ln der Hohen Mark stand im 14. Jahrhundert
für kurze Zeit ein Frauenkloster. Dann wurde es
überfallen, die Nonnen zogen um nach Coesfeld,
das Kloster verfiel.
ln den Ruinen sollen später zwei seltsame
Zeitgenossen gehaust haben. Der eine war ein Mann
in einer grauen Kutte, ein Mönch, so schien es.
Sein Gefährte war ein gezähmter Wolf,
das Fell so grau wie das Kleid seines Herrn.
Nicht weit vom Kloster lief, neben der heutigen
Granatstraße ein alter Handelsweg, der von Haltern
über Reken bis Bocholt und weiter führte.
Hier kam es, dass Kaufleute oder andere Reisende
von Wegelagerern überfallen und ausgeplündert wurden.
Manche der Überfallenen sollen noch versucht haben, sich
über die Steilwand des Hohlweges zu retten, die „Blutige Wand"
(oder "Rote Wand").
Wann immer so unerhörtes geschah, stimmte der vierbeinige
Wolf sein Geheul an und sogleich machten sich beide
auf den Weg, um den Verletzten zu helfen.
Sie schafften die Opfer in die Ruine, um sie dort gesund zu pflegen!
Der Weg, auf dem der Mönch und sein Gefährte den
Überfallenen zu Hilfe eilten, wird noch heute nach Ihnen genannt.
Seit einigen Jahren steht dort ein kleines Denkmal, angefertigt
von einem Halterner Steinmetz.
Die beiden einsamen grauen Wölfe haben es wohl verdient, dass wir ihrer gedenken!