeichnung für eine Flussschlinge in einer Abfolge von solchen, wie sie sich in Abschnitten mit geringem Sohlgefälle und gleichzeitig transportiertem Geschiebe (Sand, Kies, Steine) bildet.

Der Hümmling (Homelinghen, von hömil = kleiner Stein) ist eine bis zu 73 m ü. NN hohe Grundmoränenlandschaft (Geest) im Emsland im Westen Niedersachsens und des norddeutschen Tieflandes. Wie für Geestlandschaften üblich, besteht der Hümmling überwiegend aus unfruchtbaren Sandböden.
(Quelle: Wikipedia)



Die Landschaften in Norddeutschland wurden sehr stark durch die verschiedenen Eiszeiten geprägt. Die skandinavischen Gletscher schoben sich über das Land und beeinflussten dessen heutige Form erheblich.



Während der Saale-Kaltzeit lag das heutige Ostfriesland unter einem dicken Eispanzer. Die Gletscher haben sich teilweise bis ins Rhein-Ruhr-Gebiet ausgedehnt, sodass die Eiskante auf Höhe der heutigen Stadt Düsseldorf lag.

Geblieben sind die charakteristischen Landschaftsformen, die auch als „Glaziale Serie“ (nach A. Penck) zusammengefasst werden.

Skizze einer klassischen Moränenlandschaft:



Die Grundmoränenlandschaft besteht überwiegend aus flachem oder leicht gewelltem Land. Der Gletscher lagerte hier die so genannten Geschiebemergel oder auch Till ab, d. h. er führte große Mengen unterschiedlichen Material (Kies, Sand, Ton, …) mit sich, welches dann nach Abtauen des Eises liegen blieb und sichtbar wird.
An die Grundmoräne schließt sich die Endmoräne an. Sie bildet sich am Gletscherrand und kennzeichnet einen längeren Stillstand des Eisvorschubs. Hier halten sich Abschmelzung und Nachrücken des Eises die Waage. Das Eis bewegt sich nach wie vor und transportiert Gesteine von Ton- bis Findlingsgröße mit sich. Dieses wird dann an dieser Stelle wallartig aufgeschüttet und bildet die Endmoräne.
An diese Abschmelzkante schließen sich nun die Sander an. Die Schmelzwasserbäche der Gletscher durchschneiden die Endmoräne und verflechten sich anschließen zu einem Gewässernetz. Dadurch verlieren sie stark an Fließgeschwindigkeit und lagern das mitgeführte Material in Form von Sanden und Kies ab. Gröberes Material lagert sich am Anfang des Flussverlaufes ab, die feineren Materialien werden etwas weiter transportiert.
Die Schmelzwasserabflüsse sammelten sich schließlich in den Urstromtälern und flossen dann meist parallel zum Eisrand bzw. zu den Sanderflächen Richtung Nordwesten ab.

Von dieser klassischen Abfolge der Moränenlandschaft mit Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal ist in Ostfriesland nur die Grundmoräne anzutreffen. Die Gletscher der nachfolgenden Weichsel-Kaltzeit (ca. von vor 115.000 bis vor ca. 12.000 Jahren) reichten nicht mehr soweit in das Landesinnere des heutigen Deutschlands, die Eisgrenze reichte nur etwa bis Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.
Das Gebiet des heutigen Ostfrieslands war zwar unvergletschert, wurde jedoch stark durch die Wirkungen des Frostes in einer langen Periglazialzeit (ca. 103.000 Jahre) geprägt. Der Unterboden war ganzjährig gefroren, lediglich die oberen Meter tauten im Sommer auf. Klimatisches Merkmal dieser Zeit war die strenge Kälte und die Niederschlagsarmut, die in den kurzen Sommern nur eine Tundrenvegetation mit Gräsern, Moosen, Flechten, kleinen Sträuchern, auch Birken usw. gedeihen ließen. Starke Winde lagerten zudem unbewachsenen Boden um und führten zu ausgedehnten Flugsandflächen z.B. entlang der Ems.



