Vlothoer Postgeschichte
Mit dem Bau eines eigenen Postamt wurde 1894 begonnen. Vorher standen nur gemietete Räume zur Verfügung, eine Zeitlang im Gasthause „Zur Post" an der Weserstraße, die 1861 durch einen Anbau zur Poststraße hin erweitert wurden. Sie wurden am 1. 4. 1895 durch das Postgebäude ersetzt, in dem von 1931 bis 1977 das ,,Vlothoer Wochenblatt" gedruckt wurde. Der schnell zunehmende Verkehr, zu dem inzwischen auch der Omnibusbetrieb hinzugekommen war, führte schon im Jahre 1931 zu einem Neubau, der in dem ehemaligen Hillebrechtschen Garten errichtet und am 21. 2. 1932 bezogen wurde. Die Baukosten betrugen damals 162.400 DM.
Zu der gleichen Zeit (1932) wurde auch der Fernsprechbetrieb, den Vlotho im Jahre 1900 bekommen hatte, auf Selbstwählbetrieb umgestellt. Die Zahl der 50 Teilnehmer im Jahre 1906 hatte sich bis 1956 auf 655 erhöht.
An das Telegraphennetz war Vlotho dagegen schon zugleich mit Herford im Jahre 1863 angeschlossen worden. Wie sehr Vlotho damals noch Herford an wirtschaftlicher Bedeutung übertraf, zeigt die Tatsache, dass im Jahre 1865 in Vlotho (2.807 Einwohner) 667 und in Herford (10.448 Einw.) nur 171 Telegramme aufgegeben wurden.
Die ersten Postverwalter
Als erster Postverwalter wird um 1800 der Postkommissar Schmidt genannt, der jedoch noch auf vielen andern Gebieten eifrig tätig war. Nach den Befreiungs- kriegen wurde in Minden ein Grenzpostamt eingerichtet, dem 8 Postexpeditionen unterstanden. Dazu gehörte auch die Postexpedition II. Klasse Vlotho, die von dem Stadtsekretär Tente nebenbei geleitet wurde. Das Austragen der nicht abgeholten Briefe besorgte ein Briefträger gegen Sonderzuschlag. 1860 wurde Vlotho Postexpedition I. Klasse und der damalige Postexpediteur zum Postexpedienten befördert. 1871 bekam das Postamt II. Klasse einen Postmeister als Leiter und mit dem 1. 4. 1903 als Postamt I. Klasse einen Postdirektor.
Die Ausdehnung der Postzustellung auf die Landgemeinden, die erst um 1870 erfolgte, bedingte natürlich eine Vermehrung des Personals, zu dem 1865 3 Beamte, 1 Unterbeamter und 2 Diener gehörten. 1884 waren es 3 Beamte und 6 Brief boten und 1887 5 Beamte und 12 Postboten.
1927 unterstanden dem Postamt Vlotho 5 Postagenturen in Kalldorf, Exter, Langenholzhausen, Lüdenhausen und Wehrendorf und außerdem noch 12 Posthilfsstellen. Das Personal beim Postamt Vlotho - die andern Poststellen wurden damals noch nebenamtlich verwaltet - umfasste 20 Köpfe, 1956 waren es 42. Dazu kamen aber noch 9 Mann, die im technischen Kraftfahrdienst, und weitere 4, die im technischen Fernmeldedienst tätig waren.
Vlothoer Postamt
Seit 1856 hat Vlotho ein ortseigenes Postamt. Es wurde neben dem Gasthaus „Zur Post“ an der Weserstraße, in der Nähe der heutigen Klosterstraße eröffnet. Im Jahr 1881 erfolgte der Umzug in die Koppelstraße. Als dort 1894 das neue staatliche Postgebäude erbaut wurde, wurde die Koppelstraße in Poststraße umbenannt. Noch heute ist das Gebäude mit der Haus-Nr. 10 an der Poststraße vorhanden. Am Giebel befindet sich der alte Reichsadler. Als die Räumlichkeiten im Laufe der Zeit zu klein wurden, baute die Postdirektion ein neues Gebäude an der Weserstraße. Der Umzug erfolgte 1931 und der Buchdrucker Heinrich Meyer (ehemaliger Herausgeber des Vlothoer Wochenblatts) nutzte von nun an die bisherigen Räumlichkeiten. Als 2008 bundesweit viele kleine Postämter geschlossen wurden, war auch Vlotho davon betroffen. Die deutsche Post verkaufte das Gebäude an einen amerikanischen Investor. Am 6. September 2008 war der letzte Schaltertag des Postamtes Vlotho an der Poststraße Nr. 3 neben der Sparkasse. Seit dem 8. September 2008 werden die postalischen Dienstleistungen im Haus Wedhorn an der Herforder Straße Nr. 1 angeboten.
ACHTUNG! DAS GELÄNDE DER POST MUSS ZU KEINER ZEIT BETRETEN WERDEN! Ihr müsst nur ein wenig überlegen und ein bisschen geschickt sein!
Quelle Text: www.geschichtevlotho.de