
Domfelsen Limburg/Lahn
Limburg liegt im Rheinischen Schiefergebirge, das aus gefalteten paläozoischen Gesteinen aufgebaut ist und zu einem großen Gebirgszug gehört, der sich vom Harz und dem Thüringer Wald über die Ardennen und die Bretagne bis nach Nord-Portugal erstreckt und schließlich im Appallachian-Gebirge der östlichen USA seine Fortsetzung findet. Limburg liegt aber nicht nur im Rheinischen Schiefergebirge, sondern auch im Limburger Becken, einem mit tertiären und quartären Sedimenten gefüllten Senkungsfeld innerhalb des Rheinischen Schiefergebirges. Hier tritt oft devonischer Massenkalk (Lahnmarmor) als Fels hervor, so auch in Limburg an der Lahn, wo ein solcher Kalkfels vom Limburger Dom gekrönt wird. Entstanden ist der Lahnmarmor vor rund 380 Millionen Jahren. Weite Teile Deutschlands waren zu dieser Zeit von einem Meer bedeckt. Durch Vulkantätigkeit im devonischen Meer wurden Schalsteinsattel ausgebildet, die bis knapp unter die Wasseroberfläche reichten. Darauf entstanden Riffe, die sich hauptsächlich durch Stromatoporen aufbauten, eine zwischen Schwämmen und Korallen angesiedelte, mittlerweile ausgestorbene Art von Meereslebewesen. Aber auch Korallen, Muscheln und Schnecken beteiligten sich am Aufbau der Riffe. Diese Tiere benötigten eine durchschnittliche Wassertemperatur von 24° C. Da der heutige Kontinent Europa zu dieser Zeit durch die Verschiebung der Kontinentalplatten auf Äquatorhöhe lag, waren diese Voraussetzungen gegeben. Im Laufe der Erdgeschichte wurden die entstandenen Riffe durch Druck bei der Gebirgsbildung mit Überdeckungen von bis zu 1000 Metern verfestigt. So entstand der Lahnmarmor, der geologisch gesehen kein Marmor, sondern Massenkalk ist.
Kurz in einem Satz zusammengefasst kann man zur geologischen Situation sagen, dass es sich um submarine Vulkane aus der Devon-Zeit (rund 380 Millionen Jahre alt) handelt, auf denen Riffe gewachsen sind (das anstehende Gestein ist also ein Riffkalkstein). Das Klima war damals also tropisch, da das Rheinische Schiefergebirge zu dieser Zeit knapp südlich des Äquators lag. Nachfolgend die beiden Schemaabbildungen, welche den Prozess verdeutlichen sollen.


Neben den vielen in EarthCaches behandelten geologischen Besonderheiten ist hier am Limburger Domfelsen aber ein Phänomen zu beobachten, welches in den bisherigen Listings kaum so ausführlich behandelt worden ist. Hierauf bezieht sich auch die erste Frage weiter unten in den Logbedingungen. Zu beobachten ist dort, dass der Domfelsen anscheinend in Bewegung ist und einzelne Schichten deutlich sichtbar aus dem Riffkalkstein hervortreten. Man könnte somit den Eindruck gewinnen, als ob der Fels so allmählich in sich zusammensacken würde. Grundsätzlich ist es aber ein recht stabiler Baugrund und grossartige Veränderungen des Gesteins sollte es nicht geben, da sonst die Stabilität der darüber liegenden Gebäude nicht gewährleistet ist. Betrachtet man die Umgebung des Gebietes rund um den Limburger Domfelsen mit seinen doch festländischen Verhältnissen und seinen gemässigten klimatischen Bedingungen taucht unweigerlich die Frage auf, wie es möglich gewesen ist, dass dort untermeerische Lavaströme geflossen sind und danach die tropischen Riffe entstehen und sich entwickeln konnten. Zur Zeit des Devons lag im Norden der mächtige Old-Red-Kontinent, ungefähr dort, wo heutzutage Großbritannien liegt. Unser Lahn-Gebiet lag in einem Meeresbecken. Nun ja, zunächst bildete sich ein fester Riffkamm aus vorrangig 2 (siehe Frage 2) Riffbilder. Hinter diesem Riffkamm, in einer Zone mit ruhigerem Wasser, siedelten tabulate und rugose Korallen. Dahinter wiederum, auf der dem Festland zugewandten Seite des Riffes, zwischen Riff und Küste in der Lagune, sammelte sich toniges Sedimentmaterial mit gröberen Trümmern aus dem Riff. So bildeten sich im Laufe der Jahrtausende auch Schichten für Schichten in unterschiedlich dicken horizontalen Platten. Die Hohlräume im Riffgestein sind oftmals Fallen für allerhand Organismen gewesen. Diese Hohlräume wurden mit Mergel verfüllt und bieten heute oftmals interessante Lagerstätten für den Fossiliensammler. Mit etwas Glück könnt Ihr auch hier am Domfelsen fündig werden. Und wenn Ihr dazu noch die Position gefunden habt, von der aus wir das obere Listingbild gemacht haben, ist eine atemberaubende Sicht entlang des Felsens nach oben hin zum Dom gegeben.
