Das Seeholz Murchin ist ein etwa 40 ha großes Forstrevierteil, welches als Lehrpfad für Naturinteressierte eingerichtet ist und dem Besucher die Möglichkeit bietet hier einen charakteristischen Abschnitt der Pommerschen Landschaft näher kennen zu lernen. Das Seeholz Murchin soll die Vielfalt der Naturerscheinungen erschließen, auf regionale Besonderheiten aufmerksam machen und zu eigenen Beobachtungen anregen.
Der Lehrpfad beginnt südlich von Murchin an der Chaussee mit dem so genannten Laubengang. Dieser Wegabschnitt wurde Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt und war immer ein gern begangener Weg für die Murchiner und ihre Gäste. Früher wurden die Rot- und Weißbuchen des als Allee angelegten Gangs regelmäßig geköpft, sodass ein laubenartiger Pfad mit einem dichten Blätterdach entstand.
Nach ca. 400 m erreicht man das eigentliche Seeholz. Es zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit sowie durch die besonders zahlreichen ausländischen Baumarten aus. Die ersten „Fremdländer” wurden hier nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1871 gepflanzt und sind damit bereits über 140 Jahre alt.
Ein besonderes Exemplar der ist der Urwelt-Mammutbaum, von dem man glaubte, dass er schon lange ausgestorben sei. Er wurde erst 1941 in China wiederentdeckt und schon 1962 im Seeholz Murchin gepflanzt. Hervorzuheben ist auch die Riesentanne aus Nordamerika, denn sie erreichte 1982 mit 65 Jahren eine Höhe von 37 m und ist seid dem der größte Baum im Forst. Keine heimische Holzart erreicht auch nur annähernd diese Zuwachsleistungen. Erwähnenswert sind auch der prächtige Riesenlebensbaum, der schon 1871 in der so genannten alten Baumschule gepflanzt wurde und damit einer der ersten „fremden“ Bäume im Seeholz ist und die drei verschiedenen zum Vergleich gepflanzten Lärchenarten Europäische Lärche, Sibirische Lärche und Japanische Lärche.
Von 1953-1967 gehörte das Revier zum Universitätsforst Greifswald. Später wurde das Seeholz, wie alle Waldgebiete des Kreises, vom staatlichen Forstwirtschaftsbetrieb Torgelow bewirtschaftet. Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgte durch das Institut für Forstwissenschaften Eberswalde. In zahlreichen Exkursionen von Forstwissenschaftlern aus dem In- und Ausland fand dieses Lehrrevier Beachtung und Anerkennung. Von 1982-1989 arbeitete im Seeholz die Schülergemeinschaft Junge Biologen der Station Junger Naturforscher Anklam. Mehr als 50 Bäume wurden nummeriert, mit Hinweisschildern markiert und katalogisiert.
Eine Exkursion ins Seeholz lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Von Mitte März bis zum Mai lassen sich hier zahlreiche heimische Frühblüher kennen lernen. Im Wald, am Bach und auf dem See kann man auch viele Vogelarten beobachten. Bei richtigem Verhalten sind sogar Wildbeobachtungen möglich. Am angrenzenden Küchensee sind verschiedenste Sumpf- und Wasservögel, Kröten und Frösche bis hin zu Schlangen wie der bereits selten gewordenen Ringelnatter, Vorpommerns größter Schlangenart, zu finden. Während der Laubfärbung im Herbst lassen sich im Seeholz viele Baumarten besonders gut identifizieren und gleichzeitig Esskastanien und Pilze sammeln, von denen jedoch nur wenige Arten als wertvolle Speisepilze verwendet werden können.
Von besonderer regionalgeschichtlicher Bedeutung ist Schills Scheibenstand. Der etwa 2 m hohe Stein erinnert an den Freiheitskämpfer Major Ferdinant von Schill, der im April 1807 mit seinen Husaren hier in Murchin Station gemacht hat. Sicher war dies, nachdem er am 12. April 1807 aus der von Napoleons Truppen belagerten Festung Kollberg ausgebrochen war und zum ersten Mal nach Stralsund zog. Von hier fuhr er nach Malmö, um Verhandlungen mit dem schwedischen König Gustav Adolf IV. zu führen.
Der Cache befindet sich aufgrund von gemuggelten Verstecken bereits an seinem dritten Platz! Hinweis im Moment abgebaut, aber auch ohne machbar. Viel Spaß! ;)