Für den Besuch der unter den Koordinaten angegebenen "Windbergspalten" müssen keine Wanderwege verlassen werden!
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Der Windberg besteht aus Sedimenten des Döhlener Rotliegendbeckens (Bannewitz-Hainsberger Schichten). Dabei handelt es sich um die Schichten des Oberen brekziösen Konglomerats, der obersten Stufe des Unteren Rotliegenden. Diese besteht zu 90 Prozent aus Porphyr mit Fluidaltextur und Porphyrith, die restlichen Anteile entfallen auf Gneis, Quarzporphyr und Syenit. Dazwischen lagern schwache Schichten aus Schiefertonen und Arkosesandsteinen (feldspatführender Sandstein).
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Die ursprüngliche Lagerung der Gesteine des Döhlener Beckens und des Windberges wird durch zahlreiche Verwerfungen gestört, was insbesondere auf die weit in die Erdkruste reichende Schwächezone, die sich über weite Teile Mitteleuropas hinzieht, zurückzuführen ist. Zu den bedeutendsten Störungen im Döhlener Becken zählen die Carolaschacht-Verwerfung und die Beckerschachter Verwerfung. Ihre Benennungen gehen auf den jahrhundertlangen Steinkohlebergbau zurück, wobei die durch die Verwerfung entstandene Klüftung des Gesteins oftmals große Probleme im Bergbaubetrieb verursachte. Dies galt vor allem bei der Wasserhaltung in den bis zu 300 Meter tief angelegten Gruben, denn entlang der Klüfte kam es witterungsbedingt häufig zu einem nur schwer beherrschbaren Wassereinbruch. Der Bergbau auf Steinkohle ist jedoch NICHT für die Entstehung der „Windbergspalten“ verantwortlich. Dies sind rein natürliche Erosionsprozesse im vorliegenden Gestein.
Auf die im Gestein des Windberges aufgrund der Verwerfungen vorliegende Klüftung geht die Entstehung tektonisch entstandener Spalten in unterschiedlichster Ausdehnung zurück. Die durch die hangparallele „Bergzerreißung“ entstandenen Risse vergrößern sich aufgrund der Schwerkraft und mittels Talzuschub von Teilen des Bergmassives. In den Steilhängen des Windberges findet man zahlreiche bis an das Tageslicht reichende Spalten mit unterschiedlichen Längen (ein bis 40 Meter) und Breiten (wenige Zentimeter bis zwei Meter). 1975 wurde von Höhlenforschern die wahrscheinlich tiefste „Windbergspalte“ erforscht, wobei eine Tiefe von rund 40 Metern erreicht wurde. Bei einem neuerlichen Befahrungsversuch mehr als drei Jahrzehnte später konnte diese Messung nicht mehr bestätigt werden. Ein Grund dafür könnte das sehr poröse Gestein sein, welches durch Erosion, die wiederum durch Witterungseinflüsse wie Wasser, Schnee und Frostsprengung beeinflusst wird, ständig die Form der Klüfte verändert. So konnte beobachtet werden, dass Spalten, die vor Jahren noch eine beträchtliche Tiefe aufwiesen, inzwischen mit losem Gestein verfüllt sind und lediglich als Graben im Gelände zu erkennen sind. Parallel dazu kommt es an unerwarteter Stelle zum Aufreißen des Erdreiches, wobei sich unter der Einsturzdoline Klüfte von nicht unbeträchtlicher Tiefe befinden. Die „Windbergspalten“ gelten in der Region als einzigartigartig. Erst im rund 30 Kilometer entfernten Elbsandsteingebirge findet man im Elbtal und Bielatal tektonische Klufthöhlen, wobei diese in ähnlicher Weise im Kreidesandstein entstanden.
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Die eindrücklichsten „Windbergspalten“ befinden sich in den sehr steilen Nordhängen des Berges. Diese können hier lediglich erwähnt werden, da sie sich allesamt im „Naturschutzgebiet Windberg Freital“ befinden und nicht über Wege oder Pfade zugänglich sind. Dafür können die Bildungsprozesse in einem etwas kleineren Maße direkt am Wanderweg, der am Südabbruch des Windberges verläuft, studiert werden.
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Unmittelbar am Weg entdeckt man mehrere Gräben und Gruben, unter denen sich Klüfte mit einer unbekannten Tiefe befinden. Gleichzeitig kann man die Beschaffenheit des hier vorherrschenden Gesteins, die Sedimente des Döhlener Rotliegendbeckens (Bannewitz-Hainsberger Schichten), an mehreren Aufschlüssen in Augenschein nehmen.
Als „Rotliegend“ bzw. „Rotliegendes“ oder auch „Untere Dyas“ wird die Gesteinseinheit der Lithostratigraphie im unteren Abschnitt der mittel- und westeuropäischen Dyas bezeichnet. Ursprünglich bezeichnete die Dyas einen Teil des Perm-Systems, was sich international nicht durchsetzen konnte. Inzwischen gilt nach wissenschaftlicher Auffassung das „Rotliegend“ nicht als Zeitinervall, sondern es definiert eine Gesteinseinheit nach rein lithologischen Merkmalen. Das „Rotliegend“ entspricht weitesgehend den internationalen chronostratigraphischen Serien des Unter- und Mittelperm. Das „Rotliegend“ verdankt seinen Namen den vielfach auffällig rot gefärbten Gesteinen, aus denen die Gesteinseinheit aufgebaut ist. Die Rotfärbung der Schichten wird durch feinverteilte Hämatit-Schüppchen (Roteisenstein) verursacht und verweist auf die Ablagerung in einem sehr warmen Klima.
Weitere Definitionen zum „Rotliegend“ findet man unter: [Link]
Aufbau der Bannewitz-Hainsberger Schichten
Quellen und weiterführende Literatur:
Borsdorf, Coblenz, Ebeling, Meinel: Werte unserer Heimat, Band 21; Zwischen Tharandter Wald, Freital und Lockwitztal (1973)
Rathner, Wagner: Klufthöhlen am Windberg. Der Höhlenforscher, Heft 4 (1975)
Bellmann: Der Höhlenführer Elbsandsteingebirge, 2010
Moppihundwau: Fotos und Tabelle zum "Aufbau der Bannewiz-Hainsberger Schichten"
Aufgabenstellung (Sendet die Antworten an mein Profil)
1. Beschreibe Form und Aussehen (z.B. steile/abgeflachte Kluftränder etc.) der an den Koordinaten befindlichen „Windbergspalte“!
2. Erläutere die Beschaffenheit des vorliegenden Gesteins (z.B. Verwitterung des Rotliegend)!
3. Im östlichen Winkel der Spalte/Grube kann man eine schmale Seitenkluft entdecken. Welchen Unterschied erkennst du zur Hauptkluft und wie könnte die Seitenkluft entstanden sein?
4. Auf eurer Wanderung über den Windberg sind euch sicher weitere Spalten aufgefallen. Gib an, wo ihr diese gesehen habt!
Das optional mögliche Foto von euch auf dem Windberg dem Log beifügen.
Wanderwege am Windberg