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Quellen für Texte und Bilder:
freundlichst Dr. Christian Hoselmann vom HLUG Hessen,
auszugsweise Wikipedia,
Museum Villmar,
Geolog. Zeitschr.,
eigene Beobachtungen und Erkundigungen mit Bildern vor Ort.
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Um diesen EarthCache loggen zu können begebt Euch zu den Koordinaten und beantwortet die drei nachstehenden Fragen, deren Antworten teilweise nur vor Ort ermittelt werden können. Ihr benötigt hierzu lediglich Auffassungsgabe und Erkenntnisse, die Ihr durch eigene Ermittlungen dort erfahren müsst:
1.)
Gehe von den Listingkoordinaten etwa 80 Meter in süd-östlicher Richtung zum Punkt N 50° 23.316, E 08° 04.078 auf dem Weg - Am Steiger - und messe dort die Dicke der Riffkalkschicht, die im Winkel von 45° (direkt neben der Säule mit den Anzeigen der Wasserstände) klar ersichtlich hervortritt, sich zu lösen scheint und seitlich empor führt. Schaue Dir nach der Messung die Grenzflächen der Schichtung an. Wie sehen diese aus? Sind sie sehr scharf abgegrenzt oder kannst Du fließende Übergänge zu den Nachbarschichten erkennen? .
2.)
Es gibt vorrangig zwei Hauptriffbilder für die Entstehung der Riffkalke; ... nenne sie.
3.)
Erläutere, warum Massenkalke als eigenständige Körper für Grundwasser gelten und auch als solche ausgewiesen sind. Berichte ferner, ob und welche geologischen Besonderheiten Du an dieser Stelle entdecken konnntest (z.B. Verwitterungen? Erosionsformen? Auswaschungen? usw.). Beschreibe weiterhin eine evtl. Art der Vegetation, die dort im Laufe der Zeit direkt am Felsen entstanden ist.
4.)
Es ist zwar keine Logbedingung, aber wenn Ihr wollt, macht ein Foto von Euch und dem Domfelsen als Hintergrund (bitte ohne die Antworten der Fragen bildlich zu spoilern). Eure Antworten aus den 3 Aufgaben schickt uns bitte per Mail und danach dürft Ihr den EarthCache sofort loggen; ... das Foto könnt Ihr dem Logeintrag hinzufügen. In den EarthCache-Guidelines ist bewusst nicht vorgesehen, dass auf eine Logfreigabe seitens des Owners gewartet werden muss. Wir werden die uns zugesandten Antworten und Lösungen auf ihre Richtigkeit prüfen. Sollte dabei auffallen, dass eine oder mehrere Antworten / Lösungen falsch sind, werden wir mit dem betreffenden Cacher in Kontakt treten, um bei der richtigen Lösung behilflich zu sein.
Found it- Logs, die - auch auf Nachfrage hin - ohne Antworten zu den Aufgaben kommen, werden verständlicherweise natürlich kommentarlos gelöscht. Rudel-Logs sind möglich, allerdings sollte derjenige als Rudel-Führer namentlich genannt werden, der auch die Antworten übermittelt hat.
Viel Vergnügen bei diesem EarthCache für die ganze Familie; ... und wir würden uns natürlich über eine Weiterempfehlung an Freunde/Bekannte sehr freuen.
Team N51E06 aus Bocholt/NRW


English-Version:
"Unfortunately we needed to refrain from adding an English version as it would have made the listing too long, complex and confusing. In case you do need an English translation kindly do not hesitate to contact us and we will look for a solution. Or you may want to try an online translation service.
Thank you very much for your kind understanding."
Bernd of team n51e06