Der Kurzwellensender Schwarzenburg hatte eine emotionale Geschichte. TV-Berichte zeigen, welche gesundheitlichen Probleme eine Teil der Bevölkerung während jahren zu beklagen hatte und wieviel Widerstand es brauchte, um den Sender schliesslich stillzulegen. Interessante Einblicke gewähren folgende Sendungen:
http://www.srf.ch/player/tv/schweiz-aktuell/video/kurzwellensender-schwarzenburg?id=ae2a1c6e-7a45-41d9-a007-792fea0214ec
https://www.youtube.com/watch?v=wRPdggDWl8k
https://www.youtube.com/watch?v=sO-2Kv3d2CE
Zur Geschichte: 19AB: Der Kurzwellensender Schwarzenburg nimmt einen Tag vor der Eröffnung der Landesausstellung den Versuchsbetrieb auf. Der 25 kW-Sender befindet sich drei Kilometer östlich des Dorfes Schwarzenburg auf einer 800 m über Meer gelegenen Ebene. Die vier Richtantennen bedienen Nordamerika, Westküste Afrikas, Südamerika, Asien und Afrika auf acht verschiedenen Wellenlängen. Für 750.000 Franken baut die Firma Hasler AG, Bern, diese "Marconi"-Anlage in Lizenz.
Der "Schweizerische Kurzwellensender Schwarzenburg" beginnt mit regelmäßigen Sendungen. Täglich werden Programme nach Nord- und Südamerika ausgestrahlt. Dazu kommen wöchentlich zwei Sendungen für Australien, Neu Seeland und Ostasien. Für Europa und Nordafrika werden täglich die Landessenderprogramme über Rundstrahler verbreitet. Bereits am 6. Juli 19AB brach jedoch ein Feuer aus bei dem die Anlagen teilweise zerstört wurden. Unversehrt blieben die Hochspannungs-, Umformer- und Gleichrichtanlagen im Untergeschoss und die Wasserkühlanlage im Anbau. Sofort nach dem Brand wurde mit dem Wiederaufbau begonnen. Die weltpolitische Entwicklung liess eine stark beschleunigte Wiederherstellung der "Stimme der Heimat" als Brücke zwischen der Schweiz und ihren Landsleuten in aller Welt zweckmässig erscheinen. In der Zwischenzeit konnten die Auslandschweizersendungen, dank dem Entgegenkommen der Radio Schweiz AG., über den Sender Prangins gegeben werden. Ein Jahr später wurde der Betrieb wieder aufgenommen, erst mit Sendungen für Europa, 1941 dann in den drei Landessprachen, Englisch, Spanisch und Portugiesisch sowie auch wieder für Nord- und Südamerika.
Glaubwürdige Stimme im Zweiten Weltkrieg
Während dem Zweiten Weltkrieg entwickelte der KWD seine langdauernde Identität als neutrale und glaubwürdige Stimme in Zeiten internationaler Konflikte. Mehr als in jeder anderen historischen Periode war die Schweiz damals von Ländern isoliert, welche die gleichen Ideale und Rechtsauffassungen teilten. "Nur die Kurzwellen-Sendungen erlauben es, in der ganzen Welt die Botschaft zu verbreiten, dass im Herzen Europas noch eine demokratische Insel existiert", schrieb Paul Borsinger, der erste KWD-Direktor, während des Zweiten Weltkriegs.
"Die 30er Jahre waren in Europa eine unruhige Zeit. Im Zweiten Weltkrieg sendeten wir als die neutrale Stimme der Schweiz", sagt der auf Ende Jahr zurücktretende Direktor von swissinfo/SRI, Nicolas Lombard. Die Sendungen der beiden hervorragenden Journalisten Jean-Rodolphe von Salis und René Payot seien während dieser tragischen Epoche zu den einzigen "freien Stimmen" in Kontinentaleuropa geworden. "Im Vergleich zu unseren kleinen operativen Mitteln genossen wir eine recht grosse Wertschätzung", so Lombard.
Unparteiische Berichterstattung
1946 wurde das Sprachangebot durch Esperanto erweitert. 1954 wurde die Doppelaufgabe des KW-Dienstes in der neuen Konzession für die SRG bestätigt: "Die Kurzwellen-Sendungen sollen die Verbindung zwischen Auslandschweizern und der Heimat enger gestalten und die Geltung der Schweiz im Ausland fördern." Die neutrale Radio-Stimme der Schweiz hielt sich auch während des Kalten Krieges aufrecht. "Wir versuchten, aus der offenen, freien in die geschlossenen Gesellschaften hinein zu informieren. Es war eine Art Pionierzeit. Das war faszinierend. Dem Kurzwellendienst aus der neutralen Schweiz kam damals eine fast überdimensionale Bedeutung zu", sagt Nicolas Lombard.
Das Ende des Kalten Krieges
Am 1. August 1964 ging das arabische Programm erstmals über den Äther, und 1971 wurde das Sprachangebot durch Romantsch auf neun erweitert. 1978 wurde der KWD in Schweizer Radio International (SRI) umbenannt. Nach dem Fall der Berliner Mauer Ende der 80-er Jahre und dem Abbau der Spannungen zwischen Ost und West konzentrierten sich die Medien auf die nationale Berichterstattung. Die internationalen Sender gerieten in eine Identitätskrise. Plötzlich stand SRI vor einer neuen Herausforderung: "Jetzt wurde plötzlich eine unserer Hauptaufgaben überflüssig. Wir mussten uns fragen, was wir nun machen", sagt Lombard.
Von der Kurzwelle zum Internet
"Wir erkannten, dass es in der 'Nach-Kalten-Kriegszeit' nicht mehr möglich war, auf internationaler Ebene gegenüber anderen Kurzwellen-Sendern, wie zum Beispiel der BBC, konkurrenzfähig zu bleiben", erklärt Lombard. "Deshalb begannen wir uns auf das Konzept der 'Swissness' zu konzentrieren. Wir wussten, dass wir im Bereich der weltweiten Information über die Schweiz Marktleader sein können."
19CD zeichnete sich das Internet als neue Richtung ab. Im gleichen Jahr wurde der KW-Sender Schwarzenburg abgeschaltet. Das ursprüngliche Gebäude der Sendeeinrichtung steht heute noch, lässt sich aber nicht betreten (bitte Umzäunung respektieren - darin gibt es für Cacher keine relevanten Aufschlüsse).
Übrigens: Die Hausnummer der Anlage ist heute noch am Gebäude montiert. Es ist die Nummer EF.
Berechnung des Finals:
N 46 48. D / F-E / D-A
E 007 22. B-A / 3*(C-D) / 2*E
Wenige Meter vom Final entfernt befindet sich übrigens ein für Kinder wunderbar geeignetes Spielgelände.