Daher lässt sich zusammenfassen:
Es treten in Ostfriesland keine Endmoränen oder Sander auf. Das Land ist hauptsächlich geprägt von der saalezeitlichen Grundmoräne, sowie dem darüber angelagerten Flugsanden. Weiterhin lassen sich Ansätze von Urstromtälern finden, über die das Schmelzwasser der Gletscher abfloss.


Wir befinden uns hier in einem Teil der Moränenlandschaft, genauer gesagt dem Überbleibsel eines Urstromtals, welches den Gletscher der letzten Eiszeit entwässerte. Das flache Land ermöglichte es unter anderem, dass das Burlager Tief mäandrieren konnte.

Skizze & Erläuterung zur Mäanderentstehung:

Durch Unregelmäßigkeiten im Flussbett bilden sich im Flussverlauf Kurven aus. Der Fluss hat in einer Kurve unterschiedliche Fließgeschwindigkeiten. An der Außenseite (vor dem Prallhang) legt er einen längeren Weg zurück als innen, die er folglich auch schneller zurücklegen muss als am gegenüberliegenden Gleithang. Das bedeutet auch, dass der Fluss außen eine stärkere Erosionskraft entfaltet als innen und damit Material abträgt. Am Gleithang hingegen lagert er das oberhalb im Flusslauf erodierte Material wieder ab. Solche Flussschleifen, Mäander genannt, schwingen mit der Zeit immer stärker aus und „wandern“ dabei flussabwärts.

Information zu Fliessgeschwindigkeiten:
Fließgeschwindigkeit bis 0,3 m/s: Bewegung von Grobsand bis 1,7 mm Durchmesser
Fließgeschwindigkeit bis 0,7 m/s: Bewegung von Grobkies bis 9,2 mm Durchmesser
Fließgeschwindigkeit bis 1,7 m/s: Bewegung von Geröll bis 1,5 kg Gewicht
Fließgeschwindigkeit bis 2,0 m/s: Bewegung von Blöcken bis 20 cm Durchmesser
Fließgeschwindigkeit ab 3,0 m/s: Bewegung auch größerer Objekte



(alle Skizzen und Fotos: Copyright by SH531)
(Text wurde formuliert auf Grundlage von Wikipedia und www.ostfriesischelandschaft.de)

Aufgaben:

1) Begib dich zu den angegebenen Koordinaten des Earthcaches. Hier befindest du dich nun direkt am Burlager Tief. Nimm dir ein kleines Stückchen Holz oder ein Blatt oder ähnliches und miss damit die Fließgeschwindigkeit des Baches in m/s.
1 a) Was hast du gemessen?
1 b) Was kannst du daraus für die Voraussetzungen der Mäanderentstehung ableiten?


Bitte schicke uns die Antworten über unser Profil. Mit Absenden der Antworten hast du automatisch die Logfreigabe. Sollte etwas nicht stimmen, werden wir uns melden.

Optional, aber gerne gesehen: Lade in deinem Log ein Foto von dir, deinem GPS oder deinem Maskottchen hoch, welches dich bei der Messung in Frage 1) zeigt.


Anmerkung

Dieser Earthcache befindet sich in unmittelbarer Umgebung eines Naturschutzgebietes. Bitte verhaltet Euch dementsprechen und verlasst nicht die offiziellen Wege! Vielen Dank
Befi's Narurgarten ist Privatbesitz / Privatgrundstück, welches zum Lösen von Frage 1 betreten werden muss und darf. Der Eigentümer ist informiert und hat keine Einwände.

ENGLISH VERSION

The ”Burlager Tief“ was formed thousands of years ago as a wide river, which was transporting the melting water of the glaciers of the last ice age from the sand-dunes of the “Hümmling” to the river “Leda”. What is left is a small creek, but you can easily recognize meander floating to this nice landscape.

Definition of terms:
Meander is a sling of a river following another sling. It appears in an area with low descent and it transports a lot of sediments like stones, sand etc.
The “Hümmling” is a ground moraine landscape (up to 73 meters height above sea level) based in the “Emsland” in western part of Lower Saxony. It consists mainly of infertile soils.

