Die Entführung der phönizischen Königstochter Europa durch Zeus in Gestalt eines mächtigen Stiers auf die Insel Kreta war die Geburtsstunde des europäischen Kontinents - so will es zumindest die griechische Mythologie.
Tatsache ist jedoch, dass man den Griechen guten Gewissens das Attribut der ersten echten Europäer verleihen darf. Sie verstanden es als erste, eine die breite Allgemeinheit einbindende Staatsform zu finden, sie waren also die Vorreiter der Demokratie, sie hatten bedeutende Philosophen, deren Ideen die antike Welt genau so gut erklärten wie die heutige Zeit, sie verstanden sich hervorragend auf Mathematik und Physik und vieles mehr.
Die heutigen Griechen verwenden noch heute, 3000 Jahre nach ihrer Erfindung, eine der erste Buchstabenschriften. Auch die altgriechische Sprache lebt im wesentlichen im modernen Griechisch weiter. Griechenland und Zypern sind die einzigen Staaten, die Griechisch als Amtssprache verwenden. Trotzdem wirkt diese Sprache, aber auch das humanistische Gedankengut und die antike Mythologie in vielen Bereichen unseres Lebens weiter, angefangen von der klassischen Literatur, den griechischen Mysterienbünden der Freimaurer bis zum Sport, man denke etwa an die Olympischen Spiele. Viele Elemente moderner Sprachen sind griechischen Ursprungs, aber selbstverständlich lebt diese Sprache auch in medizinischen Fachausdrücken weiter, die mindestens genau so oft aus dem Griechischen stammen wie aus dem Lateinischen.
Das Gymnasium Zwettl ist eine der wenigen Schulen, in denen noch heute altgriechischer Unterricht angeboten wird.
