John Cornelius Booth stand in enger Beziehung zum Fürsten Otto von Bismarck und wurde von ihm beauftragt, sich um neue (Anmerkung: nordamerikanische) Baumarten für Preußen zu sorgen. Er entwickelte die bereits durch seinen Vater eingeführte Douglasie, die Weymouths-Kiefer und die Roteiche zu bedeutenden Bäumen der Waldaufforstung. In Friedrichsruh im Sachsenwald legte er Pflanzungen für den Fürsten Bismarck an, der ihn nicht nur beruflich sondern auch persönlich schätzte.
Sein Sohn, John Booth d.J. widmete sich weiter der Einbürgerung amerikanischer Waldbäume. Er verstand es, dass Interesse Bismarcks zu wecken, und – was in Hinblick auf unsere Region und ganz Niedersachsen bedeutsam war – Heinrich Christian Burckhardt zu gewinnen. Die ältesten Douglasiengruppen dürften z.B. aus den Forstämtern Lonau (1857) oder Rosengarten (1852-1862) hervorgegangen sein. Dann zogen auch die Gartower Grafen nach.
Andreas Graf Bernstorff (schriftl. Mitteilung 2014):"Die Alten Douglasien in Rucksmoor wurden 1881 gepflanzt und stammen auch von Samenplantagen der Familie Booth. Das Saatgut stammt aus British Kolumbien und gelangte über Schottland nach Gartow. Es sind dies die gleichen Herkünfte wie die Douglasien, die Bismarck im Sachsenwald pflanzen ließ. Dazu gehören ferner jene Douglasien, die (wohl zur gleichen Zeit?) Willamowitz in Gadow auf der uns gegenüberliegenden Seite der Elbe pflanzte.
Lesenswert:
John Booth: Die Douglas-Fichte und einige andere Nadelhölzer namentlich aus dem nordwestlichen Amerika in Bezug auf ihren forstlichen Anbau in Deutschland. Julius Springer, Berlin 1877.
John Booth, Heinrich von Poschinger (Hrsg.): Persönliche Erinnerungen an den Fürsten Bismarck. Verlagsanstalt und Druckerei Actien-Gesellschaft, Hamburg 1899.
Walter Kremser: Niedersächsische Forstgeschichte. Eine integrierte Kulturgeschichte des nordwestdeutschen Forstwesens, Rotenburger Schriften (Sonderband 32), Rotenburg (Wümme) 1990, „Das Wiederaufleben des Ausländeranbaus“, Seite 753 ff.