Vor langer Zeit war Mitteldeutschland ein großer, unbewohnter Wald. Ein riesiges Areal zwischen Germanen und Slawen war damals in der Hand der mächtigen, bösen Hexe Baba Yaga. Doch im Mittelalter drangen die germanischen Siedler immer weiter nach Osten vor.
Eine Gruppe frommer, gottesfürchtiger Mönche entdeckte damals den Berg, der heute als "Petersberg" bekannt ist, für sich. Nachdem sie drei Tage gefastet und gebetet hatten, faßten sie den Beschluß, auf der Spitze des Berges ein Kloster zu errichten, um darin zum Ruhme Gottes ihr Leben zu führen. Doch dazu mußten sie den Berg aus der Macht der Hexe befreien.
Die Mönche stellten sich am Fuß des Berges auf und begannen, lateinische religiöse Lieder zu singen. Aufgrund der im Mittelalter üblichen Körpermodifikation bei jungen Sängerknaben hatten einige der Mönche eine extrem hohe Singstimme, die der Hexe starke Schmerzen an ihren Trommelfellen verursachte. Baba Yaga beschwor Regen, Hagel und schwere Gewitter, doch nichts hielt die Mönche von ihrem Vortrag ab. Hatte ihr starker Glauben eine wundersame Wirkung auf die Hexe oder verhalf er ihnen einfach zu extremer Ausdauer?
Jedenfalls kam es zu einem Kompromiß zwischen der Hexe und den Mönchen. Baba Yaga räumte zwar den Berg am Rande ihres damaligen Einflußgebietes. Aber der Abt mußte sich in ihre Gewalt begeben. Baba Yaga verwandelte ihn in ein kleines, bärtiges Wichtelmännlein, das nun schon seit Jahrhunderten das Treiben der Mönche beobachtet und den Berg bewacht. Seine treuesten Mitstreiter ließen noch eine Kiste mit dem Allernötigsten im Wichtelwald zurück.
Viele Jahrhunderte gingen ins Land. Menschen kamen und gingen. An der Stelle, wo die Menschen gesungen hatten, ungefähr 11011 Wichtelhüpfer oder 1111 Schritte eines betrunken torkelnden Mönches oder 555 Schritte eines wetterwendigen Waldläufers vom Wichtelversteck entfernt, wurden für einige Jahre Steine abgetragen.
Der Wichtel beobachtete, wie die Kletterer der IG Klettern Halle/Löbejün das Gebiet des Krosigker Bruches für sich entdeckten und zuletzt 2008 zahlreiche schwierige Routen neu mit Sicherungshaken versahen. Zudem wurde auch der allererste Klettersteig in einer bequemen Distanz zu Halle und Leipzig geschaffen - der Krosigker Klettersteig.
Der Wichtel hörte auch irgendwelche Gerüchte von einer Aktivität namens "Geocaching". Das gefiel ihm sehr, und er dachte, daß es doch gar nicht so schlecht wäre, wenn er von einigen Dosensuchern besucht werden könnte. Aber er wußte nicht so richtig, wie er das anstellen konnte, und so blieben sein Steinbruch und sein Schatz für viele Jahre in Geocacher-Kreisen absolut unbekannt. Doch eines Tages kam ein höchst merkwürdiges Wesen, das dem Wichtel helfen konnte, in den Bruch - es war ein "Wald-Pirat"!

Nach der Auffindung eines bestimmten Caches von Lindolf hatte sich der Wald-Pirat etwas stärker mit dem Thema Klettersteig / Via Ferrata usw. beschäftigt, eine Auflistung aller Klettersteige in diversen Ländern Europas mit Koordinaten gefunden und zu fast allen Klettersteigen im weiten Umkreis um Leipzig die sich auf diese beziehenden oder zu ihnen nahe lokalisierten Cachebeschreibungen gefunden. In einigen wenigen Fällen gab es noch keinen Cache, und dazu zählte auch der Krosigker Bruch. Da mußte der Wald-Pirat gleich mal nachschauen, ob da wirklich ein Klettersteig im absoluten Nichts zu finden sein würde. So kam es schließlich zur Begegnung zwischen Wald-Pirat und Wichtel.
Na schön, lange Geschichte - aber was müssen denn jetzt die Sucher machen, um die Dose zu finden und den Punkt zu ergattern? Höret des weisen, wohlgesonnenen Wichtels wahre, wichtige, wohlüberlegte Worte:
Auch wenn der Wichtelwald mit dem drahtigen Esel problemlos zu erreichen ist, so legt doch die Notwendigkeit, einen Klettersicherheitsgurt mitzubringen, die Anreise mit einem geräumigeren Reisekäfer nahe, der an den angegebenen Parkplatz-Koordinaten abgestellt werden muß. Eilet nun von hier aus zu dem Trailhead, dem Einstiegpunkt in die verzaubert wirkende Welt. Folget dem engen, überwucherten Pfade zwischen Felsen tief hinab.
Wollt ihr dann nach rechts, nach links oder geradeaus und euren Kopf zwischen Binsen und Fröschen in das brackige Wasser hineintunken? Die große Feuerstelle rechts muß nicht besucht werden. Auf dem Pfad nach links, den Dornen zuwachsen wollen, kommt ihr bald an eine abschüssige Stelle und müßt dann schon auf T3-Niveau eine kleine Kletterübung absolvieren, um einfach nur dem Weg folgen zu können. Dann geht es weiter, an der kleinen Feuerstelle vorbei, und zu den angegebenen Koordinaten dieses Caches.
Hier in der Nähe befindet sich eine Steilwand mit den schwierigsten Kletterrouten zu einem Wandbuch. Folgte man dem Pfad weiter, was für den Cache nicht notwendig ist, käme man bald an eine weniger steile, aber immer noch schwierige Wand mit einem weiteren Wandbuch und weiter hinten noch an weitere mit Ringen versehene Kletterrouten. Ob hier irgendwann ein ausgefuchster T5-Kletterprofi nochmal einen anspruchsvollen T5 hineinlegen wird?
Direkt über die Koordinaten spannt sich das Stahlseil des Krosigker Klettersteiges, mit dem dieser Cache sein Terrain-Maximum erreicht und zu dessen Begehung nun ein Sicherheitsklettergurt mit zwei Karabinern an zwei Bandschlingen zum Einhängen am Klettersteigstahlseil angelegt werden muß. Die Nummer am uralten, rostigen, nicht mehr benutzten Sicherheitsring nach 2/3 des Klettersteigweges von seinem rechten Einstieg, rechts des uralten, rostigen, nicht mehr benutzten, nach unten hängenden Stahlseiles, ist abzulesen und der Variable K zuzuordnen. Nun kann die Felswand wieder auf rückwärtigem Wege verlassen werden.
Wenn ihr alles, was ihr im Krosigker Steinbruch tun wollt, getan habt, könnt ihr schweres Material wieder in eurem Auto verstauen. Wandelt nun auf den vorhandenen Pfaden zu N 51° (36' - (K/1000)'), O 11° (57' + ((K*K + QS(K))/1000)'). Schweiget dabei stille, denn vielleicht seht ihr dann ein Reh nahe des Weges! Nachdem ihr den urigen Wichtelwald teilweise durchschritten und euer Ziel auf dem Wege umkreist habt, begebt ihr euch wenige Schritte entfernt vom Cache vom Wege hinab.
Wie immer beim Cachetyp Letterbox Hybrid gilt die Regel: Stempel und Stempelkissen sind keine Tauschgegenstände und müssen im Geocache verbleiben!