Der Soilasee: Endmoränenwall und Zungenbeckensee
Einst, vor langer Zeit waren die Gletscher auch im Ammergebirge allgegenwärtig. In der Hochphase der Eiszeit füllten sie das gesamte Ammertal aus. Gegen Ende der Eiszeit zogen sich die Gletscher zurück, allerdings in Etappen.
In dem Kessel vom Laber bzw.- Ettaler Mandl hat eine der letzten Etappen des Rückzugs ihre Spuren hinterlassen.
Aus Wikipedia:
Gletscher bestehen grundsätzlich aus einem Nährgebiet (= Akkumulationsgebiet) und einem Zehrgebiet (= Ablationsgebiet), wobei Ersteres in Höhenlagen liegt, in denen mehr Schnee fällt als abtaut bzw. sublimiert. Der Gletscher geht unterhalb der Schnee- oder Firnlinie in das Zehrgebiet über, wo mehr Eis schmilzt als entsteht (= Ablation). Gletscheroberflächen sind meist durch zahlreiche Spalten zerrissen. Querspalten finden sich dort, wo der Gletscher über Hindernisse wie beispielsweise Felsblöcke, die unter dem Eis begraben sind, fließt oder wenn der Untergrund steiler wird, das Gletschereis fließt dann an der Oberfläche schneller und reißt auf. Randspalten finden sich dort, wo der Gletscher im Zentrum schneller fließt als am Rand und so das Eis dort aufreißt, ähnlich der Wasserverwirbelungen, die bei Flüssen am Rand auftreten. Randklüfte hingegen entstehen, wenn das Gletschereis bedingt durch die Aufheizung des umliegenden Gesteins am Rande des Gletschers verstärkt abschmilzt. Längsspalten befinden sich meist an der Stirnseite des Gletschers, im Bereich der Gletscherzunge, wo er breiter wird und das Eis mehr Platz hat sich nach links und rechts auszubreiten und sich somit auffächert.
Moränen sind ein häufiger Hinweis auf Gletscher, was man im Alpenvorland im Großen bewundern kann, findet sich hier am Soilasee in Miniaturausführung.
Aus Wikipedia: Moränen (französisch: moraine „Geröll“) sind die Gesamtheit des von einem Gletscher transportierten Materials, im Speziellen die Schuttablagerungen, die von Gletschern bei ihrer Bewegung mitbewegt oder aufgehäuft werden, sowie die im Gelände erkennbaren Formationen.Ursprünglich wurde dieser Begriff von der Bevölkerung aus dem Gebiet von Chamonix verwendet, die damit die Felswälle bezeichneten, die die Gletscher angehäuft hatten. In der wissenschaftlichen Literatur wurde dieser Begriff 1799 von dem Gletscherforscher Horace Bénédict de Saussure eingeführt.
Häufige Formen der abgelagerten Moränen sind dabei:
Endmoränen bilden sich als Schuttanhäufung am Gletscherende, wenn sich die Gletscherstirn für längere Zeit nicht bewegt. An ihnen kann man besonders gut die größte Ausdehnung des Gletschers erkennen.
Drumlins sind längliche, längs der Bewegungsrichtung des Gletschers verlaufende Hügel. Sie bestehen größtenteils aus abgelagertem Moränenmaterial, vor allem der Grundmoräne.
Findlinge sind größere vom Eis mitgeführte Gesteinsblöcke.
Hier vor Ort seht ihr eine Endmoräne.
Bei den Koordinaten könnt ihr die Folgen einer Endmoräne sehen, den Zungenbeckensee hinter dem Endmoränenwall.
Aus Wikipedia: Die End- und Seitenmoränen bilden einen natürlichen Damm. Durch feine Sedimente werden der Boden und die Endmoräne derart abgedichtet, dass sich das Schmelzwasser des Gletschers in diesem Becken sammeln und nach dem Rückzug der Gletscherzunge einen See bilden kann. Heute werden solche Seen meist durch Regen- und Grundwasser gespeist, in den Alpen weiterhin vom Schmelzwasser der höher gelegenen Gebiete. Die meisten Gletscherrandseen entstanden nach dem Ende der Eiszeit, sie treten aber auch nach dem Abschmelzen heutiger Gletscher auf.
Am Soilasee, ist auf Grund des kurzen Transportwegs, die Abdichtung durch feine Sedimente nur unzureichend. Bei passender Witterung und Jahreszeit kann man die "Löcher" in der Endmoräne gut erkennen. Erosionen durch die Durchströmung erhöhen tendenzielle die Durchlässigkeit noch.
Bekannte Gletscherrandseen in näheren Umfeld sind der Ammer- und Würmsee.
Eine spezielle, postglazial entstandene Seeform ist der Zungenbeckensee. Durch eiszeitliche Gletscherzungen eingetiefte Becken, so genannte Zungenbecken, gibt es in allen vor Zeiten eisbedeckten Regionen.
Je nach Jahreszeit und Niederschlag ist der Soila-See voller oder leerer, die typische Verlandungszone ist gut erkennbar. Am hinteren Ende geht der See über in ein Moor. Der Endmoränenwall ist von der Seeseite und dem Steig gut erkennbar. Da die Eismassen hier nur wenig „Strecke“ hatten sind die Felsen und Steine noch sehr kantig und wenig gemahlen und geschliffen. Wohl auch ein Grund, dass der See nicht immer voll ist, es bieten sich viele Zwischenräume im Wall, durch die das Wasser immer wieder ihre Wege finden. Bei Niedrigwasser kann man die „Wege“ sehr deutlich sehen.
Früher soll es angeblich besser gewesen sein, der See wurde regelmäßig in heißen Sommertagen zum Baden genutzt, Reste der Ausstiegshilfe lassen die Größe des Sees erahnen.
Rund um den zweiten Weltkrieg sollen mehrere Mörsergranaten in den See geschossen worden sein. Seitdem wird er nicht mehr richtig voll und ist undichter. Wahrheit oder Mythos?
Bei den großen Schwestern, dem Ammer- und dem Würmsee (ursprüngliche Bezeichnung, heute Starnbergersee), sind die typischen Merkmale auch sichtbar, allerdings ob der Größe eher aus der Luft oder den umliegenden Bergen wie dem Laber oder Aufacker als vom Ufer.
Nun zu den Aufgaben:
1. Stellt euch auf den Wall und schätzt die Höhendifferenz zwischen dem Akkumulationsgebiet und dem Ablationsgebiet?
2. Sind vor Ort weitere Formen der Moränen erkennbar, wenn ja, um welche handelt es sich?
3. Wird der See durch Grund- oder Regenwasser gespeist?
Fakultativ wäre natürlich auch ein Foto schön. Vielleicht gelingt uns eine Dokumentation der Ausdehnung des Sees.
Die Lösung schickt bitte an den Owner und erstellt einen Log, bei offenen Punkten werde ich mich melden.
Viel Spaß