Espagit – Die Giftgasgranatenschmiede Traditional Cache
Lt. Knoblauch: Da ich leider doch erst einmal hier nicht vorbei komme archiviere und erneuere den Cache dann irgendwann!
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Espagit – Die Giftgasgranatenschmiede
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Difficulty:
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Terrain:
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Size:
 (regular)
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in our disclaimer.
Auf dem Gelände der ehemailgen Giftgasschmiede der ESPAGIT!!!!
Achtung: derzeit wird direkt am Cache eine Lagerhalle gebaut! Daher ist das Logging eher schwierig. Am besten früh morgens oder nach Feierabend!!!
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Unter nebulösen Absichten wurde kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges in der Nähe von Losheim in der Eifel eine Fabrik errichtet, in welcher Sprengstoff produziert wurde. Nach Aussagen der Besitzer in rein kommerzieller Absicht, also für Sprengungen von Bergbaustollen etc. Aber die unmittelbare Nähe zur belgischen Grenze und die aufkeimende Kriegssituation sprachen eine andere Sprache. Die ESPAGIT (Eifler Sprengstoffwerke AG, Dr. Ing. Friedrich Esser), gelegen auf der Kehr, brachte der kargen, unwirtschaftlichen Eifelregion dennoch Brot & Geld. Nahezu alle Bewohner der umliegenden Dörfer fanden dort Arbeit.
Während des Krieges wurden dann auch Granaten produziert, und nach Kriegsende entsorgt („delaboriert“). Die Munition kam von den Schlachtfeldern des 1. Weltkrieges. Gerüchte gingen um, dass nicht nur Giftgasgranaten entsorgt, sondern auch hier produziert wurden.
Am 30.05.1920 kam es dann zum Desaster . Die freiliegend gestapelten Granaten explodierten, und mit ihnen die Espagit! Volle drei Tage kam es immer wieder zu schweren Explosionen. Wie durch ein Wunder kam nur ein Feuerwehrmann dabei ums Leben, aber die Anwohner mussten auch kilometerweit noch Schutz in Kellern und Schuppen suchen. Das war das Ende der Espagit, bei der zuvor 2000 Menschen Arbeit gefunden hatten. Gelände und Gebäude verfielen, lediglich der Westwall fand mit seinen 23 Bunkern an der Kehr und auf dem Gelände der Espagit ein tragisches Zuhause. Denn der Krieg tobte auch hier während der Ardennenoffensive im Winter 1944/1945 und zerstörte noch einmal die Region.
In den frühen 90er Jahren fand dann die Tochter eines Bauern im Garten eine Granate. Nach eingängiger Prüfung stellte sich heraus, dass sie mit Giftgas gefüllt war! Nun wurden die Bewohner aufmerksam, denn es fanden sich immer mehr Granaten, z.T. noch Kilometer entfernt. Ein Umweltschützer versuchte die Politik auf dieses Desaster aufmerksam zu machen, denn auf dem ganzen Gelände der Espagit fand man nicht nur Giftgasgranaten, sondern auch „gelbe brennende Erde“, die sich als TNT herausstellte. Kurz: das gesamte Gelände war mit Gift und Chemie seit über 70 Jahren durchkontaminiert.
Ein Skandal bahnte sich an, denn selbst als die Presse direkt auf die Politiker zuging wurde die Espagit totgeschwiegen! Denn das Gelände liegt genau an der Landesgrenze von NRW und RP – die Zuständigkeiten wurden hin und hergeschoben. Jahrelang wurde nicht ernsthaft versucht, die Situation aufzuklären, Verantwortung zu übernehmen oder gar das Gelände bzw. die Flussläufe zu sichern!
Der Euskirchener Journalist F. A. Heinen deckten in exzellenter Recherche den Umweltskandal auf und schrieb ein Buch darüber „Die Todesfabrik. Espagit - die geheime Granatenschmiede. Eine Dokumentation“. Wer sich in die Geschichte im Detail einlesen möchte sollte sich das Buch zulegen (schwierig, da leider vergriffen) oder im Netz nachschauen:
http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fwww.wisoveg.de%2Fwisoveg%2Fheimatkalender-eu%2F2004b%2Fgranaten107.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.wisoveg.de%2Fwisoveg%2Fheimatkalender-eu%2F2004b%2F93granaten.html&h=331&w=425&tbnid=Uu65corQhZPl3M%3A&zoom=1&docid=UvOzVlkV3P5lTM&ei=DVSIU7fNIszA7AbTi4C4Cg&tbm=isch&client=firefox-a&iact=rc&uact=3&dur=4211&page=1&start=0&ndsp=16&ved=0CHwQrQMwDA
Bis heute ist das ehemalige Fabrikgelände ein toter Acker, der nur unzureichend mit einer Lavaschicht überdeckt und neu bepflanzt wurde. Die verseuchten Gewässer sorgten für viele Krankheitsfälle in der Region. Lediglich die dort noch aufzufindenden Westwallbunker stellen neben der Eifellandschaft dort einen historischen Reiz dar. Der Geocache ist dann auch am gesprengten Bunker 208 (Gruppenunterstand vom Typ 101) versteckt.
Beim Suchen bitte wie immer auf die überall vorstehenden Armierungseisen und Stolperfallen im Boden achten. Das Gelände ist frei zu betreten, geparkt werden kann in unmittelbarer Nähe des Caches. 300m entfernt, im angrenzenden Wäldchen, sind noch die beeindruckenden Bunker 58 (Stand mit 6-Schartenturm C-4 / Grenzwachtprogramm) und Bunker 629 (Stand mit 6-Schartenturm Regelbau 115 / Aachen-Saar-Programm) zu bestaunen. Auch hier: Vorsicht!
Additional Hints
(Decrypt)
Ohaxreoebpxra
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