The landscapes of the northern part of Germany have been heavily influenced by the different ice ages. The Scandinavian glaciers came across the land and have formed the today’s view of the landscape.

(see drawing 1)

Ostfriesland was during the Saale-ice age covered by a huge ice shield. The glaciers were so big, the glaciers edge was close to the today’s city of “Düsseldorf”. What is left is the characteristic landscape, also known as “Glacial Series” (by A. Penck).
Draft of a classic moraine landscape:

(see drawing 2)

The ground moraine landscape normally consists of flat or slightly rippled land. The glacier deposited here the so called till, i.e. he transported a lot of material like sand, stones, gravel etc. which was left here after melting of the ice. The next is the terminal moraine. It was formed at the edge of the glacier and shows a longer stop of the ice movements. Here, melting and movement of ice are at the same speed. The ice is still moving and transports Sediments of different sizes, which are deposited here like a wall – the so called terminal moraine. Connected to this edge is the so called sandar. The rivers with the melting water of glacier are crossing the terminal moraine and join to a network of rivers and creeks. Due to this, the floating speed is reduced and the sediments are deposited (sand, gravel). Bigger sediments are deposited at the beginning of the river, smaller sediments are transported a bit further. All ice melting rivers are joining each other to the so called glacial valley with floating direction north-west.
In Ostfriesland, this classic schema is not valid. Here you can find only ground moraines. The glaciers of the following “Weichsel-ice age” (115.000 up to 12.000 years ago) did not reach so far, the edge of the ice was approximately to Mecklenburg-Western Pomerania. Although Ostfriesland was not covered by glaciers, this area was influenced heavily by the effects of the frost in a long periglacial-age (approx. 103.000 years). The subsoil was permanently frozen, only the first few meters were defrosted in the summer. A climatic characteristic was the low temperature and low quantity of rainfall. This caused tundra vegetation (grasses, moss, bushes, small birches). The strong wind was the reason that soils with no vegetation were deposited and the result were huge Aeolian sand e.g. among the river “Ems”.

(see drawing 3)

Conclusion:
In Ostfriesland you cannot find terminal moraines or sandars. The landscape is mostly formed by ground moraines of the “Saale-ice age” as well as Aeolian sands. Furthermore, you can find small glacial valleys.
Here, you are in a part of the moraine landscape, exactly in the remains of a glacial valley which drained the glaciers. The flat landscape was one reason, why the “Burlager Tief” could create meanders.

Draft & Explanation of the creation of meanders:
Due to irregularities in the riverbed the river is forming curves. In such a curve, the water of the river has different floating speeds. At the exterior (Prallhang), the way of the water is longer than at the interior (Gleithang), i.e. the speed of the water is higher than at the interior. Due to this, the river has at the exterior a higher erosion power and is ablating sediments. These sediments are in deposited in the further routing of the river at the interior.

Information to flow velocities:
Up to 0,3 m/s: transport of sand (diameter up to 1,7 mm)
Up to 0,7 m/s: transport of gravel (diameter up to 9,2 mm)
Up to 1,7 m/s: transport of slip rock (weight up to 1,5 kg)
Up to 2,0 m/s: transport of rocks (diameter up to 20 cm)
More than 3,0 m/s: transport of huge objects

(see drawing 4)

Tasks:
1) Go to the listing coordinates of the Earthcache. Here you are at the creek “Burlager Tief”. Take a small leaf or little stick and measure the flow velocity of the creek in m/s.
1 a)What did you measure?
1 b)Please make conclusion about the conditions for creation of meanders and report to us.

Please send the answers to us via our profile. You are allowed to log this cache immediately after. If something is wrong, we will contact you.
We would be happy to get a picture of you at waypoint 1, showing how you measure.

Remark
This Earthcache is partly placed in a nature preserve area. Please act accordingly and stay on official ways/paths. Thank you.
We have the authorization for geocachers to enter waypoint 1 even it is a private garden.

Additional Hints (No hints available.)